Nach Flüeli-Ranft gepilgert: Urner Landeswallfahrt steht im Zeichen von Corona

Die Landeswallfahrt nach Sachseln findet am 24. Oktober in kleinem Rahmen statt. Landammann Urban Camenzind vergleicht in seiner Rede die heutige Situation mit der herrschenden Seuche von 1593.

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Nur eine kleine Delegation der Urner Landeswallfahrt pilgert nach Flüeli-Ranft.

Nur eine kleine Delegation der Urner Landeswallfahrt pilgert nach Flüeli-Ranft.

Archivbild: Obwaldner Zeitung

(cod) «Ich erachte es nicht als selbstverständlich, dass wir hier sind und damit helfen, den tief verankerten Brauch der Urner Landeswallfahrt auch in schwierigen Zeiten und auf angepasste Art aufrecht zu halten. Wir sind heute für das ganze Urner Volk hier», erklärt Landammann Urban Camenzind. Er hält die Ansprache an der Landeswallfahrt nach Sachseln zur Wirkungsstätte von Bruder Klaus in Flüeli-Ranft. Diese kann dieses Jahr coronabedingt nur in kleinem Rahmen stattfinden.

Stellvertretend für das Urner Volk fahren Dekan Daniel Krieg, Pfarrer von Altdorf, Landammann Urban Camenzind aus Bürglen und vier Mitglieder des Regierungsrats mit Weibel an die Landeswallfahrt. Ebenfalls mit dabei sind die Senneneltern Sepp und Regina Planzer sowie der Kastenvogt Wendelin Bucheli von der Sennenbruderschaft in Bürglen und Vertreter der Geistlichkeit.

Vor 400 Jahren herrschte grosse Not

In seiner Ansprache zieht Landammann Urban Camenzind Parallelen zu längst vergangenen Zeiten, als im Jahr 1593 eine grosse Seuche wütete. Zu dieser Zeit sei die Sennenbruderschaft Bürglen gegründet worden: «Bereits vor mehr als 400 Jahren mussten die Urnerinnen und Urner einen Weg finden, sich in Zeiten grosser Not zu organisieren, Massnahmen zu treffen und mit der Belastung und Unsicherheit umzugehen», erklärt er. Die Gründung der Sennenbruderschaft mit Zweck der Solidarität unter den Älplern und Bauern habe viel geholfen.

Urban Camenzind vergleicht die Gegenwart, geprägt von der Coronapandemie, mit der Situation von damals: «Wir haben den Coronavirus, der grosse gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet. Es stehen Existenzen auf dem Spiel.» In der individualisierten Gesellschaft seien wir uns gewohnt, dass es für die meisten Probleme dieser Welt eine Lösung gebe, jetzt und sofort. Im Fall von Corona werde dies länger dauern und wir müssten zusammenstehen. Als Landammann appelliert er an die Urnerinnen und Urner: «Helfen wir alle solidarisch mit, unsere Gemeinschaft vor diesem Virus zu schützen. Tragen wir die notwendigen Masken, halten wir genügend Abstand und waschen wir die Hände vielleicht noch einmal mehr.»

Der Landammann fordert die Teilnehmer an der Landeswallfahrt abschliessend auf, symbolisch zusammenzustehen, wie die Sennen vor mehr als 400 Jahren: «Dann bin ich zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr die Urner Landeswallfahrt wieder miteinander unternehmen können und gemeinsam danken dürfen.»