NEAT: Unterschiedliche Gefühle nördlich und südlich

In neun Tagen wird es im Gotthard-Basistunnel zum Durchstich kommen. Nicht überall freut man sich darüber.

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Ein Zug fährt auf der Gotthard-Bergstrecke am Chileli von Wassen vorbei. (Bild Armin Schmutz/Neue LZ)

Ein Zug fährt auf der Gotthard-Bergstrecke am Chileli von Wassen vorbei. (Bild Armin Schmutz/Neue LZ)

Am 15. Oktober ist es so weit: Dann erfolgt endlich der lang ersehnte Durchstich im neuen Gotthard-Eisenbahntunnel. Ein Ereignis, das weltweit Beachtung finden wird. Doch nicht überall ist die Euphorie so gross: Im Kanton Uri etwa schaut man der Eröffnung der Neat mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann (CVP) erklärt, warum: «Im Kanton Uri fährt die Neat vorbei. Ein- und Aussteigen ist in Uri nicht mehr gestattet.»

Mit der Neat-Eröffnung werden täglich 300 Züge durchs Urnerland brausen, doch keiner davon wird in Uri Halt machen. Die Urner müssen sich entweder ins schwyzerische Arth-Goldau begeben, um die Fahrt gen Süden anzutreten. Oder dann darauf hoffen, dass die alte Gotthard-Bergstrecke auch nach der Inbetriebnahme der Neat befahren wird. Ob das der Fall sein wird, ist aber noch offen. Baumann sagt frustriert: «Das alles kann doch nicht die Quittung sein für einen Kanton, der über 130 Jahre Partner und Raumdienstleister für die SBB war.»

Nicht überall ist der Frust über die Neat so gross. Im Kanton Tessin wartet man ungeduldig auf die Eröffnung der Neat. Dort erhofft man sich grosse wirtschaftliche Impulse und einen touristischen Aufschwung sondergleichen. Darum wird auch kräftig aufgerüstet: Für über 200 Millionen Franken werden die Bahnhöfe in Bellinzona, Locarno und Lugano auf Vordermann gebracht.

Sven Gallinelli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.