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NARRENBLÄTTER: Von WC Huber bis Leuthard

Wieder erleben sie Hochkonjunktur. Sie sind von Dauerbrennern und sehr viel Lokalem geprägt. Das Spitzenprodukt in jeder Hinsicht: «Bäärädräck».
Bruno Arnold
In Altdorf ging es gestern diabolisch zu und her. (Bilder Urs Hanhart)

In Altdorf ging es gestern diabolisch zu und her. (Bilder Urs Hanhart)

Narrenzeit ist auch immer wieder «Värslibrünzler»-Zeit. Die Redaktion der «Neuen Urner Zeitung» hat einen Blick in einige Urner Narrenblätter geworfen. Fazit: Das Narrenblatt der Nächstenliebe schwingt qualitätsmässig ganz klar obenaus: überraschende Pointen, gelungene, zum Teil bissige, aber nie unter die Gürtellinie zielende Verse, rhythmische Sprache, gekonnte Reime, ein geschickter Mix von Dialekt und Hochdeutsch und passende Illustrationen. Die Ausgabe 2013 hat in der Tat ein dickes Kompliment verdient!

«Wichtig ist nur, dass man dichtet»

Natürlich: «Värslä» ist nicht einfach und vor allem mit viel Aufwand verbunden. Ohne den fleissigen Dichtern zu nahe treten zu wollen: Des Öftern wurde ich beim Schnuppern der übrigen Narrenblätter den Eindruck halt doch nicht ganz los, dass hier (sehr oft) nach dem Motto «Wichtig ist nur, dass es dichtet, und wenn man auch auf Reim verzichtet» oder nach dem Slogan «S’lässt all’s sich so zusammenleimen, damit’s am Schluss dann doch tut reimen» gearbeitet wurde.

Auch in diesem Jahr bekommen vor allem die Politiker ihr Fett ab, in erster Linie (und verständlicherweise) sind es wiederum die lokalen Grössen. Ein paar Beispiele:

«Wernis Exekutive erliess den Beschluss, Gemeindeparkplatz man bewirtschaften muss. Der Präsident als Erster eine Busse verdient, weil er den Automaten falsch bedient.» «Gib em», Erstfeld

«Er war Busfahrer, weiss sich immer zu helfen mit Rat und Tat, Wassen angelt sich deshalb Porno- Chrigel für den Gemeinderat.» «Blöck», Gurtnellen

«Laasch dich uf d Wahlliischtä vum Bilger Andi la setzä, überchunnsch meh Stimmä, das weiss Claudia Meili jetzä.» «Gitschä-Echo», Seedorf

«Monika Zgraggen a dr Fasnacht fliis­sig derbi, dr Gmeindspresi Rolf sett aber ai einisch umä sii. Sich chli zeigä macht sich nämlich güät, chum jetzt Rolf, heb einisch chli Muät.» «Toggeli», Schattdorf

«Dank WC-Kunst, die war auf Lehn, konnt’ gratis auf den Strich man geh’n. Doch der Gemeinderat bewies, dass ist sein Kunstverstädnis mies. WC musste putzen lernen und brutal sein Werk entfernen. Schade nur, dass Rückriems ‹Kunst›, weiter steht in G’meindrats Gunst. «Bäärädräck», Altdorf

Auch die kantonale, nationale und internationale Politik wird thematisiert:

«Damit er in Regierung kann, nennt Adi kurz sich Adrian.»

Oder

«In Regierung wollt’ E. Herger, spar’n er sich hätt’ diesen Ärger. Weil er nicht wurde siebter Held, schad’ ist’s um das viele Geld.» «Bäärädräck», Altdorf

«Micheline Calmy-Rey isch Gschicht, jetz derfets miär sägä, vill meh vo dem Ablick hättet miär nimmä megä verträgä. «Toggeli», Schattdorf

«Es möchte gern die Leuthard-Göre, am Gotthard eine zweite Röhre.» «Bäärädräck», Altdorf

«Dr Romney tüäts frustriärä, dr Obama derf nu einisch regiärä.» «Toggeli», Schattdorf

Aber auch die Kirche wird nicht vor Hohn und Spott verschont:

«Am Sonntag das Zmittag, welch ein Stress. Logisch, Lussmann hält die Sonntagsmess.» «Gitschä-Echo», Seedorf

Oder in Anlehnung an die seit 2013 geltende Bewirtschaftung der Parkplätze in Seedorf:

«Ds Seedorf darf d Predigt i dr Chilä glii nimmä z lang gah, will d Aito de nit ewig chasch gratis verussä la stah. «Gitschä-Echo», Seedorf

Und wie immer: Beliebte Sujets sind auch die «Promis» und Beizer.

«Weil Fryberg z’tief ins Glas geschaut, er wieder mal hat Scheisse baut. Debatte mit Frau Dr. Marty, vorbei so schnell war’s mit der Party. Weil nicht gleich Meinung, es hat kracht, er mit ihr wieder Sie-zis g’macht.» «Bäärädräck», Altdorf

«Als Altä gasch gschiider i Börger-King als a diä Pro-Senectute-Ässä, im Fäld wartisch zwee Stund, im Gotthard gitts ewigs Poläntä z frässä.» «Blöck», Gurtnellen

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