Leserbrief
«Nach dem Dornröschenschlaf wird dem ‹Grund› wieder Leben eingehaucht»

Zum Sport- und Ärztezentrum in Silenen: An der Gemeindeversammlung wird über eine Umzonung, an der Urne über ein zinsloses Darlehen abgestimmt.

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Baustellen haben das Gebiet Grund in Amsteg in den vergangenen 25 Jahren geprägt. Bereits von 1994 bis 1998, als das Kraftwerk Amsteg umfassend saniert und ausgebaut wurde, diente der «Grund» als Zwischendeponie für das Ausbruchmaterial. Den meisten Urnerinnen und Urnern dürfte der «Grund» auch als Installationsplatz der Neat-Baustelle bekannt sein. Die Bilder mit meterhohem Ausbruchmaterial, Industriehallen und Förderbändern waren jahrelang unübersehbar und bleiben in Erinnerung. In Spitzenzeiten lebten ausserdem mehr als 300 Tunnelarbeiter in den Baracken rund um die Neat-Kantine. Hier herrschte Tag und Nacht Betrieb. Mittlerweile ist davon nichts mehr zu sehen. Die freien Flächen werden nun grossmehrheitlich wieder landwirtschaftlich genutzt.

Erfreulicherweise wird dem «Grund» nach seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf nun wieder neues Leben eingehaucht. In der dafür vorgesehenen Bauzone wurden bereits mehrere Gewerbe- und Wohngebäude erstellt oder befinden sich aktuell im Bau. Das geplante Sport- und Ärztezentrum rundet das vielfältige Angebot ab.

Die Bereiche Sport, Gesundheit und Gastronomie verschaffen eine positive Wahrnehmung, strahlen Zuversicht aus und steigern ausserdem die Standortqualität. Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden seitens der Gemeindebehörde im August 2020 aus erster Hand über das Gesamtprojekt informiert. Der Abstimmungsbotschaft ist zu entnehmen, dass das Projekt überzeugt und keine Einsprachen gegen die beantragte Nutzungsplanänderung hängig sind. Dies ist umso erfreulicher, da insbesondere das Quartier Grund sowie auch die Dorfschaft Amsteg von der Attraktivitätssteigerung profitieren. Um das bestehende Wohngebiet vom Verkehr zu entlasten, wird beispielsweise das Gewerbegebiet inklusive Sport- und Ärztezentrum über die Reussstrasse erschlossen. Mit der Verlegung des Grünraumkorridors wird zudem ein grosszügiger Abstandsbereich zum bestehenden Wohngebiet geschaffen.

Ich bin im «Grund» aufgewachsen und lebe auch heute noch in diesem Quartier. Die Entwicklung macht Freude. Alles in allem entsteht im «Grund» ein attraktives Gewerbe- und Wohngebiet mit hohem landschaftlichem Wert. Das ist Grund genug, um weitere 35 Jahre hier zu wohnen.

Pascal Indergand, Amsteg