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Mit 106 zurück in Uri

Mit 106 Jahren ist Kreszentia Ziegler die wohl älteste Urnerin. Kürzlich besuchte die in Zürich lebende Urnerin ihre Heimat. Ein Rezept fürs Altwerden hat sie nicht.
Christoph Näpflin
Kreszentia Ziegler besucht Seelisberg mit 106 Jahren. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 30. Oktober 2018)

Kreszentia Ziegler besucht Seelisberg mit 106 Jahren. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 30. Oktober 2018)

Die über 106 Jahre alte Kreszentia Ziegler kann auf ein bewegtes und doch bescheidenes Leben zurückblicken. Geboren im schwäbischen Buchloe, wuchs sie zusammen mit fünf Geschwistern auf. Wie Schwester Leni wurde sie mit jungen 16 Jahren ins Hotel Bellevue nach Vitznau als Kindermädchen vermittelt.

«Deutsche Mädchen waren damals sehr beliebt in der Schweiz und so wurde ich nach Vitznau geschickt, obwohl ich grosses Heimweh hatte», erinnert sich Ziegler. Später war sie Hausmädchen beim Kunsthistoriker Linus Birchler in Ibach und zog mit der Familie nach Feldmeilen in Zürich um. «In diesen und weiteren Dienststellen habe ich nähen, kochen und haushalten gelernt», fasst die betagte Urnerin ihre Lebenserfahrungen in den jugendlichen Jahren zusammen.

Der Zweite Weltkrieg veränderte alles

Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, arbeitet Kreszentia Ziegler im Haushalt von Rechtsanwalt Gloor auf dem Zürichberg. Kurz darauf hiess es, dass alle deutschen Mädchen die Schweiz verlassen müssten. «Walti Bühler hatte ich durch eine Kollegin kennengelernt. Nach Ausbruch des Krieges heiratete er mich innert kurzer Zeit, sodass mir nichts passieren konnte», weiss Frau Ziegler lebhaft zu schildern. Im Sommer 1941 kam dann Sohn Hansli zur Welt und machte trotz der harten Kriegsjahre das junge Eheglück vollkommen. Dieses Glück sollte aber nicht lange dauern: Kurze Zeit später ertrank ihr Ehemann beim Fischen und sie musste sich allein um ihren Sohn kümmern. Es gab Zeiten, in denen sie kaum mehr Geld hatte und doch gab es immer wieder eine gute Seele, welche sich der beiden erbarmte.

Über ihren Schwager Werner lernte sie Franz Ziegler aus Seelisberg kennen. Er war zwar neun Jahre älter als Kreszentia. Dennoch heirateten die beiden nach Kriegsende im November 1945, es folgten drei weitere Kinder.

Die Beziehung zu Seelisberg und Uri besteht immer noch

Die Kinder der Familie Ziegler verbrachten ihre Ferien am liebsten bei Tante und Onkel in Seelisberg in der Schwanden. Da der Onkel bei der Treib-Seelisberg-Bahn arbeitete, brachten sie ihm jeweils einen Korb mit dem Znüni an das Bahntrassee. «Ich habe zu Seelisberg und meinen Verwandten sowie zu Uri immer noch einen Bezug. Früher war ich oft hier und freue mich, mit meinem hohen Alter nochmals eine Fahrt nach Seelisberg machen zu können», schmunzelt die wohl älteste Urnerin.

Dass ihre Verwandten aus Seelisberg und sogar eine Gemeinderatsdelegation sie beim Besuch in Seelisberg überraschte, freute sie so sehr, dass noch Tage davon im Altersheim in Zürich schwärmte. Ein eigentliches Rezept, um so alt zu werden, hat Kreszentia Ziegler nicht. «Ich habe immer einfach gelebt und mein Leben nach einigen Schicksalsschlägen selber in die Hand genommen. Vielleicht ist das sowie meine Familie die Grundlage für ein langes Leben.» Trotz der technischen Fortschritte der letzten 106 Jahre ist sie im ganzen Leben nie mit einem Flugzeug geflogen und die Entwicklung im Internet hat sie nicht mehr aktiv mitgemacht.

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