NEAT-LINIENFÜHRUNG: Flüelen will die SBB-Stammlinie weg haben

Flüelen will möglichst bald eine Bahnumfahrung. Der Gemeinderat setzt deshalb auf die Variante Reider und ist gewillt, auch Nachteile in Kauf zu nehmen.

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Das Gebiet Reider in Flüelen: Hier sollen die Züge nach dem Willen des Gemeinderates dereinst aus dem Berg kommen. (Bild Bruno Arnold/Neue UZ)

Das Gebiet Reider in Flüelen: Hier sollen die Züge nach dem Willen des Gemeinderates dereinst aus dem Berg kommen. (Bild Bruno Arnold/Neue UZ)

Flüelen soll zur Gemeinde für bevorzugtes Wohnen werden. So sieht es das laufende Projekt Raumentwicklung unteres Reusstal (Reur) vor.

«Wir verfügen über ein enormes Entwicklungspotenzial», ist Gemeindepräsidentin Andrea Bonetti überzeugt. Sie denkt dabei vor allem an das heutige Industriegebiet Flüelen West mit Seeanstoss. Bonetti betont aber auch: «Ein bevorzugtes Wohnen, zerschnitten durch eine Neat-Zufahrtslinie mitten durch das Dorf mit bedeutend mehr Zugsverkehr als heute, ist nicht vorstellbar.» Die Neat-Linienführung und das Projekt Reur müssten daher gemeinsam betrachtet und bewertet werden.

«Kein Einzugsgebiet für eine S-Bahn-Linie»
Der Gemeinderat Flüelen hat diesbezüglich auch bereits ganz konkrete Vorstellungen. «Soll das Projekt Reur Chancen auf eine Umsetzung haben, muss die SBB-Stammlinie durch das Dorf Flüelen total stillgelegt werden», erklärte Bonetti an der gestrigen Medienkonferenz im Gemeindehaus Flüelen. Ideen zum Erhalt eines Gleises für eine S-Bahn-Linie dürften nicht weiter verfolgt werden. «Das Einzugsgebiet für eine S-Bahn-Linie im unteren Reusstal ist viel zu klein», so Bonetti.

Konkret soll neben der Variante Hafnerried* tief auch eine Linienführung Reider ebenerdig schnell als Vorprojekt ausgearbeitet werden. Der Gemeinderat Flüelen stuft die Chancen für eine Bahnumfahrung von Flüelen mit der Variante Hafnerried «als gering» ein – zumal auch die SBB kein Bedürfnis für eine Umfahrung sähen. «Die Variante Reider mit Haltestelle im Reider für den Anschluss an Bus und Schiff wäre technisch machbar und zudem massiv billiger als die Linienführung Hafnerried», sagte Arnold.

Bruno Arnold

*Im April 2007 hatte Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann vor den Medien erklärt, dass nur noch die Varianten Hafnerried (beim Flüeler Kreisel) und Moosbad (nahe der alten Armeebaracken) im Rahmen des Vorprojekts Uri Berg langAxen weiter verfolgt werden sollen. Die Linienführung Reider sei als schlechteste Variante ausgeschieden. Anfangs 2008 ist die AlpTransit Gotthard AG beauftragt worden, die Variante Hafnerried tief auf die Stufe Vorprojekt zu bringen. Vertreter der Gemeinden Altdorf und Flüelen verlangen nun aber, auch eine überarbeitete Linienführungsvariante Reider ebenerdig schnell zum Vorprojekt auszuarbeiten.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.