Monopoly Uri wird zum Verkaufsschlager

Die Weihnachtsgeschenke werden immer kurzfristiger gekauft. Zu den Trends zählen unter anderem Plüsch-Pyjamas für Erwachsene.

Markus Zwyssig und Lucien Rahm
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Maria Marty verkauft das Urner Monopoly im «Türmli» fleissig.

Maria Marty verkauft das Urner Monopoly im «Türmli» fleissig.

Bild: Florian Arnold (Altdorf, 19.12.19)

Die Urner mögen es offenbar stressig. Zumindest, wenn es um das Besorgen von Weihnachtsgeschenken geht. «Früher kamen die Kunden schon Mitte November, um ihre Geschenke zu kaufen. Heute passiert vor dem 1. Dezember nicht mehr viel», sagt Uschi Sigrist, Store-Managerin der Manor-Filiale in Schattdorf. Zwar ist in ihrem Warenhaus schon Mitte Oktober Weihnachtsschmuck zu sehen. «Die Leute haben dann aber noch keine Lust, daran zu denken, was in zwei, drei Monaten ist», vermutet Sigrist.

Seit dieser Woche habe sie aber definitiv das Gefühl, dass die Kunden wegen Weihnachtspräsenten vorbeikommen. Was sie dabei vor allem kaufen, seien beispielsweise Produkte von Lego Technic. Auch die Urner Variante des Brettspiels Monopoly gehe gut weg. «Plüscheinhörner sind ebenfalls sehr beliebt.» Ein weiterer Verkaufsschlager seien die verzierten Metalltrinkflaschen des Herstellers «Chilly’s». Und ebenfalls nach wie vor beliebt: Pyjamas. Hier seien es beispielsweise plüschige Overalls, die sich gut verkaufen würden – nicht nur solche für Kinder. «Die sind auch bei Erwachsenen sehr beliebt.»

Für Last-Minute-Geschenke greifen die Kunden häufig zu Parfümerie-Artikeln. «Die sind selbst am 24. Dezember noch sehr gefragt.» Und auch Geschenkkarten seien beliebt. Alle Waren seien zudem noch reichlich vorhanden: Lieferengpässe seien derzeit keine absehbar.

In Andermatt geht’s erst noch los

In Andermatt geht es dagegen momentan noch ruhig zu und her. «Langsam merkt man, dass sich Gäste im Dorf befinden. Doch richtig los geht es bei uns am 24. Dezember», sagt Astrid Nager, Geschäftsführerin von «La Boutique». Was derzeit bereits gut weggehe, seien Schals. Nager bietet unter anderem englische Designerexemplare aus Lammwolle an, die gefragt seien. Aber auch Schals aus Kaschmirwolle sind bei ihr zu finden, welche eine Schweizer Designerin zusammen mit den Herstellerfamilien vor Ort in Nepal und Indien kreiert. Ausserdem seien Duftseifen beliebt. Auch bei der Körperpflege setzt Nager auf «saubere Ware» aus umweltverträglicher Herstellung. Darin sei kein Palmfett zu finden. Ihre Kunden würden fast ausschliesslich aus Touristen bestehen, sagt Nager. «Darunter sind einige Ferienwohnungsbesitzer.» Vor allem Engländer und Amerikaner kauften bei ihr oft ein. Diese begeben sich erst auf Weihnachten hin nach Andermatt. Daher wird ihre Boutique auch über die Festtage geöffnet sein.

Interaktiver Plüschbär ist ausverkauft

Im Warenhaus Türmli in Altdorf sind Hygieneartikel ebenfalls gefragt. Insbesondere als Last-Minute-Präsent seien beispielsweise Sets mit diversen Duschartikeln geeignet, sagt Geschäftsführer Peter Stadler. «Das muss dann auch nicht mehr gross eingepackt werden.» Auch Stadler beobachte seit einigen Jahren, dass sie die Kunden zunehmend später zum Geschenkekauf aufsuchen würden. «Sie kommen jeweils in den letzten fünf bis sechs Tagen vor Weihnachten vorbei.» Früher habe man jeweils schon im November nach Geschenken gesucht.

Nebst einem interaktiven Plüschbären, der mittlerweile ausverkauft ist, seien auch Lego oder das Brettspiel Brändi Dog sehr gefragt. Und auch im «Türmli» würden viele Urner Monopoly-Spiele über den Ladentisch gehen. «Das läuft im Moment am besten.»

Monopoly: Vorrat geht vielleicht bald zur Neige

Bei der Urner Variante des bekannten Brettspiels erwarten die Spieler statt der üblichen Strassennamen Orte im Kanton Uri. So ist auf dem Rütli der Platz am teuersten, gefolgt von Andermatt und Altdorf. Wie bei der klassischen Ausgabe können Felder gekauft und darauf Häuser und Hotels gebaut werden.

Der Altdorfer Rathausplatz mit dem Telldenkmal kommt in der Urner Ausgabe ebenso vor wie das Suworow-Denkmal, die Teufelsbrücke, die historische Gotthardpostkutsche, der Schillerstein oder die Tellskapelle. Insgesamt gibt es 22 spezifische und bebilderte Urner Felder.

Das Lokalradio spielt im Spiel auch eine Rolle. So beeinflussen Meldungen von Radio Central den Spielverlauf. Da heisst es etwa: «Sie haben das grosse Verkehrsproblem gelöst. Ziehen Sie 200 Monopoly-Dollar ein.» Aber nicht immer gibt es Geld, manchmal muss man auch bezahlen:

«Sie haben beim Bau des Gotthardbasistunnels auf die falsche Seite gegraben, zahlen Sie 50 Monopoly-Dollar.»

Auch gute Köche werden im Spiel belohnt: «Sie machen die beste ‹Chässuppä›, die es gibt. Sie erhalten 20 Monopoly-Dollar.»

Das Monopoly Uri verkauft sich gut, wie die Beispiele von «Türmli» und Manor zeigen. Da zahlt es sich aus, dass bei der Planung des neuen Monopoly Uri auch die Bevölkerung mit einbezogen wurde. «Im Frühling haben wir insbesondere auf verschiedenen Social-Media-Kanälen gefragt, wie das neue Monopoly Uri aussehen soll und was unbedingt auf das Spiel gehört», sagt Geschäftsführer André Tschumper. Zahlreiche Ideen sind eingegangen und viele davon konnten umgesetzt werden. Auch ein paar Firmen haben sich dafür interessiert, im Spiel genannt zu werden. So sind nun das Kaufhaus Türmli, Ruag Environment und Real Estate, Die Mobiliar, Walker Stahl- und Metallbau sowie das Radisson Blu Hotel präsent.

«Wir sind sehr froh um die Unterstützung, denn solche Spiele zu produzieren ist sehr aufwendig», sagt Tschumper. Seine Firma hat die Lizenzrechte für besondere Monopoly-Spiele erworben. In der Schweiz, in Liechtenstein und Österreich sind schon zahlreiche regionalspezifische Spiele entstanden. Alleine in der Schweiz gibt es über 50 Sondereditionen. Nebst Kantonen sind es Städte oder Regionen. Es gibt auch Monopoly, die sich SAC-Hütten, dem Zoo Zürich oder den Schweizer Bauernhöfen widmen.

Weil sich das neue Urner Monopoly sehr gut verkauft, könnte der Vorrat bald zur Neige gehen. «Zwischen Weihnachten und Neujahr werden wir die Verkaufszahlen anschauen und dann bestimmen, ob und wie viele zusätzliche Spiele wir nachproduzieren werden.»

Hinweis: Das Monopoly Uri ist im Kaufhaus Türmli in Altdorf und im Manor Schattdorf für 69.90 Franken erhältlich.