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In Uri sollen Missverständnisse zu Organspenden ausgeräumt werden

Das Thema Organspende wird momentan heiss diskutiert. Deshalb stand es auch an der Urner Gesundheitskonferenz im Zentrum. Das Kantonsspital hat nur auf einem Nebengeleise mit Transplantationen zu tun.
Urs Hanhart
Mit den Organspenden hat die Urner Gesundheitskonferenz ein aktuelles Thema aufgegriffen. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Mit den Organspenden hat die Urner Gesundheitskonferenz ein aktuelles Thema aufgegriffen. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Kantonale Gesundheitskonferenz am Montagnachmittag war fast gänzlich dem Thema Organspende und Transplantation gewidmet. «Über 80 Prozent der Schweizer unterstützen die Organspende. Auch medizinische Fachpersonen und Politik stehen mehrheitlich dahinter», sagte Regierungsrätin Barbara Bär zur Eröffnung im Pfarreizentrum in Erstfeld. «Trotzdem – und das ist eigentlich erstaunlich – sterben in der Schweiz jährlich etwa hundert Personen, weil ihnen kein passendes Organ zugeteilt werden konnte.»

Die Thematik Organspende und Transplantation ist sehr aktuell, wurde doch vor wenigen Tagen die von 140000 Personen unterzeichnete Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» eingereicht. Darin fordern die Initianten einen Systemwechsel von der «expliziten Zustimmung» zur «vermuteten Zustimmung».

Bär wies darauf hin, dass die Schweiz im Vergleich mit ihren Nachbarländern seit Jahren sehr tiefe Organspenderzahlen aufweise. Das hänge nicht zuletzt damit zusammen, dass Informationslücken bestünden und Unsicherheiten vorhanden seien. «Es kommt oft zu Missverständnissen. Genau deshalb haben wir für dieses Schwerpunktthema entschieden», unterstrich Bär.

Register soll für Klarheit sorgen

Zunächst hielt Franz Immer, Facharzt für Herzchirurgie und CEO der Stiftung Swisstransplant, einen Vortrag zum Thema Organspende und Transplantation in der Schweiz: Fakten und aktuelle Entwicklungen. «Wir haben in der Schweiz 70 Spendenspitäler mit Intensivstationen, zu denen auch das Kantonsspital Uri gehört. Zudem gibt es sechs Transplantationszentren. Und wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit Frankreich.» Das Problem liege darin, dass ein deutliches Missverhältnis zwischen der Anzahl Organspender und Menschen bestehe, die dringend auf ein neues Organ warteten. «Es ist zwar etwas besser geworden, aber wir gehören noch nicht zu den Musterschülern», so Immer. «Im Vergleich etwa zu Italien, Frankreich oder Österreich sind wir 50 bis 70 Prozent im Rückstand.» Hauptursache sei die hohe Ablehnungsquote bei Angehörigen, die im Sinne des Verstorbenen über eine Organspende entscheiden müssen. «Die Angehörigen kennen den Willen der verstorbenen Person häufig nicht. Denn nur eine Minderheit hat die Familie darüber informiert oder eine Organspende-Karte ausgefüllt», sagte Immer. Mittlerweile ist von Swisstransplant ein nationales Organspende-Register (www.organspenderegister.ch) lanciert worden, in dem man sich bezüglich Organspende Ja oder Nein eintragen kann. Damit möchte man für Klarheit sorgen und die Angehörigen entlasten. «Die Schaffung dieses auf Freiwilligkeit beruhenden Registers war ein ganz wichtiger Schritt. Wer sich registriert hat, kann seinen Eintrag jederzeit wieder ändern», erklärte Immer. «Eine Abfrage erfolgt erst dann, wenn auf der Intensivstation beschlossen wird, die Therapie abzubrechen. Vorher darf das Register nicht konsultiert werden.»

Keine Transplantationen im Kantonsspital Uri

Stefan Lötscher, Chefarzt Anästhesie am Kantonsspital Uri, hielt ein Referat zum Thema Organspende und Transplantation im klinischen Alltag. Er arbeitete von 2001 bis 2017 auf der Intensivstation des Berner Inselspitals. Zudem war er in dieser Zeit auch für die Rega im Einsatz. Dadurch hatte er regelmässig mit diesem Thema zu tun.

Zur Rolle des Kantonsspitals Uri sagte Lötscher: «In Altdorf werden wir nie Spenderorgane implantieren oder explantieren.» Uri ist in einem Netzwerk mit dem Kantonsspital Luzern. Die meisten Patienten, bei denen eine Organspende ein Thema werden könnte, werden in Luzern, Zürich, Bern oder Aarau behandelt. «Wir sind ein kleines Regionalspital mit erweiterter Grundversorgung. Im Netzwerk sind wir sehr gut eingebunden, kennen aber auch unsere Grenzen», so Lötscher.

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