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Musik und Bewegung halten Bewohner im «Spannort» Erstfeld fit

Seit dieser Woche musiziert, singt und tanzt Angela Brücker-Hoorn mit den betagten Menschen wöchentlich einmal im «Spannort». Die Aktivierungstherapie begeistert die Bewohner – und fördert dabei die geistige Fitness.
Paul Gwerder
Die Frauen machen in der Aktivierungsstunde im «Spannort» mit Angela Brücker-Hoorn begeistert mit. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 24. Mai 2018))

Die Frauen machen in der Aktivierungsstunde im «Spannort» mit Angela Brücker-Hoorn begeistert mit. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 24. Mai 2018))

Die Aktivierungsstunde im «Spannort» läutet Musikgeragoin Angela Brücker-Hoorn – sie ist eine ausgebildete Musiklehrkraft für ältere Menschen – mit dem Bimmeln eines Glöckleins ein. Neun Frauen sitzen am vergangenen Mittwochmorgen in einem Halbkreis auf ihren Stühlen im Gemeinschaftsraum.

Jede dieser betagten Frauen, darunter die über hundertjährige Frieda Zurfluh, wird gesanglich mit einem «Hallo» oder «Guetä Morgä» begrüsst. Dazu singen die Teilnehmerinnen den Refrain «Salibonani», das afrikanische «Guetä Morgä». Mit kleinen Bambusstöckchen geben dabei die Frauen gekonnt den Rhythmus an. Mit der wöchentlichen Stunde, in der gemeinsam gesungen und musiziert wird, möchte die Musiklehrerin den Bewohnern eine Stunde ermöglichen, in der die Alltagssorgen in den Hintergrund rücken und das Leben für einen Moment lustvoll genossen werden kann.

Musizieren löst Glücksgefühle aus

Im Mittelpunkt der Aktivierungsstunde steht an diesem Mittwochmorgen der Vogel. «Kennt jemand einen Vogel, der mit dem Buchstaben A beginnt?», fragt die Musiklehrerin in die Runde. Prompt kommt die Antwort einer Teilnehmerin: «Amsel». Und das geht weiter so bis zum Z wie Zaunkönig. Spontan fallen bei zahlreichen Vogelnamen den rüstigen Seniorinnen Lieder aus alten Zeiten ein, wie zum Beispiel: «Amsel, Drossel, Fink und Star» oder «Alle Vögel sind schon da». Die Frauen singen gekonnt die bekannten Lieder. Dazu versuchen einige begeistert mit Flöten und anderen kleinen selbst gebastelten Instrumenten, wie Rasseln und Klangstäben, das Pfeifen und Zwitschern der Vögel nachzumachen.

Es ist auch für die Musikgeragogin erfreulich zu sehen, wie die Teilnehmerinnen sehr motiviert mitmachen und sie vor allem beim Singen sehr glücklich wirken. Besonders erstaunlich ist, dass die meisten von ihnen die Texte der alten Lieder immer noch präsent haben. Weiss eine Frau nicht wie dieser oder jener Vogel aussieht, kann Frau Brücker-Hoorn mit einem Foto aushelfen und dabei sagen einige: «Ja klar, diesen Vogel habe ich auch schon gesehen, jedoch war mir der Name nicht bekannt».

Das Ziel von Angela Brücker-Hoorn ist es, mit Musik und Gesang betagten Leuten Lebensfreude zu schenken. Das gemeinsame Musizieren fördere das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Selbstvertrauen und stärke die geistige Fitness. «Diese Menschen mit Musik zu erreichen, ihnen glückliche Momente zu verschaffen, finde ich wichtig für die Betroffenen und für die Gesellschaft», schreibt Angela Brücker-Hoorn in ihrer Abschlussarbeit «CAS Musik und Bewegung im Alter».

Nach der unterhaltsamen Stunde verabschiedet sich die Musiklehrkraft mit dem «Salibonani-Lied» von allen Frauen persönlich. Ein weiteres Ritual von Angela Brücker-Hoorn ist es, dass alle Teilnehmerinnen nach jeder Stunde etwas mitnehmen dürfen – am Mittwoch ist dies eine Feder.

Abwechslungsreiche Aktivierungsstunden

Bei den künftigen Stunden wird laut Angela Brücker-Hoorn noch mehr Bewegung und Tanz in die Gruppe gebracht, denn Musik und Bewegung gehören für sie beinahe zwangsläufig zusammen. Nach der für viele Beteiligten «viel zu kurzen Stunde» werden die Frauen von Betreuerinnen und der Leiterin der Aktivierungstherapie, Valeria Arnold, wieder abgeholt und zu ihren Zimmern im «Spannort» geführt.

Für Spannort-Geschäftsführer Engelbert Zurfluh ist die Musiktherapie ein spannendes Angebot, an dem er bis auf weiteres festhalten möchte. Neben der abgehaltenen Stunde haben die Bewohner im «Spannort» an Werktagen Gelegenheit, bei vielen weiteren, modernen Aktivierungstherapien teilzunehmen. Dazu zählt etwa das Gedächtnistraining, die Gesprächsgruppen und das Werken – alles Dinge, die dem Wohlergehen der Bewohner dienen sollen.

Der «Spannort» bietet 78 betagten Personen ein Zuhause. Einige leben noch sehr selbstständig, andere sind auf intensive Pflege angewiesen.

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