Mitsprache von Kindern wurde in Altdorf rege diskutiert

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UNO-Kinderrechtskonvention fand in Altdorf eine Fachtagung statt.

Leza Aschwanden
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Mona Meienberg von Unicef Schweiz und Liechtenstein zeigt im Einstiegsreferat verschiedene Aspekte der UNO-Kinderrechtskonvention auf. (Bild: Leza Aschwanden (Altdorf, 6. September 2019)

Mona Meienberg von Unicef Schweiz und Liechtenstein zeigt im Einstiegsreferat verschiedene Aspekte der UNO-Kinderrechtskonvention auf. (Bild: Leza Aschwanden (Altdorf, 6. September 2019)

Vor 30 Jahren wurde die UNO-Kinderrechtskonvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Darin werden weltweit gültige Grundwerte festgehalten, die den Umgang mit Kindern betreffen. Erstmals wurden in diesem Papier die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen anerkannt. Alle Staaten mit Ausnahme der USA haben die Konvention unterzeichnet.

Ein wichtiger Aspekt der Kinderrechtskonvention ist auch die Partizipation. Kinder sollen mitbestimmen können. Diesem Thema widmete denn auch der Kanton Uri gemeinsam mit der Stiftung Papilio, Fachstelle für Familienfragen und Frühe Kindheit, eine Fachtagung.

Partizipation der Kinder in Gemeinden ist gering

Nach einem einführenden Referat von Mona Meienberg von Unicef Schweiz und Liechtenstein konnten die zahlreichen Teilnehmer in vier verschiedenen Workshops ihr Wissen erweitern. Mona Meienberg zeigte in ihrem Referat unter anderem auf, wie sich die Möglichkeiten der Partizipation zwischen 2003 und 2013 verändert haben. Anhand einer Studie mit über 5000 befragten Kindern und Jugendlichen konnte festgestellt werden, dass in den Bereichen Familie, Schule und Gemeinde eine Verbesserung stattgefunden hat, was die Möglichkeiten zur Partizipation betrifft, wobei die Partizipation in den Gemeinden nach wie vor als sehr gering wahrgenommen wird.

Das Label «kinderfreundliche Gemeinde» der Unicef wurde bis jetzt noch keiner Urner Gemeinde vergeben. Hierbei wird vor allem auch Schutz, Förderung, Gleichbehandlung und Anhörung von Kindern und Jugendlichen beurteilt. «Ein wichtiger Beitrag von Erwachsenen für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist die Übersetzungsleistung. Entscheidungen müssen nachvollziehbar und verständlich sein», so Meienberg. «Die Information, was mit Anliegen von Kindern und Jugendlichen passiert, ist zentral, um auch die Wirkung des Engagements aufzuzeigen. Wenn nicht ersichtlich ist, was der eigene Einsatz für ein Anliegen bringt, schwindet die Motivation», erklärt Meienberg.

60 Teilnehmer tauschen sich rege aus

Die Workshops thematisierten verschiedene Herausforderungen, welche in unterschiedlichen Altersgruppen auftreten. So war zum Beispiel die Partizipation in der frühesten Kindheit Thema eines Workshops. In einem anderen konnte die Rolle der Gemeinden bei der Einbindung von Kindern und Jugendlichen diskutiert werden. Anhand von praxisnahen Beispielen wurden Erfahrungen diskutiert und neue Ideen ausgetauscht. Die rund 60 Teilnehmer, bestehend aus Fachpersonen und Behördenmitgliedern, beteiligten sich angeregt an den Workshops.

Da die Teilnehmer aus verschiedensten Tätigkeitsfeldern stammten, kam auch eine breite Palette an Erfahrungen zusammen. Ein Austausch über bereits existierende oder geplante Angebote im Bereich der Partizipation und anderer Bereiche der Kinder- und Jugendförderung wurden anhand aktueller Beispiele aus der Praxis aufgezeigt. «Man muss bei Projektideen auch nicht immer die Probleme in den Vordergrund stellen, sondern auch mal etwas wagen und sich die Frage stellen: Was wäre, wenn wir diese Idee umsetzen würden?», meinte ein Teilnehmer des Workshops zum Thema «Partizipation als handlungsleitendes Prinzip». Kinder und Jugendliche hätten teilweise zwar Projektideen, die so nicht leicht umsetzbar seien, aber eine Prüfung der Anliegen würde auch Wertschätzung vermitteln.