MUSIKSCHULE: Bläserklassen äussern sich als Konkurrenz

Die Musikschule kämpft mit sinkenden Schülerzahlen. Der demografische Wandel und mehr Sportan­gebote sind wichtige Gründe. Es gibt aber noch mehr.

Florian Arnold
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Schüler im Lager der Musikschule Uri. (Archivbild Florian Arnold)

Schüler im Lager der Musikschule Uri. (Archivbild Florian Arnold)

Die neusten Statistiken bereiten Musikschulleiter Martin Giese Kopfschmerzen. Lagen die Fachbelegungen beziehungsweise die Schülerzahlen pro Instrument 2008 noch bei 1550, so ist die Zahl in diesem Schuljahr auf 1370 gesunken.

Schuld daran ist laut Giese aber nicht nur der demografische Wandel. Allgemein habe das Freizeitangebot für junge Menschen zugenommen. «Viele Schüler gehen dreimal pro Woche ins Sporttraining und haben am Wochenende Matches. Da reicht oft die Zeit nicht, auch noch ein Instrument zu lernen», so der Musikschulleiter.

Modell hat Erfolg und Folgen

Doch Konkurrenz gibt es gerade auch aus den eigenen Reihen der Musik­bildung. Die Bläserklassen, die 2004 zuerst in Luzern lanciert wurden, hatten primär das Ziel, Berührungsängste abzubauen, möglichst viele Kinder zum Musizieren zu bringen und ihnen die Grundkenntnisse auf einem Instrument zu vermitteln. Auch in Uri wird das Modell mittlerweile mit Erfolg praktiziert. Doch vielen Schülern reicht dieser musikalische Unterricht aus, sodass nicht noch zusätzlich Stunden an der Musikschule besucht werden. «Die Bläserklassen haben viele positive ­Seiten, aber eben aus unserer Sicht auch problematische», so Giese.