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NEAT: SBB: 40 Millionen für Sicherheit

Ein automatisches System überwacht die Züge und greift ins Fahrverhalten ein. Dadurch soll ab sofort die Sicherheit im Bahnverkehr erhöht werden.
Anian Heierli
Noch kommt es in Flüelen auf Gleis eins zu ungewollt langsamen Tempi. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Noch kommt es in Flüelen auf Gleis eins zu ungewollt langsamen Tempi. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Anian Heierli

Damit im Dezember 2016 pro Stunde und Richtung sechs Güter- und zwei Personenzüge möglichst sicher durch den neuen Gotthard-Basistunnel fahren können, haben die SBB ein topmodernes Brems- und Überwachungssystem installiert. Diese bei Experten als ETCS-Level-2 bekannte Technologie kostete allein im Bereich des Gotthard-Basistunnels rund 40 Millionen Franken.

Begeisterung hält sich in Grenzen

Die SBB demonstrierten gestern zwischen Brunnen und Erstfeld erstmals die ETCS-Technologie öffentlich vor Medienvertretern – und lösten damit ein grosses Echo aus. Sogar Journalisten von internationalen Medien sind extra für die Pressekonferenz auf Schienen angereist. Ihre Begeisterung hielt sich aber in Grenzen, denn im Führerstand des Extrazuges war kaum mehr zu sehen als eine digitale Geschwindigkeitsanzeige.

Das grosse Spektakel blieb deshalb aus, weil das neue System vor allem im Verborgenen agiert. Und so der sogenannten Zugsicherung dient: Einerseits können Geschwindigkeit, Streckenposition und Fahrtrichtung exakt überwacht werden, andererseits wird bei Bedarf automatisch eine Bremsung ausgelöst. Das heisst – sobald der Lokführer ein Haltesignal missachtet oder die für den Streckenabschnitt zulässige Geschwindigkeit überschreitet – drosselt das System das Tempo autonom. Die dafür benötigten Anlagen befinden sich in den Gleisen und in den Fahrzeugen. Dabei handelt es sich um Infrastrukturen, die stetig untereinander kommunizieren.

Sicherheitstests sind erfolgreich

Auf der Strecke Brunnen–Erstfeld verkehren 180 Züge pro Tag. «Hier haben wir also schon jetzt einen erhöhten Sicherheitsbedarf», sagte Philippe Gauderon, Gesamtleiter für die SBB-Infrastruktur an der Medienkonferenz. «Es freut mich deshalb, dass erste Tests der ETCS-Level-2-Technologie in Bezug auf die Sicherheit funktioniert haben.» Trotzdem sei die Betriebsstabilität bislang wegen «Kinderkrankheiten» nur in Ordnung und nicht gut. Peter Jedelhauser, Leiter Projekte Nord-Süd-Achse Gotthard der SBB, erklärte, was für Probleme nun behoben werden sollen: «Bei speziellen Zugskonstellationen verläuft die Einfahrt vom Rynächt in Richtung Erstfeld langsam. Das ist für die Lokführer mühsam und schmerzt uns in Bezug auf Pünktlichkeit», betonte Jedelhauser. «Das wollen wir innerhalb einer Woche beheben.» Ähnlich Probleme gibt es auch beim Bahnhof Flüelen. «Auf Gleis eins haben wir systembedingt langsame Geschwindigkeiten. Dies soll bis Mitte November korrigiert werden», so Jedelhauser. Dank eines umfangreichen Monitoringsystems könne man Mängel aber rasch ablesen und beheben. Die SBB-Vertreter gaben sich zuversichtlich, dass bis zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ETCS-Level-2 bis in alle Facetten hinein geprüft worden ist.

Harmonische Basis

ETCS (European Train Control System) ist ein europäischer Standard für die Zugbeeinflussung. ETCS soll nationale Systeme ablösen und eine Basis für ein harmonisiertes Bahnnetz in Europa bilden. In der Schweiz werden ETCS Level 1 und 2 eingesetzt, die eine unterschiedliche Stärke der Überwachung beinhalten. Bis Ende 2017 sollen 3100 Kilometer des Schweizer Eisenbahnnetzes mit Level 1 und 417 Kilometer mit Level 2 ausgerüstet werden.

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