MOTION VERKEHR AM AXEN: Landräte verlangen eine Gesamtschau

Umfahrungstunnel Sisikon Ja: Aber der Verkehr auf der A 4 soll auch auf denjenigen auf der Schiene abgestimmt werden. Das verlangen Alf Arnold und Leo Brücker.

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Für die Motionäre ist klar: Sisikon muss vom Durchgangsverkehr entlastet werden, aber nicht nur mit dem Ausbau des Strassennetzes. (Archivbild Urs Hanhart/Neue UZ)

Für die Motionäre ist klar: Sisikon muss vom Durchgangsverkehr entlastet werden, aber nicht nur mit dem Ausbau des Strassennetzes. (Archivbild Urs Hanhart/Neue UZ)

Der Strassen- und Schienenverkehr am Axen beschäftigt auch den Urner Landrat. «Der seit Jahren geforderte Umfahrungstunnel für Sisikon ist ein berechtigtes Anliegen, das wir voll unterstützen», erklärte der Altdorfer Landrat Alf Arnold (Grüne Uri) gestern im Landrat. «Was aber zurzeit am Axen geplant wird, geht weit darüber hinaus.» Was Arnold damit meinte? Der Bundesrat soll demnächst das generelle Projekt für den Bau einer neuen Axenstrasse mit zwei Tunnels (Brunnen – Ort und Langumfahrung Sisikon von Ort bis Gumpisch) genehmigen. Das Bauvorhaben soll rund 1 Milliarde Franken kosten, davon 5 Millionen zu Lasten des Kantons Uri.

«Zwischen Gumpisch und dem Umfahrungstunnel Flüelen fehlen dann nur noch rund 2 Kilometer zu einer durchgehenden neuen Axenstrasse BrunnenAltdorf.» Anders sei dies bei der Bahn. Eine Verdrängung der Regionalzüge, wie heute schon zwischen Erstfeld und Biasca, könne die Folge sein. Erst im Rahmen der Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB 2) stünden die Zulaufstrecken wieder zur Diskussion.

Gesamtschau schaffen und Auswirkungen berücksichtigen
«Diese Situation widerspricht dem Sachplan Verkehr des Bundes von 2006», betonte Arnold. Dieser verlange, dass bei der Weiterentwicklung des Verkehrsnetzes die Voraussetzungen für die Erhöhung des Anteils des öffentlichen Verkehrs geschaffen werden müssten. «Wir halten es deshalb für nötig, dass für den Korridor Axen eine verkehrsträgerübergreifende Gesamtschau geschaffen wird, die auch die Auswirkungen auf die weitere Umgebung mitberücksichtigt», betonte Arnold bei der Begründung der entsprechenden Motion.

Die in der Motion verlangte Gesamtschau des Verkehrs am Axen soll die Verkehrsträger Strasse und Schiene und den Zeitraum bis 2030 umfassen. Er soll unter anderem aufzeigen:

  • wie die vom Sachplan Verkehr und der Nationalstrassenverordnung verlangte verkehrsträgerübergreifende Abstimmung der Bauvorhaben A 4-Axentunnel und Neat-Zufahrtslinien aussieht;  
  • wie die vom Sachplan Verkehr wie auch von der Alpenkonvention verlangte verstärkte Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und den Langsamverkehr am Axen konkret umgesetzt wird;  
  • warum die neuen Strassentunnels von den Kantonen Schwyz und Uri mitfinanziert werden müssen, obwohl nach NFA nur die Fertigstellung des 1960 beschlossenen Nationalstrassennetzes noch in den Aufgabenbereich der Kantone fällt;  
  • wie das Dorf Sisikon auch langfristig (der Tunnel entlastet gemäss Studien nur kurzfristig) vor der Belastung durch den Durchgangsverkehr geschützt werden kann.

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Urner Zeitung.