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MOUNTAINBIKE: Lokalmatadorin büsst für den Blitzstart

Beim Swiss-Cup-Rennen in Andermatt bestimmt Linda Indergand (24) das Geschehen über weite Strecken. Letztlich muss die Urnerin jedoch Cup-Leaderin Sina Frei und Irina Kalentyeva den Vortritt lassen.

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

«Vielleicht war ich etwas übermotiviert und bin dadurch zu forsch gestartet. Jedenfalls wurde es für mich in der Schlussphase extrem hart, weil ich mich auf diesem Kurs nirgends erholen konnte. Zu schaffen machte auch die Höhenlage», analysierte Linda Indergand nach dem Rennen. Die Silenerin stand bei ihrem Heimrennen in Andermatt aufgrund ihrer vielen Topresultate in dieser Saison als Kronfavoritin an der Startlinie, letztlich fuhr sie als Dritte über die Ziellinie.

Die junge Urnerin, die im Vorjahr auch in der Disziplin Cross-Country in die Weltelite vorgestossen ist, wurde lautstark von zahlreichen mit Urner Fahnen und Kuhglocken ausgerüsteten Fans angefeuert. Deshalb war es für die 23-Jährige nicht einfach, dosiert ins Rennen zu steigen. Die über eine stupende Grund- und Endschnelligkeit verfügende zweifache Weltmeisterin startete wie die Feuerwehr ins Eliminatorrennen. In der ersten von insgesamt sieben Runden vermochte einzig die zweifache Ex-Weltmeisterin Irina Kalentyeva aus Russland bei der horrenden Pace der starken Technikerin mitzugehen. Später erweiterte sich das Duo dann zu einem Trio. Die Gesamtführende im Swiss-Cup, Sina Frei aus Uetikon am See, hatte die Lücke als Einzige noch schliessen können.

In der Folge blieben die drei Spitzencracks lange Zeit zusammen. Indergand bestimmte fast pausenlos das Tempo, versuchte so, ihre beiden Fluchtgefährtinnen zu zermürben. Ohne Erfolg, denn in der vorletzten Runde fing die Animatorin eine kleine Krise ein und musste ihre Rivalinnen, die sich lange im Windschatten geschont hatten, ziehen lassen. «Phasenweise wehte starker Gegenwind. Deshalb war es unmöglich, das Loch nochmals zuzufahren», erklärte Indergand, die sich in der Folge notgedrungen auf die Verteidigung des dritten Platzes konzentrierte.

Im Kampf um den Tagessieg setzte sich überraschend die erst 20-jährige Zürcherin Sina Frei gegen Kalentyeva durch. Der aufstrebende Jungspund knöpfte der routinierten 40-jährigen Russin in der letzten Runde 32 Sekunden ab. Indergand büsste 1:33 Minuten ein. Dennoch zog die Urnerin ein positives Fazit: «Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Es war einfach genial, erstmals vor so viel Heimpublikum ein derart wichtiges Rennen zu fahren.»

Als Nächstes bestreitet die Olympia-Achte von Rio die Weltcuprennen in Andorra und auf der Lenzerheide. Danach folgen die Schweizer Meisterschaften. Ihr Hauptaugenmerk richtet Indergand jedoch auf die WM, die Anfang September in Cairns ausgetragen wird. An das Rennen in Australien hat Indergand gute Erinnerungen, holte sie doch im Vorjahr beim Weltcuprennen den sensationellen zweiten Platz. Zu ihrer WM-Zielsetzung verriet die Kauffrau mit Berufsmatura: «Ich möchte in Cairns unter die besten acht fahren.»

Reto Indergand holt Heimsieg

Männer Die vielen Urner Fans entlang des attraktiv angelegten Rundkurses kamen auch beim Männerrennen über neun Runden voll auf ihre Kosten. Mit dem 25-jährigen Reto Indergand holte sich nämlich ein Einheimischer den Tagessieg. Der ältere Bruder von Linda Indergand distanzierte den Obwaldner Martin Fanger (29) um 16, den Russen Anton Sintsov, der einen Sattelbruch erlitt, um 53 Sekunden. Indergand holte gestern den ersten Saisonsieg, es ist ein ganz besonderes Highlight für den Urner.

An den Swiss-Cup-Rennen in Rivera und Solothurn schrammte Indergand jeweils nur knapp am Podest vorbei. Allerdings profitierte der Urner auch von der Abwesenheit einiger Spitzenfahrer, die sich derzeit in Höhentrainingslagern auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten und deshalb auf einen Start im Urnerland verzichteten. Indergand löste den abwesenden Andri Frischknecht in der fünften von sieben Swiss-Cup-Stationen von der Spitze des Gesamtklassements ab. (urh.)

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