Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MORDPROZESS: Berufungsverhandlung ist abgeschlossen

Die Berufungsverhandlung um den Mordversuch in Erstfeld ist am Dienstag mit der Duplik des Staatsanwaltes und dem Schlusswort des Beschuldigten Ignaz W. beendet worden. Das Urteil soll am 11. September mündlich verkündet werden.
Der Erstfelder Barbetreiber Ignaz W. auf seinem Weg zur Berufungsverhandlung vor dem Obergericht Uri. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Der Erstfelder Barbetreiber Ignaz W. auf seinem Weg zur Berufungsverhandlung vor dem Obergericht Uri. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Vor Gericht stand Barbetreiber Ignaz W. aus Erstfeld, dem zwei Vorfälle von 2010 zur Last gelegt wurden. Er soll auf einen Barbesucher geschossen habe, der unverletzt blieb, sowie einen Killer auf seine damalige Frau angesetzt haben. Die Frau wurde bei einer Schussabgabe schwer verletzt. Das Landgericht hatte im ersten Prozess den Barbetreiber wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren verurteilt.

Der Verteidiger bezeichnete die vorgebrachten Beweismittel als ungenügend und prangerte eine angebliche medialen Vorverurteilung seines Mandanten an. Er forderte einen Freispruch nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten".

Der Staatsanwalt wies am Dienstag diese Einwände zurück. Es liege im Wesen eines Indizienprozesses, dass Indizien «nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen» seien. Abstrakte und theoretische Zweifel seien immer möglich, so der Staatsanwalt weiter. «Zu berücksichtigen sind nur jene Zweifel, die erheblich sind.»

«Wortverdreher»

Der Staatsanwalt warf dem Verteidiger vor, wild spekuliert und aktenwidrig argumentiert zu haben. Er werde dem Vorurteil, dass Rechtsanwälte Wortverdreher seien, gerecht. Auch von einer medialen Vorverurteilung wollte der Staatsanwalt nichts wissen. Er bestätigte seinen Antrag auf 15 Jahren Gefängnis wegen versuchten Mordes.

Am Schluss der Verhandlung durfte sich der Beschuldigte äussern. «Ja, mein früherer Arbeitsplatz war keine Kirche», sagte der Barbetreiber. Aber es sei keine Berufsgruppe angeklagt, sondern er als Person. «Wenn ich damals der Fabrikarbeiter Müller oder Meier gewesen wäre, wäre nie Anklage erhoben worden.»

Er habe seiner Ehefrau nie etwas Böses gewollt. «1019 Tage und 9 Stunden bin ich jetzt in Haft», sagte er. Vor Landgericht habe er sich noch über die «zahlreichen dirty Tricks der Untersuchungs- und Anklagebehörden» aufgeregt. Heute fehlte ihm dazu die Kraft. «Eigentlich ist mir das alles egal geworden. Ich will nur nach Hause.»

(sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.