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Nach 80 Jahren erhält die Hüfihütte im Maderanertal eine Auffrischung

Die 1937 errichtete Hüfihütte wird in diesem Sommer renoviert. Auf 2337 Metern über Meer gelegen, sind die Arbeiten an der SAC-Hütte aussergewöhnlich.
Matthias Stadler
Die Hüfihütte der SAC-Sektion Pilatus wird momentan für 1,3 Millionen Franken einer Sanierung unterzogen. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018

Die Hüfihütte der SAC-Sektion Pilatus wird momentan für 1,3 Millionen Franken einer Sanierung unterzogen. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018

SAC-Hütte müsste man sein: Aussicht auf Gletscher, Gipfel und Gräser. Zudem schauen engagierte Personen zum Wohlergehen der Gemäuer. So geschieht das dieser Tage auch zuhinterst im Urner Maderanertal, wo die Hüfihütte einer Renovation unterzogen wird. Das Gebäude, das der Sektion Pilatus des Schweizer Alpen-Clubs gehört, wurde 1937 erbaut und hat nun entsprechend ein wenig den Lack ab. 1,3 Millionen Franken investiert die Sektion in die Renovation. Nach jahrelanger Planung haben die Handwerker Anfang Juni mit der Arbeit begonnen. Bis Ende September soll die Hütte von Grund auf saniert sein – es ist also Halbzeit.

Die Hüfihütte ist spektakulär gelegen. Auf 2337 Metern über Meer bietet sie einen Blick über fast das ganze Maderanertal bis hinaus auf die westliche Seite des Urner Reusstals. In ihrem Rücken thront der Gross Düssi, an dessen Schattenhängen noch Schneefelder liegen. Und als ob das noch nicht genügen würde, zeigt sich in östlicher Richtung auch der Hüfigletscher – Namensgeber für die Hütte. Dieser ist zwar mittlerweile stark zurückgegangen, doch ist die Eisdecke nach wie vor imposant.

Auf den Helikopter angewiesen

Glücklich darf sich also schätzen, wer hier arbeitet. Das sagt auch Andreas Müller, Präsident der SAC-Sektion Pilatus. Er ist in der laufenden Woche als Koch vor Ort. Gut 20 Magen hat er mit seiner Partnerin zu füllen. Dachdecker, Maurer, Elektriker und freiwillige Helfer. «Ich bin begeistert», meint der 66-Jährige. Er spricht damit nicht nur die Aussicht an, sondern auch die Arbeitsmoral und das «Lagerleben». Denn die Arbeiter gehen am Abend nicht heim, sondern sie bleiben von Montagmorgen bis Freitagabend vor Ort. Die gut zehn professionellen Handwerker sind mehrere Wochen auf der Baustelle, die freiwilligen Helfer bleiben jeweils eine Woche, danach werden sie von der nächsten Gruppe abgelöst.

Material wird mit dem Helikopter von der Alp Stössi zur Hüfihütte geflogen. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)

Bauleiter Ralph Nötzli (links) und Andreas Müller, Präsident der SAC-Sektion Pilatus, sind Verantwortlich für die Sanierung. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)
Sibylle Reinhard kocht in der Hüfihütte für die Arbeiter. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)
Daniel Arnet bei der Arbeit. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)
Andreas Müller und Sibylle Reinhard kochen für die Arbeiter. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)
Auch die Fenster werden saniert. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)
Arbeiten am Dach, mit Blick auf den Hüfigletscher (links). (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)

Die Handwerker haben an diesem Tag Wetterglück. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)

Spengler Ueli Gisler bei der Arbeit. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)
Ernst Birrer und Helena Gisler trennen Metall von den alten Fenstern. (Bild: Dominik Wunderli, Bristen, 18. Juli 2018)

10 Bilder

So wird die Hüfihütte im Maderanertal saniert

Helena Gisler aus Giswil ist als Freiwillige hier: «Ich möchte dem SAC etwas zurückgeben», erklärt sie ihre Motivation. Sie ist seit Jahren Mitglied des Vereins. Zusammen mit Ernst Birrer aus Buchrain nimmt sie unter anderem alte Fenster auseinander und schaut, dass die verschiedenen Teile richtig gesammelt werden. Sie wird in der letzten Woche der Bauarbeiten nochmals ins Maderanertal kommen, um in der Küche zu helfen.

Bauleiter Ralph Nötzli ist naturgemäss die ganze Zeit in das Projekt involviert. Anders als die Handwerker schläft er aber nicht in der Hütte, sondern besucht die Baustelle zwei bis drei Mal pro Woche. «Dann muss ich wieder runter ins Tal», sagt er lachend. Dabei ist er auf Helikopterflüge angewiesen, wie die restlichen Arbeiter auch. Denn der Zugang zur Hütte würde mit einer dreistündigen Wanderung zu lange dauern, ausserdem kann das Material nur so hinaufgebracht werden. Der in Luzern arbeitende Bauleiter ist zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten, auch wenn das Wetter nicht immer einfach gewesen sei, da es immer wieder mal gewittert hat und gerade der Helikopter gute Sicht brauche. «Die grösste Schwierigkeit ist aber, dass wir einen laufenden Betrieb haben. Die Leute müssen auf der Baustelle verpflegt werden und sie schlafen auch hier. Das macht alles sehr eng.» Eine weitere Knacknuss sei ausserdem die Kommunikation, da der Handyempfang vor Ort schlecht ist. Andreas Müller, Präsident der SAC-Sektion Pilatus, ergänzt, dass auch das Zusammenleben der Helfer auf so engem Raum Herausforderungen mit sich bringe: «Aber der Teamgeist ist sehr gut. Es ist für alle ein besonderes Erlebnis.»

Die dritte Hütte am Hüfigletscher

Die Hüfihütte ist eine von fünf Hütten, die der SAC-Sektion Pilatus gehören. Sie ist nicht die erste, die am Fuss des Hüfigletschers gebaut wurde. 1873 errichtete die Sektion Pilatus gut hundert Meter unterhalb des heutigen Standorts eine kleine Hütte. Sie war eine der ersten Hütten des Schweizer Alpen-Clubs überhaupt. 1899 folgte die Nachfolgerin, die am heutigen Standort errichtet wurde. Doch auch diese musste bald einem neuen Gebäude – dem heutigen – Platz machen.

Die nun gut 80-jährige Hütte wird nach der Renovation über 32 Schlafplätze verfügen, vorher waren es 47. Das Ziel ist, dass der historische Charme der Hütte erhalten bleibt und gleichzeitig der Komfort erhöht wird. Die Sanierung umfasst unter anderem Arbeiten an der Bausubstanz, am Boden sowie an den Wänden und Decken. Die Gebäudehülle wird saniert, der massive Kalkbruchsteinbau bleibt dabei jedoch unverändert. Weiter installieren die Bauarbeiter ein kleines Wasserkraftwerk. Dieses wird gespiesen mit Wasser vom nahegelegenen Hüfigletscher. Damit kann ein Teil des Strombedarfs abgedeckt werden, auch Sonnenkollektoren auf dem Dach sollen Elektrizität generieren. Ausserdem werden die Sanitäranlagen und die Abwasserbehandlung erneuert, die Küche erhält einen neuen Kamin sowie einen neuen Kochherd.

Die Investitionen von 1,3 Millionen Franken werden zu gut einem Drittel vom Hüttenfonds des SAC Schweiz getragen. Einen weiteren Drittel stemmt die Sektion Pilatus selber. Hinzu kommt noch ein Bankdarlehen und zu guter Letzt hofft man auf Spenden. Das Ziel von 130 000 Franken ist dabei noch nicht ganz erreicht. Noch fehlen 50 000 Franken Spendengelder. Doch Sektionspräsident Andreas Müller ist zuversichtlich, dass dies erreicht wird: «Wir sind dankbar für jeden Franken.»

Neuer Hüttenwart gesucht

Wenn die Hüfihütte im Juni des kommenden Jahres ihre renovierten Pforten wieder öffnet, wird sich aber nicht nur das Haus verändert haben, sondern auch der Pachtvertrag. Paul Streiff, genannt «Hüfi»-Paul, wird nach gut 13 Jahren nicht mehr Hüttenwart der Hüfihütte sein. Er gibt die Schlüssel ab. Deswegen werden die Verantwortlichen noch in diesem Herbst einen neuen Pächter suchen – am liebsten ein Hüttenwartepaar, erklärt Andreas Müller. Anforderungsprofil: Gastfreundlich, technisch versiert, jemand, der sich in den Bergen gut auskennt und auch gerne mal selber auf Touren geht.

Hier finden Sie ein Video zur Sanierung

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