MINARETT-ABSTIMMUNG: Realp: Ein kleines Bergdorf gibt sich weltoffen

Das Dorf zuhinterst im Urserntal hat – wieder einmal – anders gestimmt als die andern. Als einzige Gemeinde im Kanton Uri hat Realp Nein gesagt zur Minarett-Initiative.

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Realp, tief verschneit im Jahr 1999. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Realp, tief verschneit im Jahr 1999. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Aber nur mit 40 Nein- zu 36 Ja-Stimmen – immerhin. In der Zentralschweiz lehnten nebst Realp einzig die Städte Zug und Luzern die Initiative ab. Weltoffen zeigte sich Realp schon oft: Die Gemeinde hat Ja gesagt zu Frauenstimmrecht, EWR, Blauhelme, UNO, Mutterschaftsurlaub und Personenfreizügigkeit. Die Haltung der Realper erstaunt immer wieder – und das bei dieser Lage: Das Bergdorf auf 1538 Höhenmetern mit rund 150 Einwohnern ist im Winter oft eingeschneit und vom Verkehr abgeschnitten.

«Die Realper bilden sich selber eine Meinung», sagt Gemeindeschreiber Karl Cathry. Aufzwingen lasse man sich nichts. Das hat der Souverän am Sonntag noch ein weiteres Mal bewiesen. Auf kantonaler Ebene stimmten die Einwohner für liberalere Ladenöffnungszeiten. Zusammen mit Sisikon und Seelisberg tanzte die Gemeinde bei der angestrebten Gesetzesrevision aus der Reihe. Nur diese drei Gemeinden stimmten der Liberalisierung zu.

Markus Zwyssig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag im Tagesthema der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.