Nach über 62 Stunden im Ziel: Jonas Russi siegt an den Swiss Peaks

Jonas Russi zeigte an den Swiss Peaks Alps Races eine hervorragende Leistung und war zusammen mit dem Italiener Franco Colle der schnellste Läufer.

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Jonas Russi (links) und Franco Collé.

Jonas Russi (links) und Franco Collé.

Bild :PD

(stp) Im Rahmen der Swiss Peaks Alps Races vermochte der Andermatter Jonas Russi beim Ultra Trail mit einer hervorragenden Leistung zu brillieren, indem er gemeinsam mit dem Italiener Franco Collé den ersten Rang erzielte. Dies schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung.

Der diesjährige Marathon führte nicht wie im letzten Jahr von Oberwald nach Le Bouveret am Genfersee, sondern es wurde ab der Bettmeralp gestartet – und zwar um Mitternacht vom 1. zum 2. September. Dies will aber nicht heissen, dass den über 300 Läuferinnen und Läufern eine wesentlich leichtere Aufgabe bevorstand. Denn es galt, in einem Rennen die Distanz von 314 km zu bewältigen. Und nicht etwa alles dem Rotten entlang, sondern südlich davon durch die zahlreichen wildromantischen Täler, über viele hohe Pässe, mit dem Col de Prafleure mit fast 3000 Metern über Meer als höchstem Punkt. Insgesamt war eine Höhendifferenz von 22'800 Metern zu überwinden, was gemäss Mitteilung nahezu neunmal dem Besteigen des Bristenstocks ab Amsteg entspricht.

Sofort schnelles Tempo angeschlagen

Nebst der physischen Anstrengung war zusätzlich eine hohe Konzentration erforderlich – insbesondere, weil die oftmals schmalen und exponierten Gebirgswege auch nachts bewältigt wurden. Die Verletzungsgefahr war entsprechend grösser und zum Ausruhen oder längerem Schlafen blieb keine Zeit. So gönnte sich Jonas Russi in den drei Nächten bloss ein Nickerchen von fünf Minuten auf einem Stuhl und von zwanzig Minuten auf einer Matte.

Und nun zum Rennverlauf: Der Ultramarathon wurde von der Bettmeralp nach Brig hinunter sehr schnell angegangen. Russi liess sich dadurch nicht beeindrucken, lief sein vorgesehenes Tempo und machte auch seinerseits allmählich Druck. Und bald einmal bildete er zusammen mit dem Italiener Franco Collé, dem derzeit wohl besten Ultra-Läufer in Europa, an der Spitze ein Duo, das bis ins Ziel nicht mehr eingeholt werden sollte. Je nach Rennverlauf lag einmal der Italiener und dann wieder Russi an der Spitze. Aber im Verlaufe der letzten Nacht kam man überein, einander nicht mehr zu konkurrenzieren sondern gemeinsam das Ziel zu erreichen.

Hand in Hand ins Ziel

Und so überschritten Jonas Russi und Franco Collé am Donnerstag, 3. September, um 14.46.33 Uhr in Le Bouveret Hand in Hand die Ziellinie. Sie absolvierten damit diesen Monsterlauf in bloss 62 Stunden und 46 Minuten, eine unglaubliche Leistung! Der Drittplatzierte Andrea Mattiato, der letztjährige Sieger, benötigte dazu 7 Stunden und 46 Minuten mehr.

Wie hart dieser Wettkampf gewesen sein muss, zeigt die Tatsache, dass am Sonntag gegen Mittag noch die letzten Runner unterwegs waren und 75 Teilnehmende das Rennen aufgeben mussten. Diese erneut ausgezeichnete Leistung von Russi kann gemäss Mitteilung «nicht genug hoch eingeschätzt werden», war er doch in der Lage, mit den beiden hochdotierten, favorisierten Italienern souverän mitzuhalten. Und dies wohl dank einer ausgezeichneten Kondition und seines extremen Ausdauervermögens. Es darf auch noch erwähnt werden, dass Russi noch in Ausbildung als medizinischer Masseur steht und somit als reiner Amateur an den Start dieses aussergewöhnlichen Laufes ging.

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