Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Mit Digitalisierung im Gesundheitswesen soll es vorwärtsgehen

Die Regierung erachtet die Einführung des elektronischen Patientendossiers vor allem auch bezüglich der erwarteten Kostensenkung als positiv. Interpellant Simon Stadler hat aber noch Anregungen für das weitere Vorgehen.
Markus Zwyssig
Patientenakten sollen bald durch elektronische Dossiers ersetzt werden. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Patientenakten sollen bald durch elektronische Dossiers ersetzt werden. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Die Urner Regierung hat grosses Interesse an einer möglichst breiten, raschen und nachhaltigen Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD). «Nicht zuletzt fördert die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen die integrierte Versorgung, was insgesamt einen positiven Effekt auf die Gesundheitskosten haben wird», hält sie in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Simon Stadler (CVP, Altdorf) fest.

In vielen Kantonen läuft die Einführung auf Hochtouren. Stadler erkundigte sich, wie in Uri das Kantonsspital, die Pflegeheime und der Kanton diese Herkulesaufgabe bewältigen. Gemäss Regierung wurde in Uri bereits im November 2015 auf Grundlage der Strategie E-Health Schweiz eine auf den Kanton Uri zugeschnittene Strategie festgelegt. Dabei hat die Regierung beschlossen, dass sich der Kanton bei der Umsetzung des Bundesgesetzes primär bei der Koordination zwischen den Leistungserbringern und den politischen Gremien engagiert. Anschliessend hat sich unter der Leitung des Kantons eine Gruppe von zentralen Akteuren des Gesundheitswesens (Kantonsspital, Curaviva, Ärztegesellschaft, Hausärzte) rund zweimal jährlich zum Informationsaustausch getroffen.

Eine Lösung zusammen mit Zürich, Bern und Zug

Im Dezember 2018 hat das Kantonsspital Uri (KSU) als zentraler Partner im Urner Gesundheitswesen entschieden, sich der Stammgemeinschaft Axsana AG anzuschliessen. Mit dabei sind aktuell die Kantone Zürich, Bern und Zug. Im Sinne der integrierten Versorgung empfehlen Curaviva Uri und die Ärztegesellschaft Uri ihren Mitgliedern den Anschluss an die Axsana AG.

Der Patient bestimmt

Das elektronische Patientendossier (EPD) ist ein virtuelles Dossier, das behandlungsrelevante Patientendokumente enthält. Hausärzte, Physiotherapeuten, Spitex-Pflegefachpersonen, Spitalärzte aber auch die Patienten selber können Dokumente hochladen oder Daten abrufen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssen sich alle Gesundheitsfachpersonen zuerst einer Gemeinschaft anschliessen und sich darin registrieren lassen. Denn der Patient bestimmt, wer das EPD einsehen und auf welche Daten zugegriffen werden darf. Für den Aufbau dieser Gemeinschaften gewährt der Bund eine Anschubfinanzierung von insgesamt 30 Millionen Franken, jedoch nur dann, wenn sich Kantone oder Dritte mindestens paritätisch beteiligen.

Auch die Regierung hat beschlossen, das Versorgungsprojekt «Stammgemeinschaft Axsana AG» zu unterstützen (siehe unsere Zeitung vom 21. Februar). Konkret beteiligt sich der Kanton Uri, neben den Kantonen Zürich, Bern und Zug, als Aktionär bei der Cantosana AG (Trägerschaft der öffentlichen Hand) und leistet für die Axsana AG (nicht gewinnorientierte Betriebsgesellschaft) eine Anschubfinanzierung für den Aufbau einer Stammgemeinschaft. Im Gegenzug profitieren alle Urner Leistungserbringer von günstigeren Konditionen.

Nachdem im Frühling 2017 das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPD) in Kraft getreten ist, sind die Spitäler verpflichtet, im Frühling 2020 und die Pflegeheime und Geburtshäuser zwei Jahre später das EPD einzuführen. Das KSU beispielsweise versendet Berichte an Hausärzte bereits heute grundsätzlich elektronisch.

Ungeklärt ist schweizweit, wer die Kosten für die Registrierung und den Unterhalt des Systems übernimmt. Der Bund befasst sich intensiv damit. Auch die Urner Regierung befürchtet, dass bedeutend weniger Bürger ein EPD eröffnen, wenn sie eine hohe Gebühr bezahlen müssen.

Jährliche Wartungskosten von 45’000 Franken

Der Kanton beteiligt sich am Projekt «Stammgemeinschaft Axsana AG» mit einem Beitrag von etwas mehr als 55000 Franken. Für die technische Anbindung rechnet das KSU mit Investitionskosten von rund 130’000 Franken und jährlichen Wartungskosten von rund 45’000 Franken. Die Kosten des KSU für die Prozessänderungen, Schulungen der Mitarbeitenden sowie Mehrkosten für personelle Ressourcen des KSU sind noch nicht bezifferbar. Von Seiten des Bunds gibt es noch ungeklärte Fragen zu beantworten. Diese könnten finanzielle Auswirkungen für den Kanton und die Leistungserbringer haben.

Stadler: «Positiv, aber noch offene Fragen»

Simon Stadler zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung mit der Antwort grösstenteils zufrieden, es gebe aber noch offene Fragen. Mit der Regierung geht er eins, dass mit der Digitalisierung Gesundheitskosten gesenkt werden können. «Es ist wichtig, dass wir einen Schritt vorwärts machen.» Aufwendig sei es, die Daten ins neue System zu überführen. «Auch in Uri müssen Hausärzte und Spitex unterstützt werden, damit das System möglichst breit eingeführt werden kann.»

Die Kosten tief zu halten, ist auch ihm wichtig. «National muss etwas unternommen werden, um eine patientenfreundliche Lösung zu finden.» Oftmals werde der Datenschutz als Problem betrachtet. «Bei den Ärzten müssen Verunsicherungen ausgeräumt werden, damit sie den Patienten ein elektronisches Dossier empfehlen.»

Der Landrat berät die Interpellation am 10. April.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.