NATURGEFAHREN: Regierung ist gegen den Bau einer Notstrasse ins Meiental

Für die rund 60 Bewohner im Meiental im Kanton Uri soll nicht extra eine wintersichere Notstrasse gebaut werden. Der Regierungsrat hält die Kosten für einen Tunnel an der Sustenstrasse für rund 15 Millionen Franken für zu teuer.

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Blick ins Meiental, hinten Wassen. (Bild: René Meier / luzernerzeitung.ch)

Blick ins Meiental, hinten Wassen. (Bild: René Meier / luzernerzeitung.ch)

Damit das Meintal bei Lawinengefahr oder nach Rutschen nicht vom Rest des Kantons Uri abgeschnitten bleibt, spricht sich die Regierung für Alternativen zu einem neuen Strassentunnel zwischen Wassen und Meiendörfli aus. Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichen Bericht ans Kantonsparlament hervor.

So könnten nach dem Willen der Regierung Betroffene oder Hilfs- und Rettungskräfte sowie Tierärzte etwa mit Helikoptern zwischen dem Dorf und der Aussenwelt transportiert werden. Für Schüler sollen im Ereignisfall Hotelunterkünfte ausserhalb des Tals organisiert werden.

Der kleine Kreis von Nutzniessern lasse eine zweistellige Millionenausgabe kaum rechtfertigen, schreibt der Regierungsrat. Die Kosten für den Betrieb und Unterhalt des Tunnels mit bis zu 314'000 Franken pro Jahr seien höher als die verhinderten Arbeitsausfallkosten von 168'000 Franken.

Der Bau eines Tunnels zusätzlich zu den heutigen Galerien würde gemäss Regierung keinen vollständigen Schutz bieten. Die Projektkosten müssten zudem vom Kanton Uri alleine getragen werden, heisst es im Bericht.

Die Sustenstrasse zwischen Wassen und Meiendörfli war in den letzten 20 Jahren im Winter durchschnittlich jährlich während rund total einer Woche gesperrt. Grund war Lawinengefahr oder eine tatsächliche Verschüttung. 1987 war in dem vom Volk genehmigten Strassenbauprogramm der Bau einer Notstrasse zwischen Husen und Meiendörfli für 22,5 Millionen Franken vorgesehen.

Das Projekt kam aus finanziellen Gründen nie zustande. Wegen Änderungen im Finanzausgleich, der keine Bundesbeteiligung am Projekt mehr vorsah, löste die Urner Regierung 2008 den Kredit auf. Im November 2013 forderte der Landrat nach einem Vorstoss von Verena Walker (CVP) von der Regierung einen Bericht zum Projekt. (sda)