Biel-Kinzig AG steht vor einer 2,5 Millionen Franken teuren Sanierung

Die Biel-Kinzig AG durfte an der GV auf ein erfreuliches Geschäftsjahr zurückblicken. Nun stehen aber umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten an.  

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Die Biel Kinzig AG muss für rund 2,5 Millionen Franken ihre Seilbahn sanieren. (Bild: PD)

Die Biel Kinzig AG muss für rund 2,5 Millionen Franken ihre Seilbahn sanieren. (Bild: PD)

(jb) Die Biel-Kinzig AG hat im Geschäftsjahr 2018/19 einen Gewinn von rund 96000 Franken erzielt. Hauptgrund war der um 26 Prozent höhere Betriebsertrag. Die Zahl der transportierten Personen stieg von 63580 Auf 69007. Im Winterbetrieb konnten an 78 Betriebstagen rund 5000 Tageskarten und über 300 Saisonkarten verkauft werden.

Der Verwaltungsrat mit Präsident Bernhard Riedi, Wendelin Arnold (Finanzen), Markus Arnold (Anlagen), Cordula Schuler (Personal) und Nadia Gisler (Administration) wurde an der von 46 Personen besuchten GV bestätigt.

Sanierung der Luftseilbahnsteuerung und des -antriebs

«Kleine Seilbahnen haben es heute nicht einfach. Die Vorschriften werden immer schärfer und die Unterhaltskosten immer höher», heisst es in einer Medienmitteilung des Verwaltungsrats. Auch bei der Biel-Kinzig AG stehen umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten an. Die Investitionen dürften sich auf rund 2,5 Millionen Franken belaufen. Die effektiven Investitionen belaufen sich auf 2,2 Millionen Franken, die restlichen 300000 Franken werden in den kommenden sieben Jahren für den Unterhalt und die Erneuerung der übrigen Anlagen und Infrastrukturen benötigt.

Bei der Sanierung müssen abgenützte mechanische Teile wie Seilscheiben, Umlenkräder, Lagerungen und Bremsen müssen ersetzt oder neu aufbereitet werden, Elektromotoren und Getriebe durch neue leistungsoptimierte Komponenten ersetzt sowie Zug- und Lastseile auf Verschleiss und Abnützung geprüft werden. Zudem muss die komplette elektrische Steuerung und Überwachung erneuert werden. Die Lastmessung in der Kabine sowie die Kabinentürverriegelung während der Fahrt sind weitere Massnahmen zur Anpassung an die gesetzlichen Vorschriften. Die Kabinen müssen revidiert und mit dem vorgeschriebenen Überwachungssystem ausgestattet werden. Zudem müssen die Laufwerke und die Kabinengehänge demontiert, revidiert und auf Risse geprüft werden. Die Umsetzung dieses Massnahmenkatalogs ist notwendig, um die Bahn auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und die Erschliessungsfunktion weiterhin gewährleisten zu können.

Bereits rund 89 Prozent sind zugesichert

Seit Februar 2018 setzen sich der Verwaltungsrat der Biel-Kinzig AG und der eigens dafür gebildete Ausschuss mit Alt-Nationalrat Franz Steinegger, Walter Gisler und Erich Arnold intensiv mit der Sanierung der technischen Bahninfrastruktur auseinander. Bereits wurden die Grundlagen für die Finanzierung gelegt und die wichtigsten Partner bestimmt.

Für die rund 2,5 Millionen Franken teure Sanierung der Seilbahnanlagen sind von der öffentlichen Hand bisher Beiträge von insgesamt 2,22 Mio. Franken in Aussicht gestellt worden. Das entspricht knapp 89 Prozent der gesamten Kosten.

In mehreren Gesprächen konnte Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind von der Relevanz der Erhaltung der Luftseilbahn Biel-Kinzig überzeugt werden. Im Rahmen der Seilbahnförderstrategie Uri und der Neuen Regionalpolitik (NRP) wurde daraufhin die notwendige finanzielle Unterstützung in Form eines zinslosen Darlehens und eines A-fonds-perdu-Beitrags in Aussicht gestellt. «Ohne Luftseilbahnen wären attraktive touristische Angebote in den Urner Bergregionen nicht möglich», befürwortet Urban Camenzind das Sanierungsprojekt.

Gemeinde stimmt über 750000 Franken ab

Auch die Bürgler Gemeindepräsidentin Luzia Gisler stimmt zu: «Die Biel-Kinzig AG nimmt bei der Erschliessung der Naherholungs- und Bergregion Biel-Kinzig eine entscheidende Rolle wahr.» An der Dorfgemeinde vom 21. November 2019 in Bürglen wurde über einen geplanten Finanzierungsbeitrag von 750000 Franken. Die Biel-Kinzig AG bittet die Bürgler, dem Antrag an der Urnenabstimmung im Frühling 2020 zuzustimmen. Die Korporation Uri wird an einer ihrer nächsten Sitzungen über einen namhaften Beitrag entscheiden. Die Biel-Kinzig AG wird sich mit 150000 Franken an der Finanzierung beteiligen. Sofern die Finanzierung bis im Frühjahr 2020 gesichert ist, kann die Sanierung im Frühjahr 2021 durchgeführt werden.