Exploits von Urner Mountainbikern bleiben aus

Die Urner Biker zeigen beim Weltcup in Les Gets durchzogene Leistungen. Vor allem die beiden Silener Aushängeschilder Reto und Linda Indergand kamen nicht wie gewünscht auf Touren.

Roland Jauch
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Bei den Rennen im französischen Les Gets lief es dem Urner Mountainbiker Reto Indergand nicht nach Wunsch. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Bei den Rennen im französischen Les Gets lief es dem Urner Mountainbiker Reto Indergand nicht nach Wunsch. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Nur eine Woche nach den Weltcuprennen in Andorra hat der Mountainbike-Tross seine Zelte in der französischen Skistation Les Gets auf rund 1200 Metern über Meer aufgeschlagen. Im Gepäck hatten die beiden Urner Elitefahrer Linda und Reto Indergand sehr gute Resultate bei den Short-Races. In den Cross-Country-Rennen wollten sie einen Schritt nach vorne machen. Wieder am Start waren auch die beiden Urner U23-Athleten Melanie Tresch und Fabio Püntener.

Linda Indergand durch Sturz gebremst

Linda Indergand auf einer rasanten Abfahrt. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Linda Indergand auf einer rasanten Abfahrt. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Das Short Race der Damen begann verheissungsvoll. Linda Indergand (Superior XC Team) setzte sich früh an die Spitze. In einer abfallenden Kurve kam die Silenerin auf der sehr staubigen und rutschigen Unterlage zu Fall und verlor mehrere Plätze. Rang 11 sicherte ihr aber dennoch einen Platz in der zweiten Startreihe für das Hauptrennen vom Sonntag. Siegerin wurde Weltmeisterin Kate Courtney (USA).

Reto Indergand zollt
 hohem Tempo Tribut

Gar nicht nach Wunsch lief das Short Race für Reto Indergand (BMC Mountainbike Racing Team). Das Tempo des auf 40 Fahrer begrenzten Feldes steigerte sich kontinuierlich. Eine grosse Spitzengruppe fuhr geschlossen auf die letzte Runde. Nicht mehr mit dabei war Reto Indergand, der dem hohen Tempo Tribut zollen musste. Sieger wurde mit Mathieu van der Poel ein absoluter Spezialist für diese Kurzrennen. Reto Indergand wurde 26. Damit verpasste er einen Top-Startplatz in den ersten drei Reihen.

Weltmeister Nino Schurter bewies am Sonntag seine Stärke und gewann das Cross-Country-Rennen der Elite-Herren. Der Bündner sicherte sich damit den 32. Weltcupsieg. Er verwies den führenden in der Weltrangliste, Gerhard Kerschbaumer (ITA), mit einigen Sekunden Vorsprung auf Rang 2. Dritter wurde der Brasilianer Henrique Avancini. Reto Indergand musste aufgrund des missglückten Short-Races aus der fünften Reihe starten. Damit startete er gemäss Startliste auf Platz 39. Der Plan war somit, möglichst viele Plätze aufzuholen. Die schnelle Strecke mit wenigen technischen Stellen und vielen Überholmöglichkeiten kam ihm dabei gelegen. Kontinuierlich verbesserte er sich bis auf Rang 22 in der letzten Runde. Auf den letzten Metern verlor Indergand aber noch zwei Ränge und wurde am Ende 24.

Sicheren Startplatz im Weltcup verloren

Mit diesem Resultat zeigte sich der Silener Mountainbiker angesichts des schlechten Startplatzes zufrieden. Schmerzen wird ihn aber, dass er in der Weltcup-Wertung auf Rang 17 zurückfällt. Damit verliert er einen sicheren Startplatz beim nächsten Weltcuprennen, das Anfang August im italienischen Val di Sole stattfindet. Er muss nun hoffen, dass einige Fahrer, die im UCI-Ranking vor ihm klassiert sind, auf einen Start verzichten werden.

Linda Indergand 
fehlt die Konstanz

Nicht nach Wunsch verlief das Cross-Country-Rennen für Linda Indergand. Bereits zu Beginn kam sie schlecht weg und passierte die Ziellinie ein ersten Mal auf Rang 20. Bis zum Ende des Rennens büsste sie weitere Ränge ein und wurde am Schluss 27. Die Enttäuschung darüber war ihr nach der Zieleinfahrt ins Gesicht geschrieben. Kurz und knapp resümierte sie denn auch:

«Mein Ziel war es eigentlich schon gewesen, schneller zu sein.»

Die Enttäuschung bei ihr ist sicher auch damit zu begründen, dass ihre Form eigentlich stimmt. Dies hat auch Edmund Telser, Nationaltrainer der Damen, bestätigt. «Linda zeigte im Trainingslager vor Andorra eine sehr starke Form. Was bei ihr im Moment fehlt, ist die Konstanz.» Diese Konstanz zu verbessern sei vor allem auch ein mentales Thema.

Melanie Tresch
fährt in die Top 30

Melanie Tresch schaffte den angestrebten Top-30-Platz. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Melanie Tresch schaffte den angestrebten Top-30-Platz. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Nach den erfolgreich abgeschlossenen Lehrabschlussprüfungen griffen auch die beiden U23-Athleten Melanie Tresch (Strübx Bixs Team) und Fabio Püntener (jb Brunex Felt Team) wieder ins Weltcupgeschehen ein. Melanie Tresch hat mit Rang 26 den anvisierten Platz in den Top 30 erreicht und zeigte sich entsprechend zufrieden. Tresch war hinter Nicole Koller (4.) zweitbeste Schweizerin.

Fabio Püntener vom Körper gebremst

Fabio Püntener unterwegs zu Rang 31. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Fabio Püntener unterwegs zu Rang 31. (Bild: Roland Jauch, Les Gets, 14. Juli 2019)

Fabio Püntener stieg mit Startnummer 55 ins Rennen. Die Nummer ergibt sich aus den Resultaten und gesammelten UCI-Punkten früherer Rennen. Püntener konnte sich im Laufe der Saison stetig nach vorne arbeiten. Auch für das Rennen in Les Gets hatte er sich mit einem Rang in den Top 20 einiges vorgenommen. Im Hinterkopf hatte er dabei sicher die Erfüllung der Qualifikationskriterien für die Weltmeisterschaften in Kanada. Püntener legte einen sensationellen Start hin und verbesserte sich in Runde eins bis auf Platz 16. Dann bremste ihn sein Körper. Nach dem Rennen meinte er:

«Ich bekam saure Beine, und auch Probleme an der Leiste und am Rücken machten sich bemerkbar.»

In den letzten Runde sei er deswegen viel im Stehen gefahren. Das hohe Tempo der ersten Runde war so natürlich nicht mehr möglich. Er fiel noch bis auf Rang 31 zurück.

Für die Urner Athleten gibt es jetzt eine Wettkampfpause. Das nächste Rennen für Linda und Reto Indergand sowie Fabio Püntener werden die Europameisterschaften vom 25. bis 28. Juli im tschechischen Brünn.