Musikverein Seedorf zeigt sich in grosser Spiellaune

Nordische Komponisten und ein Soloauftritt prägten die Kirchenkonzerte am vergangenen Wochenende.

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Solistin Yvonne Gisler setzt sich beim Konzert in Szene.

Solistin Yvonne Gisler setzt sich beim Konzert in Szene.

Bild: PD

(pz) Alle zwei Jahre kann der Musikverein Seedorf in der Kirche des Klosters St.Lazarus konzertieren. Und für das Konzert in einer der schönsten Barockkirchen des Kantons Uri wählt das rund 60-köpfige Blasorchester jeweils aussergewöhnliche Werke aus. Eines davon war am vergangenen Wochenende das «Concertino pour Flûte» von Cecile Chaminade. Die französische Komponistin schuf das Solokonzert für Flöte im Jahr 1902. Mit Yvonne Gisler präsentierte der Musikverein eine Solistin aus den eigenen Reihen. Und die junge Musikerin überzeugte dabei auf der ganzen Linie. Sie faszinierte das Publikum mit ihrer wunderbaren Interpretation des «Concertino» und ihrem technischen Können. Zum Lohn gab es lang anhaltenden Applaus.

Mit der «Peer Gynt Suite Nr. 1» von Edvard Grieg war der Musikverein zuvor unter der Leitung von Michel Truniger ins Kirchenkonzert gestartet. Nach dem stimmungsvollen Auftakt mit der weltbekannten «Morgenstimmung» überzeugte das Blasorchester in den weiteren Sätzen durch sein präzises Spiel und seine grosse Spielfreude. Insbesondere im Satz «Aases Tod» faszinierte der Musikverein mit seiner spannungsvollen Interpretation.

Finnlands geheime Nationalhymne gespielt

Mit Gustav Mahlers «Hymnus» aus der 3. Sinfonie des österreichischen Komponisten knüpfte das Blasorchester im Verlauf des Konzerts nahtlos an diese Leistung an. Mit seinem gemächlichen, langsamen Aufbau hin zu einem klangvollen Finale kam «Hymnus» in der Klosterkirche bestens zur Geltung.

Mit «Finlandia» von Jean Sibelius schloss der Musikverein das offizielle Programm seines diesjährigen Kirchenkonzerts. Schon unmittelbar nach seiner Uraufführung 1899 wurde das Werk von der breiten Bevölkerung Finnlands als geheime Nationalhymne verehrt und zählt noch heute zu den beliebtesten Orchesterwerken in hohem Norden. Der Musikverein zeigte sich bei «Finlandia» auf der Höhe seiner Aufgabe und überzeugte die zahlreich erschienen Zuhörer mit stimmungsvollen Fanfarenklängen und einer grossen Intensität.

Das Publikum forderte deshalb gleich zwei Zugaben. Das Blasorchester präsentierte mit «Pomp and Circumstance Nr. 1» von Edvard Elgar eine weitere bekannte Melodie. Mit einem besinnlichen Schlusspunkt, dem traditionellen Weihnachtslied «The First Noel», verabschiedete sich der Musikverein schliesslich vom Publikum. Die nächsten Konzerte des Musikvereins Seedorf finden am 5. und 6. Juni 2020 statt.