Unihockey: Internationale Nachwuchs-Elite misst sich in Altdorf

Die U19-Nationalteams der Schweiz, Finnland und Tschechien spielen am ersten Februarwochenende in Altdorf. Mitverantwortlich ist Floorball-Uri-Präsident Joe Stöckli.

Philipp Zurfluh
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Die Schweizer U19-Nati (weisses Dress) gastiert im «Feldli» in Altdorf.

Die Schweizer U19-Nati (weisses Dress) gastiert im «Feldli» in Altdorf.

Bild: Esa Jokinen (9. November 2019)

Vom 31. Januar bis zum 2. Februar kommt die Bevölkerung in den Genuss von Unihockey auf Weltklasseniveau. Im Rahmen dreier Länderspiele der International Floorball Federation (IFF) sind in der Sporthalle Feldli in Altdorf die U 19-Nationalmannschaften aus Tschechien und Finnland zu Gast. Mit den Osteuropäern reist der aktuelle Weltmeister ins Urnerland. Sie gewannen im Mai dieses Jahres die Goldmedaille und verwiesen die Unihockey-Macht Schweden auf Rang 2. Die Finnen komplettierten das Podest. Die Schweiz musste sich den Nordeuropäern im Bronzespiel geschlagen geben. Die Länderspiele gegen die Top-Nationen sollen der Schweiz wichtige Kenntnisse auf dem Weg zur WM-Endrunde 2021 geben.

Floorball-Uri-Präsident Joe Stöckli

Floorball-Uri-Präsident Joe Stöckli

Bild: Philipp Zurfluh

Dass ein solch hochkarätiger sportlicher Anlass überhaupt im Kanton Uri zu Stande kommt, ist unter anderem Joe Stöckli zu verdanken. Der seit zwei Jahren amtierende Floorball-Uri-Präsident nimmt Einsitz im Nationalliga-Komitee und pflegt gute Beziehungen zu Swiss Unihockey. «Wir freuen uns sehr, diese Teams im Kanton Uri begrüssen zu dürfen», sagt Joe Stöckli, OK-Präsident der Länderspiele.

«Wir wollen diese Gelegenheit nutzen, um unsere Begeisterung für die Sportart weiterzugeben und sie in unserer Region noch bekannter zu machen.»

Er macht sich für den schnellen und dynamischen Teamsport stark und ergänzt: «Unihockey hat ein sehr positives Image. Das wollen wir der Bevölkerung vermitteln.»

Frauen-WM in der Schweiz begeistert Zuschauer

Dass Unihockey in der Öffentlichkeit durchaus auf Interesse stösst und eine Begeisterung auslösen kann, hat die vor einer Woche zu Ende gegangene Frauen-Weltmeisterschaft in Neuenburg gezeigt. Mit dem 2. Rang haben die Schweizerinnen über den Erwartungen abgeschnitten und das Publikumsinteresse geweckt. Auch dank der starken Leistung fanden an den neun Tagen knapp 45’000 Fans den Weg ins Stadion – so viele wie noch nie an einer Frauen-WM. Joe Stöckli spürt die Beliebtheit der Sportart auch im Kanton Uri. Die Mitgliederzahl bei Floorball Uri sei konstant. «Gemessen an der Anzahl Lizenzen ist Unihockey der zweitgrösste Teamsportverband in der Schweiz», erklärt der 68-Jährige und verweist auf die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren. Joe Stöckli sieht gar kleine Chancen, dass Unihockey an den Olympischen Spielen 2028 ins Programm aufgenommen wird. «Dies würde der Sportart weiter Schub verleihen.»

Termine Länderspiele

Freitag, 31. Januar, 20 Uhr: Schweiz – Tschechien

Samstag, 1. Februar, 18 Uhr, Tschechien – Finnland

Sonntag, 2. Februar, 12 Uhr, Schweiz – Finnland

Die Vorbereitungen für die Länderspiele in Altdorf laufen derzeit auf Hochtouren. Laut Joe Stöckli bringt die Organisation eines solchen Anlasses diverse Herausforderung mit sich. «Die grösste war die Unterbringung der drei Mannschaften inklusive Staff.» Die Unterkunftsmöglichkeiten im Kanton Uri seien rar. «Heutzutage geben sich die Mannschaften nicht mehr mit einer Übernachtung in einer Zivilschutzanlage zufrieden. Sie haben bestimmte Ansprüche und Kriterien.» Die Schweizer sind nun im Hotel Höfli einquartiert. Die Finnen und Tschechen kommen im Hotel Seerausch in Beckenried unter.

Floorball Uri als Vorbild für andere Vereine

Joe Stöckli hat Erfahrungen mit der Organisation von internationalen Unihockeyturnieren. Er holte als Präsident des UHC Waldkirch-St. Gallen die U19-Frauen-Weltmeisterschaften 2018 nach St. Gallen. «Für mich ist Unihockey eine Herzensangelegenheit. Ich arbeite gerne mit jungen Menschen zusammen und habe immer wieder neue Ideen.» Der in Brüttisellen wohnhafte 68-Jährige übt seit zwei Jahren das Amt des Floorball-Uri-Präsidenten aus – mit Leib und Seele, wie er stolz sagt. «Floorball Uri ist ein gut aufgestellter Verein und gilt als Vorbild für andere», führt Joe Stöckli aus. Den Zusammenhalt innerhalb des Vereins habe er auch nach dem Brand der Baldini-Halle gespürt. «Alle haben am selben Strick gezogen.» Wichtig sei, dass man Ideen und Visionen habe und der Verein sich ständig weiterentwickele.

Laut OK-Präsident geht es in den kommenden Wochen noch um Feinjustierungen, um Ende Januar bereit zu sein. «Ich bin ein Teil eines sehr gut funktionierenden OK-Teams. Jeder packt mit an.» Viele ehrenamtliche Helfer stehen im Einsatz. Zudem unterstützen die Gemeinde Altdorf und der Kanton Uri die Grossveranstaltung. Joe Stöcklis Vorfreude auf die Länderspiele ist gross und er ist optimistisch, dass diese zu einem Zuschauermagnet werden. «Ich hoffe auf packende Spiele!»