MUNITIONSABFALL: Heikle Mission in der Tiefe

Rund 3360 Tonnen Munitionsabfälle liegen auf dem Grund des Vierwaldstättersees. Wie gefährlich ist der Armeeabfall?

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Horst Leber ortet für den VBS und das Amt für Umweltschutz im Oktber letzten Jahres im Urnersee die Munition, um eine Seekarte zu erstellen. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Horst Leber ortet für den VBS und das Amt für Umweltschutz im Oktber letzten Jahres im Urnersee die Munition, um eine Seekarte zu erstellen. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Gewehrpatronen, Fliegerbomben und Granaten liegen auf dem Grund des Vierwaldstättersees – entsorgt irgendwann zwischen 1920 und 1965. Neben dem Brienzer- und dem Thunersee gehört der Vierwaldstättersee zu jenen Schweizer Seen, die am stärksten mit Armeeabfall belastet wurden. Da von der Armee, von Munitionsfabriken und auch von Privaten Material im See entsorgt wurde, fehlte eine genaue Übersicht.

«Hot Spots» ermittelt
2006 hat der Bund mit den Anliegerkantonen der drei Seen die Ortungsarbeiten gestartet. «In einer ersten Phase wurden die grossflächigen Ablagerungsgebiete überprüft und vermessen. Seither kennen wir die Gebiete, wo es solche Ablagerungen hat, und auch die so genannten ?Hot Spots?, wo die Konzentration am grössten ist», sagt Benno Bühlmann vom Urner Amt für Umweltschutz.

Vor allem im Urnersee und im Gersauer Becken liegen Munitionsabfälle auf dem Seegrund; in einer Tiefe zwischen 100 und 215 Metern, verteilt auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern. Laut heutigem Wissensstand seien die Abfallgruben im See keine Gefahr für das Öko- und Trinkwassersystem Vierwaldstättersee. Bühlmann: «Die Munition befindet sich an den tiefsten Stellen im Sediment. Darüber hat sich Schlick gebildet. Dieser dicke, sauerstoffarme Schutzmantel zögert die Korrosion hinaus.»

Keine Bergung der Abfälle
Nächste Woche wird die zweite Phase der Ortungsarbeiten gestartet. Das VBS lädt morgen in Beckenried zu einer Medienkonferenz. «Wir werden mit Spezialgeräten Munitionsproben entnehmen und diese wissenschaftlich untersuchen», sagt Benno Bühlmann. Damit wolle man herausfinden, in welchem Zustand die Munition sei. Bühlmann betont jedoch : «Eine Bergung ist nicht geplant.»

Ernst Meier

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.