Mücken sind im Kanton Uri auf dem Vormarsch

Ein Monitoring in den Kantonen Uri, Glarus und Schwyz hat gezeigt, dass die Asiatische Tiger- und Buschmücken im Kanton Uri verbreitet vorkommt. Das kantonale Amt für Umweltschutz gibt Tipps zur Eindämmung der Insekten.

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Eine totes Exemplar einer Asiatischen Tigermücke. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, 23. Juli 2019)

Eine totes Exemplar einer Asiatischen Tigermücke. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, 23. Juli 2019)

(pz) Die Asiatische Buschmücke breitet sich in Europa stark aus. 2007 wurden Larven dieser exotischen Mückenart erstmals in der Schweiz im Kanton Aargau nachgewiesen. Seither hat sie sich über weite Teile der Schweiz ausgebreitet. Sie gehört zusammen mit der Asiatischen Tigermücke zu den 100 invasivsten Arten und könnte in absehbarer Zeit sogar die häufigste Mückenart in der Schweiz werden. Dies geht aus einer Mitteilung des kantonalen Amts für Umweltschutz (AfU) hervor.

Die Buschmücke besiedelt laut Mitteilung vor allem bewaldete Lebensräume und dringt lediglich in Siedlungsräume vor, um dort Brutstätten aufzusuchen. Die Tigermücke würde hingegen vor allem den Siedlungsraum besiedeln, wo sonst Stechmücken kaum erwartet werden. «Diese invasiven Mückenarten sind besonders lästig, weil sie tagsüber stechen und ihre Stiche schmerzhafter sind als die der einheimischen Stechmücken», schreibt das AfU. Zudem würden sie im Gegensatz zu den einheimischen Mückenarten mehrmals stechen, was die Belästigung deutlich erhöhen würde. «Dazu kommt, dass die Asiatische Tigermücke potenzieller Überträger mehrerer tropischen Fieberkrankheiten ist, eine lokale Krankheitsübertragung wurde in der Schweiz aber bisher noch nicht beobachtet», teilt das AfU mit.

Autoreifen dienen als Brutstätte

Die Buschmücke verbreite sich seit ihrem ersten Nachweis rasant aus. Die Tigermücke vermehre sich hingegen passiv durch den Verkehr. Sie sei anfangs der Neunzigerjahre durch den Handel von gebrauchten Autoreifen, welche sie als Brutstätte benutze, nach Europa eingeschleppt worden. Laut Mitteilung wurde sie in die Schweiz durch den Menschen- und Güterverkehr eingeschleppt.

Um festzustellen, wo die Asiatischen Busch- und Tigermücken überall vorkommen, haben die drei Kantone Uri, Schwyz und Glarus im Sommerhalbjahr 2019 ein aufeinander abgestimmtes und die Richtlinien des Schweizerischen Mückennetzwerkes befolgendes Monitoring durchgeführt. Laut AfU werden die Asiatische Busch- und Tigermücke von kleinen mit Wasser gefüllten Gefässen angelockt. Dort kleben sie ihre Eier oberhalb des Wasserspiegels an eine Oberfläche. Die an verschiedenen Orten aufgestellten Mückenfallen simulieren eine ideale Brutstätte. In den drei Kantonen wurden insgesamt 66 Fallen an 26 verschiedenen Standorten aufgestellt.

Gemäss Mitteilung konnte in Uri die Asiatische Buschmücke sowohl an den zwei Standorten im Talboden beim Kreisel Flüelen und im Schwerverkehrszentrum entlang der Autobahn als auch in Richtung Klausenpass nachgewiesen werden. An den zwei über 1200 Meter über Meer liegenden Standorten in Andermatt und auf dem Urnerboden wurden hingegen während des Sommers keine Buschmücken gefunden. Die Tigermücke konnte auch im Sommer 2019 bei zwei Fallenproben auf der Gotthard Raststätte nachgewiesen werden. «Diese Einzelfunde deuten auf durch den Verkehr eingeschleppte Exemplare hin. Anzeichen einer Ansiedlung dieser Art wurden bisher nicht festgestellt», heisst es in der Mitteilung abschliessend.

Wie lässt sich die Ausbreitung verhindern?

(pz) Damit sich die Asiatische Tigermücke nicht weiter ausbreiten kann, sind mit Wasser gefüllte, kleine bis mittelgrosse Gefässe im Freien, welche länger als eine Woche stehen bleiben und nicht abgedeckt werden, zwingend zu vermeiden:

- Keine mit Wasser gefüllten Gefässe draussen stehen lassen (Untersetzer von Blumentöpfen, Eimer, Spritzkannen, Vasen, Kinderspielzeug, alte Autoreifen)

- Untersetzer, Kinderplanschbecken, Vogelbäder et cetera mindestens einmal pro Woche austrocknen lassen, da die Entwicklung vom Ei zur erwachsenen Mücke etwa eine bis drei Wochen dauert

- Regenwassertonnen mit Deckel dicht verschliessen und nur bei Regen öffnen

- Dachrinnen auf Verstopfungen kontrollieren