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NATIONALRAT: Einer verzichtet - mehrere überlegen

Beat Arnold und Frieda Steffen dürften Konkurrenz erhalten. SP und Grüne führen Gespräche, und auch Markus Holzgang (FDP) überlegt sich eine Kandidatur.
Bruno Arnold
Der Wahlkampf um den einzigen Urner Sitz im Nationalrat könnte spannender werden als bisher erwartet. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Der Wahlkampf um den einzigen Urner Sitz im Nationalrat könnte spannender werden als bisher erwartet. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Bruno Arnold

Für den einzigen Urner Sitz im Nationalrat kandidieren bisher nur Regierungsrat Beat Arnold (SVP, Schattdorf) und Landrätin Frieda Steffen (CVP, Andermatt). Der 58-jährige Flüeler FDP-Vertreter Franzsepp Arnold hat gestern erklärt, dass er definitiv nicht antreten wird (siehe Box). Doch damit sind zusätzliche Kandidaturen für den Urner Nationalratssitz keineswegs vom Tisch. Mit ein Grund: Sehr viele Urner können sich für die Kandidaturen von Beat Arnold und Frieda Steffen nicht unbedingt erwärmen. So hatte etwa Franzsepp Arnold eine mögliche Kandidatur auch damit begründet, dass «offensichtlich viele Urner mit den Kandidaturen des SVP-Regierungsrats und der CVP-Landrätin nicht zufrieden sind».

Nationalrat oder Landrat?

Die aktuelle Konstellation führt denn auch dazu, dass weitere Urner Politiker über die Bücher gegangen sind und ihre Ambitionen offen anmelden. Einer von ihnen ist alt Landratspräsident Markus Holzgang (FDP, Altdorf): «Angesichts der aktuellen Ausgangslage könnte ich mir durchaus vorstellen, ebenfalls ins Rennen zu steigen», sagte er gestern auf Anfrage. Der Altdorfer Bauingenieur, der vor kurzem eine eigene Projektmanagement- und Beratungsfirma gegründet hat, will noch im laufenden Monat über seine politische Zukunft entscheiden. Fest steht für ihn bisher nur: «Eine Kandidatur für den Regierungsrat ist für mich unter anderem auch aufgrund meiner neuen beruflichen Tätigkeit gegenwärtig kein Thema.» Will heissen: Holzgang denkt sowohl über eine Kandidatur für den Nationalrat als auch über eine vierte Legislatur als Landrat nach.

Über die Bücher gegangen ist aber auch das rot-grüne Uri. SP und Grüne Uri haben zwar im Frühling 2015 offiziell mitgeteilt, dass sie keine eigenen Kandidaten für die Ständerats- und Nationalratswahlen vom 18. Oktober 2015 stellen werden. Man unterstütze jedoch eine Nationalratskandidatur aus den Reihen der CVP, sofern diese dem Anforderungsprofil des rot-grünen Uri einigermassen entspreche. Mit der Nomination von Frieda Steffen hat die CVP Uri aber die Vorstellungen von SP und Grünen offensichtlich nicht erfüllt. «Aus Sicht des linken Uri zu bürgerlich», so bezeichnet SP-Sprecher Sebastian Züst die Auswahl an Nationalratskandidaten, die den Urner Wählern geboten wird – «unabhängig davon, ob eine weitere bürgerliche Kandidatur Tatsache wird». Im rot-grünen Lager sei man deshalb nach dem Entscheid der CVP nochmals aktiv geworden. «Wir haben konkrete Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt», bestätigte Züst entsprechende Recherchen unserer Zeitung. «Zwei Personen überlegen sich eine Kandidatur. Sie werden sich im Sommer entscheiden.» Um wen es sich dabei handelt, wollte Züst nicht sagen. Nachdem aber Markus Züst und Heini Sommer Nein gesagt haben, dürften alt Landratspräsidentin Annalise Russi (Grüne Uri) und der Altdorfer Gemeindepräsident Urs Kälin (SP) zuoberst auf der Wunschliste der Wahlverantwortlichen der SP und der Grünen Uri stehen.

Auch Gegner der zweiten Röhre

Sebastian Züst nennt aber neben den «zu bürgerlichen» Nominationen ein weiteres Argument, weshalb sich das rot-grüne Uri nochmals auf Kandidatensuche begeben hat: «Mit den Ständeratskandidaten Isidor Baumann und Josef Dittli sowie mit Beat Arnold und Frieda Steffen kandidieren vier Personen, die den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard befürworten. Aus unserer Sicht widerspiegelt dies die Verhältnisse in unserem Kanton ganz und gar nicht. Die Urner müssen einen Kandidaten wählen können, der sich in umwelt- und verkehrspolitischen Fragen anders positioniert.» Und dazu gehöre eben auch ein klares Nein zu einer Sanierungsvariante mit einer zweiten Röhre.

«Legislative ist nicht mein Ding»

«Der Entscheid ist mir – auch nach reiflicher Überlegung – nicht leicht gefallen, denn ein Mandat in Bern hätte mich effektiv gereizt», erklärte Franzsepp Arnold gestern auf Anfrage. «Mein Herz schlägt für Uri, und als Unternehmer sowie aufgrund meiner Verbandstätigkeiten verfüge ich auch über ein gutes Netzwerk, das ich bei einer allfälligen Wahl in Bern hätte nutzen können», so der Flüeler Unternehmer. Auch aus beruflicher und familiärer Sicht stünde einer Kandidatur eigentlich nichts im Wege.
«Bin kein Legislativpolitiker»

Anderseits hätten ihn vor allem drei Gründe zu einem Verzicht auf eine Kandidatur bewogen: «Als Nationalrat müsste ich vor allem Dossiers studieren, an Gesetzen herumbasteln, endlos langen Sitzungen beiwohnen und mir Ideologien anhören», so der FDP-Mann. «Ich habe gemerkt, dass die Legislative wohl doch nicht mein Ding ist. Ich sehe mich viel mehr als Macher respektive als Exekutivpolitiker.» Und der zweite Grund: «Mit 58 Jahren möchte ich langsam kürzertreten, auch beruflich. Ein Mandat in Bern würde dies aber kaum zulassen. Schliesslich wäre ich im Falle einer Wahl wieder vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit, was auch eine gewisse Zurückhaltung bedingen würde. Und das strebe ich nicht mehr unbedingt an», so Arnold.

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