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MOBILITÄT: Experte will Autofahrer zum Umdenken bringen

Thomas Sauter, Experte für Verkehrssysteme, ist überzeugt: Würden Menschen ihre Autos untereinander teilen, bräuchte es nur noch 10 Prozent von ihnen.
Paul Gwerder
Thomas Sauter: «Der heutige Verkehr ist ineffizient, und wir haben es nicht geschafft, diesen zu reduzieren.» (Bild: Paul Gwerder)

Thomas Sauter: «Der heutige Verkehr ist ineffizient, und wir haben es nicht geschafft, diesen zu reduzieren.» (Bild: Paul Gwerder)

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Der VCS Uri organisierte am vergangenen Donnerstag ein Referat unter dem Titel «Von Segen und Fluch des autonomen Fahrens». Als Referent wurde Dr. Ing. Thomas Sauter eingeladen. Der Dozent und Leiter Studiengang «Verkehrssysteme» an der School of Engineering der Zürcher Hochschule sei «definitiv jemand, der sich nicht von funkelnden Fahrzeugen blenden lässt und die Mobilität kritisch betrachtet», sagte Alf Arnold. Leider war das Datum nicht ideal, oder das Thema interessierte das Volk nicht, denn es kamen nur gerade zehn Personen an diesen spannenden Vortrag.

«Der heutige Verkehr ist ineffizient, und wir haben es nicht geschafft, diesen zu reduzieren, im Gegenteil, er steigt weiter an», kritisierte Thomas Sauter einleitend. Weil heute schon die Hälfte der Menschen in Städten lebt, werde es dort folglich immer enger, und deshalb müsse die Menschheit ihre Einstellung zum Auto ändern, und die Fahrzeuge müssten wieder kleiner werden.

«Der Automobilist benutzt heute sein Fahrzeug im Durchschnitt eine Stunde pro Tag, die übrigen 23 Stunden steht es still und besetzt eine kostbare Fläche, die besser genutzt werden könnte», so der Referent.

Mit Autos ist es wie mit Bohrmaschinen

Thomas Sauter verglich das Auto mit einer Bohrmaschine: «In praktisch jedem Haushalt liegt ein solches Gerät, wird aber in der ganzen Lebensdauer nur durchschnittlich 13 Minuten benutzt. Mit dem Auto ist es ähnlich.» Man müsse die Fahrzeuge reduzieren und dafür als Alternative eine Mitfahrbörse auf die Beine stellen oder zu erreichen versuchen, dass jedes Auto von mehreren Menschen benutzt werden kann. «Also mit anderen Worten: Wenn ich mein Auto nicht brauche, soll es eine andere Person nutzen können», erklärte Sauter. Der Vorteil dabei sei, dass der Autobesitzer die Fixkosten nicht mehr allein tragen müsse.

Der Experte kommt zum Schluss, dass rund 10 Prozent der heutigen Autoflotte ausreichen würden, wenn die Menschen untereinander ihre Autos teilen würden. Und damit könnte ein anderes Problem gelöst werden, denn ein Auto, das ständig herumfährt, benötigt keinen Parkplatz. Durch die Reduzierung des Autoverkehrs und der Parkplätze würden wiederum viele Flächen frei für den Langsamverkehr.

Selbstfahrende Autos sind nicht die Lösung

Zu den selbstfahrenden elektrischen Autos sagte der Fachmann: «Natürlich werden diese kommen, aber sie stellen nicht die Lösung des Verkehrsproblems dar, denn das Kapazitätsproblem bleibt weiterhin unverändert.»

In dem Moment, wo man das Auto via Smartphone steuern kann, werde es spannend, so Thomas Sauter. «Denn im Gegensatz zur Entwicklung in der Computerbranche ist diese beim Auto praktisch stillgestanden.» In Zukunft werde es aber Apps geben, die Mobility Services anbieten und dem Nutzer mitteilen, mit welchem Verkehrsmittel er am einfachsten und schnellsten von A nach B kommt.

Die Vision von Thomas Sauter ist, dass aus dem heutigen Flickwerk von einzelnen Verkehrslösungen ein Gesamtnetzwerk aufgebaut wird. «Es muss das Ziel sein, dass die Reisenden mit dem Handy vernetzt sind und sie so beliebig kombinieren können, wie und mit welchem Verkehrsträger sie am schnellsten ans Ziel kommen.»

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