NATURSCHUTZ: Sawiris punktet bei den Umweltverbänden

Die harten Verhandlungen mit Sawiris haben gefruchtet: Die Urner Umweltverbände verzichten auf Einsprachen. Doch sie bleiben skeptisch.

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Samih Sawiris kann sich freuen: Die Urner Umweltverbände verzichten auf Einsprachen. (Archivbild Keystone)

Samih Sawiris kann sich freuen: Die Urner Umweltverbände verzichten auf Einsprachen. (Archivbild Keystone)

Samih Sawiris kann aufatmen: Die Urner Umweltverbände werden keine Einsprachen gegen den Quartiergestaltungsplan des Ferienresorts in Andermatt erheben. Damit enden intensive, monatelange Verhandlungen zwischen Umweltverbänden, Investor und Kanton. «Wir konnten viele ökologische Optimierungen erreichen», sagt Pia Tresch, Geschäftsstellenleiterin der Pro Natura Uri.

Ein Verkehrskonzept, eine Fachperson für den Golfplatz und Minergie
Konkret spricht Pia Tresch das Verkehrskonzept an. Die Umweltverbände haben erreicht, dass die von Sawiris gewünschten 2400 Parkplätze auf 1970 reduziert werden. Kontrollmechanismen sollen dafür sorgen, dass der vom Resort verursachte Mehrverkehr sich in Grenzen hält. Andernfalls müssen Massnahmen zur Verkehrsbegrenzung ergriffen werden.

Für den Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten muss Sawiris bis zur Baubewilligung ein konkretes Konzept vorlegen. Dies hat er mit Pro Natura Uri vereinbart. Und: Der Investor hat den Verbänden zugesichert, dass eine von ihnen delegierte Fachperson ab sofort Planung, Bau und Betrieb des Golfplatzes begleiten darf. Dieser Experte ist Res Knobel, der in Wilen ein Büro für ökologische Optimierungen führt. Was die Umweltverbände weiter freut: Auf ihre Intervention werden alle Gebäude im Minergie-Standard realisiert, so auch das Sportzentrum.

Die Umweltverbände bleiben dennoch skeptisch
Sawiris-Berater Franz Egle verwies auf die harten Verhandlungen, die auch zu Abstrichen für den Investor geführt hätten, etwa im Verkehr. «Wenn nun aber keine anderen Einsprachen kommen, kann der Quartiergestaltungsplan im vorgesehenen Zeitrahmen genehmigt werden.» In diesem Fall könnten die Baukommission Andermatt und der Gemeinderat Hospental die Pläne im Oktober verabschieden. Im November würde dann die Regierung darüber befinden. Anschliessend wäre der Weg frei für die Baubewilligungsverfahren.

Trotz ihres Erfolgs bleiben die Umweltverbände aber skeptisch. «Für uns ist das Resort nach wie vor überdimensioniert. Vor allem wenn man bedenkt, was es alles braucht, um den Verkehr zu zu kanalisieren und koordinieren», sagt Pia Tresch. Die Verbände wollen deshalb die Entwicklung des Projekts weiterhin genau beobachten und – wenn nötig – intervenieren.

Sven Aregger und Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.