MILITÄR: Seedorfer schrammt knapp am Rekord vorbei

Die Urner Stellungspflichtigen haben an der Rekrutierung durchschnittlich abgeschnitten. Aber einer brachte den schon seit geraumer Zeit bestehenden Urner Rekord ins Wanken. 10 Prozent wurden hingegen für «dienstuntauglich» erklärt.

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Sie schnitten bei der Rekrutierung 2016 am besten ab: (von links) Florian Furger, Elijas Zgraggen und David Arnold. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 20. Januar 2017))

Sie schnitten bei der Rekrutierung 2016 am besten ab: (von links) Florian Furger, Elijas Zgraggen und David Arnold. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 20. Januar 2017))

Das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär hat am Freitag zu einer speziellen Feier ins Schloss A Pro in Seedorf eingeladen. Im Beisein von Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti und Kreiskommandant Urs Mock wurden jene drei Urner Stellungspflichtigen geehrt, die an der im vergangenen Jahr in Windisch abgehal­tenen Rekrutierung die besten Resultate erzielt hatten.

206 Stellungspflichtige mussten sich dort einer fünf Disziplinen umfassenden Sportprüfung unterziehen. Diese beinhaltete Medizinballstossen (Schnellkraft der Arme), Standweitsprung (Schnellkraft der Beine), Einbeinstand (Koordinationsfähigkeit) sowie einen globalen Rumpfkraft- und einen progressiven Ausdauertest. In jeder Disziplin waren maximal 25 Punkte zu holen. Theoretisch wäre also ein Total von 125 Zählern möglich, was allerdings nahezu illusorisch ist. Der Windisch-Rekord liegt bei 119 Punkten. Die Urner Bestleistung (104 Zähler) hält seit 2010 der bekannte Weltcup-Langläufer Roman Furger. 2014 wurde diese Punktzahl vom Bürgler Claudio Herger egalisiert.

Gezielte Vorbereitung zahlt sich aus

«Gesamtresultate von 100 Punkten und mehr verdienen das Prädikat hervorragend», erklärte George Imhof vom Amt für Bevölkerungsschutz und Militär, und er ergänzte: «Erfreulicherweise haben im letzten Jahr gleich drei Urner diese Marke geknackt. Das kommt nur selten vor. 2013 und auch 2015 gab es beispielsweise kein einziges dreistelliges Ergebnis.»

Das beste Resultat erzielte der Seedorfer Elijas Zgraggen. Mit 103 Punkten schrammte er nur hauchdünn am Urner Rekord vorbei. Zu seinem Erfolg sagte Zgraggen: «Ich bestreite regelmässig ein gezieltes Krafttraining. Zudem habe ich mich speziell auf die Rekrutierung vor­bereitet.» Anfang 2018 wird Zgraggen die Grenadier-RS in Losone absolvieren. Den zweiten Platz teilten sich mit je 101 Zählern der Bürgler Handballer David Arnold und der Flüeler Florian Furger. Arnold wurde der Militärgrenadierpolizei zugeteilt, und Furger wird als Durchdiener eine Infanteriepanzerfahrer-RS bestreiten. Im Schnitt erreichten die Urner ein Punktetotal von 70 Zählern. 47 Stellungspflichtige (oder 22,8 Prozent) erzielten 80 und mehr Punkte und erhielten dafür das Urner Sportabzeichen. «Mit diesen Ergebnissen dürfen wir zufrieden sein. Im Vergleich mit den anderen Kantonen liegt Uri im Mittelfeld.»

Deutlich mehr «Untaugliche»

Nicht zufrieden sind die Verantwortlichen hingegen mit der Tauglichkeitsrate der Urner Stellungspflichtigen. 10 Prozent der zur Rekrutierung Aufgebotenen wurden für «dienstuntauglich» erklärt. Das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Militärdiensttauglich waren 68 Prozent, 4 Prozent weniger als noch 2015, und schutzdiensttauglich 19 Prozent (minus 5 Prozent).

Schweizweit ist die Dienstuntauglichkeitsrate jeweils deutlich höher als im Kanton Uri. Sie liegt in der Regel im Bereich von 25 Prozent. Auch bei der Militärdiensttauglichkeit schneiden die Urner traditionell deutlich besser ab als der landesweite Schnitt.

 

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch