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Tag des Denkmals in Uri: Fachleute begeben sich auf Farbensuche

An den Tagen des Denkmals bietet die Fassade des Tellspielhauses ein gutes Beispiel.
Markus Zwyssig
Die Fassade des Theaters Uri ist ein Blickfang. (Archiv UZ)

Die Fassade des Theaters Uri ist ein Blickfang. (Archiv UZ)

Bei den diesjährigen Tagen des Denkmals geht es um alte und neue Bemalungen von Gebäuden und Kulturdenkmälern. «Es ist die äusserste Schicht, die bei einem Gebäude zuletzt dazukommt, gleichzeitig ist es die erste, die man wahrnimmt», sagt Denkmalpfleger Thomas Brunner. Die Tage des Denkmals seien eine gute Gelegenheit, die Bevölkerung zu animieren, genau hinzuschauen. «Wer die Augen öffnet, der gewinnt vielleicht eine neue Sichtweise.»

Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an den Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der Schweiz sind am zweiten Wochenende im September Interessierte zu Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen oder Exkursionen eingeladen. Dabei können Gebäude besichtigt werden, die sonst nicht ohne weiteres zugänglich sind. «Die Tage des Denkmals sind eine gute Möglichkeit, für unsere Anliegen Werbung zu machen», sagt Brunner. «Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, was es in ihrer Nähe alles gibt.» Durchgeführt und koordiniert werden die Anlässe durch die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe (NIKE).

«Bei den Veranstaltungen im Kanton Uri beziehen wir das Thema auf das Ortsbild», sagt Brunner. «Mit der eben restaurierten Fassade des Tellspielhauses haben wir ein gutes Anschauungsbeispiel.» Die Veranstaltungen beginnen am Donnerstag, 12. September, um 18 Uhr im Parterre des Zeughauses am Lehnplatz. Dort wird über die Farben als Thema für Ortsbild und Architektur gesprochen. «Mit dem verdichteten Bauen kommt der Dorfkern stärker unter Druck», gibt sich Brunner überzeugt. «Bei einer einheitlicher werdenden Architektur wird immer stärker über die Farbe differenziert.»

«Alpentöne»-Chef leitet die Diskussion

Moderiert wird der Stammtisch im Zeughaus von Pius Knüsel, der Publizist und Kulturvermittler ist Gesamtleiter des Musikfestivals Alpentöne. An der offenen Diskussion beteiligen sich Architektin Margrit Baumann, Denkmalpfleger Thomas Brunner, Restaurator Wendel Odermatt sowie die Illustratoren und Künstler Lina Müller und Luca Schenardi. Anschliessend gibt es einen vom Kanton Uri offerierten Apéro. Die Veranstaltung organisiert die Fachstelle für Ortsbildschutz und Denkmalpflege des Kantons Uri zusammen mit dem Architekturforum Uri.

Am Samstag, 14. September, um 10 Uhr referiert Restaurator Claudio Fontana beim Tellspielhaus in einem bunten Bildreferat über ausgewählte vielfältige Aspekte rund um die Farbe. Farbe gehört zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen der Menschheit. Über lange Zeit war die Farbigkeit aber eingeschränkt. Farbe war damals ein rares und wertvolles Gut. Anschliessend an den Vortrag gibt es um 11 Uhr eine Führung. Dabei erläutert Fontana die Restaurierung und Farbigkeit des Tellspielhauses.

Am Nachmittag können sich Interessierte um 14.15 Uhr mit Thomas Brunner auf einen Rundgang im Dorfkern von Altdorf begeben. Dabei werden überraschende und wenig bekannte oder verborgene Aspekte der Farbgebung aufgezeigt.

Am Sonntag, 15. September, um 10.30 Uhr wird im ehemaligen Kapuzinerkloster in Altdorf das Färben von Textilien mit Naturfarbstoffen vorgestellt. Im Garten beschäftigt sich eine kleine Gruppe um Eduard Indermaur mit mehr als 200 Färberpflanzen. Er betreibt ein altes Handwerk, das man sonst nur noch wenig antrifft. Zudem bildet das Kloster als historisches Gebäude für den Besuch eine besondere Kulisse.

Von der Kraft der Farbe an Orten der Kraft

Eine weitere Veranstaltung sprengt den in Uri gesetzten Rahmen. Es geht dabei um die Kraft der Farbe an Orten der Kraft. Der Anlass findet am Samstag, 14. September, um 13 Uhr in Seedorf statt. Geleitet wird die Führung durch Religionswissenschaftlerin und Kraftorteforscherin Andrea Fischbacher. Von der Ruine Turmmatt spazieren Interessierte durchs Riet und gelangen via See und Schloss A Pro zum Benediktinerinnenkloster St. Lazarus, in dessen Barockkirche Besucher das reine Weiss empfängt. Zum Abschluss laden die Schwestern zur gemütlichen Teerunde.

Unter nike-kulturerbe.ch gibt es Informationen über die Europäischen Tage des Denkmals.

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