MUSIK: Statt "Guillaume Tell" soll "Wilhelm Tell" auf dem Rütli singen

Gioachino Rossinis Oper "Wilhelm Tell" wird erst 2017 und nicht schon 2016 auf dem Rütli aufgeführt. Die Organisatoren begründen dies damit, dass die im Original französische Oper in eine neue deutsche Fassung übertragen werden soll.

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2016 soll auf dem Rütli ein Freilichtspiel stattfinden. Auf dem Bild: Jugendliche Fahnenschwinger am diesjährigen 1. August. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

2016 soll auf dem Rütli ein Freilichtspiel stattfinden. Auf dem Bild: Jugendliche Fahnenschwinger am diesjährigen 1. August. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die auf dem Rütli geplanten Opernaufführungen würden nicht im französischen Original, sondern auf Deutsch gespielt, teilten die Organisatoren des Anlasses, der Schauspieler und Autor Urs Althaus und der Tenor und Regisseur Andreas Winkler, am Mittwoch mit. Sie bestätigten damit Meldungen des "Urner Wochenblattes" und der "Neuen Urner Zeitung".

Geplant ist eine neue, deutsche Textversion, die dem Original möglichst nahe kommt, und die internationalen Ansprüchen genügen soll. Wegen der deutschen Sprache müssten auch die Rollen teilweise neu besetzt werden, heisst es in der Mitteilung. Die Aufführungen müssten deswegen vom Sommer 2016 auf den Sommer 2017 verschoben werden.

Rossinis "Guillaume Tell" war 1829 in Paris uraufgeführt worden. Winkler sagte auf Anfrage, es gebe zwar eine deutsche Übersetzung aus dem 19. Jahrhundert, doch sei diese bieder und nicht mehr zeitgemäss. Zudem entspreche die Übersetzung nicht immer dem Original.

Übersetzer gesucht

Zur Zeit wird geprüft, wer den Text übersetzen könnte. Die Übersetzung eines Operntextes sei komplex, denn er müsse auch singbar sein, sagte Winkler. Möglicherweise werde diese Arbeit von einem Team übernommen.

Gut möglich, dass die Rossini-Oper in der neuen deutschen Version auch bekannte Zitate aus Friedrich Schillers Schauspiel "Wilhelm Tell" enthalten wird, etwa Tells berühmte Aussage "Durch diese hohle Gasse muss er kommen", wie Winkler ausführte. Diese fehlen bei Rossini.

Winkler schliesst nicht aus, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Rossini-Oper auch auf Französisch oder Italienisch aufgeführt wird. Die deutsche Sprache sei für eine Produktion in der Innerschweiz nicht unwichtig, weshalb man vom ursprünglichen Plan, das französische Original zu spielen, abgekommen sei.

Neu ins Team geholt haben die Organisatoren den Kulturmanager Peter Marschel, wie sie weiter mitteilten. (sda)