Mobiles Kino zieht Schüler in Erstfeld in den Bann

Dank Roadmovie kamen 135 Primarschüler in den Genuss eines spannenden Kurzfilmnachmittags. Darüber hinaus erhielten sie interessante Einblicke hinter die Kulissen des Kinogenres.

Urs Hanhart
Merken
Drucken
Teilen
Das Kasino in Erstfeld wurde kurzerhand in einen Kinosaal verwandelt. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 23. September 2019)

Das Kasino in Erstfeld wurde kurzerhand in einen Kinosaal verwandelt. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 23. September 2019)

Hinten steht ein knatternder 35-Millimeter-Filmprojektor sowie unmittelbar daneben ein moderner Beamer und vorne eine grosse, weisse Leinwand. Das dreiköpfige Team des von Bund, Kantonen und privaten Stiftungen unterstützten Vereins Roadmovie mit zwei Operatoren und Moderatorin Andrea Kuratli verwandelte das Kasino in Erstfeld am Montag innert knapp zwei Stunden in einen veritablen Kinosaal.

Das Eisenbahnerdorf war eine von drei Dutzend Gemeinden in allen Sprachregionen, die in diesem Jahr vom mobilen Kino besucht wurden oder noch werden. «Roadmovie ist ein Verein, der sich für eine lebendige Kinokultur und die Filmvermittlung in den Schulen einsetzt», erklärte Kuratli. «Jeden Herbst laden wir unseren Kinobus und bringen Schweizer Filme in Gemeinden, die kein Kino mehr haben.» In Erstfeld gab es am vergangenen Montag gleich zwei Roadmovie-Veranstaltungen. Am Nachmittag wurde der Reigen mit einem von Kuratli moderierten Kurzfilmprogramm eröffnet. Abends folgte für ein mehrheitlich erwachsenes Publikum eine Aufführung des Dokumentarstreifens «Gateways to New York» von Martin Witz. Zugegen war nebst der Roadmovie-Crew auch der Filmkomponist Marcel Vaid.

Moderatorin Andrea Kuratli zeigt den Primarschülern eine alte Filmrolle. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 23. September 2019)

Moderatorin Andrea Kuratli zeigt den Primarschülern eine alte Filmrolle. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 23. September 2019)

135 Dritt- bis Sechstklässler kamen in den Genuss des Schulprogramms, das aus sechs Kurzfilmen mit einer Länge von drei bis maximal neun Minuten bestand, darunter mehrere Trickfilme. Das war aber längst noch nicht alles. Zwischen den Filmen gab es spannende Informationsblöcke und die Schüler wurden von der Moderatorin eifrig zum Mitmachen animiert.

Grimassenschneiden für Ultrakurzfilm

So erfuhren die Kinder beispielsweise, mit welchen Tricks und Kniffs bei Trickfilmen gearbeitet wird. Zudem erhielten sie einen Einblick, wie der 35-Millimeter-Streifen via Projektor auf die Leinwand gebannt wird. Besonders grossen Spass hatten die Schüler augenscheinlich, als es darum ging, auf die Schnelle einen nur wenige Sekunden langen Trickfilm zu produzieren. Sie agierten dabei als Hauptprotagonisten und mussten für die einzelnen Teilbilder verschiedene Stellungen einnehmen und zum Schluss sogar noch in Globo Grimassen schneiden.

Für einen auf die Schnelle produzierten Ultrakurzfilm durften die Primarschüler für einmal nach Lust und Laune Grimassen schneiden. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 23. September 2019)

Für einen auf die Schnelle produzierten Ultrakurzfilm durften die Primarschüler für einmal nach Lust und Laune Grimassen schneiden. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 23. September 2019)

«Roadmovie arbeitet eng mit den Primarschulen vor Ort zusammen. Bereits in den Wochen vor dem grossen Kinotag nahmen die Lehrpersonen in ihren Klassen das Thema auf und bereiteten die Kinder entsprechend vor», so Kuratli. Zum Konzept sagte sie: «Vor jedem Kurzfilm machen wir eine Einführung und danach diskutieren wir über den Inhalt und beleuchten verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Filmerei. Die Kinder sollen verstehen, wie ein Film entsteht und dass nebst den Bildern auch der Ton eine wichtige Rolle spielt.» Eine lustvolle und kompetente praktische Auseinandersetzung mit Film und Video sei heutzutage wichtiger denn je.