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MOTION: Kanton soll Hebammen-Pikett zahlen

Frei praktizierende Hebammen sollen im Kanton Uri bessergestellt werden. Für einige Landräte wäre die Bezahlung aber Aufgabe der Krankenkasse.
Florian Arnold
Eine Hebamme untersucht eine Schwangere. (Bild: Archiv / Keystone)

Eine Hebamme untersucht eine Schwangere. (Bild: Archiv / Keystone)

Urner Hebammen sollen in Zukunft für den Pikettdienst entschädigt werden. Der Landrat hat eine entsprechende Motion von Toni Moser (SP, Bürglen) mit 48 zu 6 Stimmen (3 Enthaltungen) erheblich erklärt. Frei praktizierende Hebammen sollen damit im Kanton Uri finanziell bessergestellt werden. Die Bereitschaftsentschädigung für Hebammen, die 2008 aus dem Gesetz genommen wurde, soll somit wieder eingeführt werden. Moser könnte sich eine Lösung wie im Kanton Nidwalden vorstellen, wo eine Bereitschaftsentschädigung von 420 Franken für die Leitung einer Hausgeburt respektive 230 Franken für die ambulante Wochenbettbetreuung bezahlt werden. «Hebammen sind eine Berufsgruppe, die sich mit viel Engagement für ihre Patientinnen einsetzt», sagte Moser in der Landratsdebatte. «Sie werden für ihre Arbeit aber nicht fürstlich bezahlt.» Eine Entschädigung sei eine Wertschätzung ihrer Arbeit gegenüber. «Diese Anerkennung kostet den Kanton kein Vermögen. Aber er kann damit ein Zeichen setzen.»

Die Leistungen der Hebammen in Uri wurden von keinem Parlamentarier in Abrede gestellt. Dennoch zeigten sich einige kritisch der Forderung von Moser gegenüber. So sagte Kurt Gisler (CVP, Altdorf), die Vergütung der Hebammen sei nicht Aufgabe des Kantons, sondern der Krankenkassen. Gleich sah dies auch Ruedy Zgraggen (CVP, Attinghausen). «Die Leistungen der Hebammen gehören zweifelsohne zur Gesundheitsversorgung», so Zgraggen. Man müsse die Abgeltung deshalb über die Tarifstrukturen mit den Krankenkassen lösen. Mit Entgelt schaffe man in Uri ein Präjudiz. «Welche Berufsgruppe kommt das nächste Mal?», fragte Zgraggen rhetorisch in die Runde. Toni Moser entgegnete, er teile zwar die Ansicht, dass es eine Aufgabe der Krankenkassen sei. Diese hätten aber eine solche Macht, dass sie nicht auf die Forderung eintreten würden. Gegenüber anderen Kantonen seien die Urner Hebammen schlechtergestellt. Moser sprach von einem drohenden Fiasko, wenn man diese Unterschiede nicht korrigiere.

Bär: «Knallhartes Geschäft»

«Verhandlungen mit den Krankenkassen sind ein knallhartes Geschäft», stellte auch Gesundheitsdirektorin Barbara Bär klar. «Wir haben hier wenig Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.» Durch die Motion von Toni Moser werde Müttern und Neugeborenen ermöglicht, nach der Geburt im Spital rasch wieder nach Hause zu gehen, trotzdem aber eine qualitativ hochstehende Betreuung in Anspruch nehmen zu können. Die Vergütung wirke zudem dem drohenden Mangel an Hebammen entgegen, gab sich Bär überzeugt.

Florian Arnold

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