Nein in Andermatt – Ja in Sisikon und Seedorf

Die Stimmbürger von Andermatt, Sisikon und Seedorf haben drei Kredite an der Urne genehmigt.

Rem/Zf
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Das Windkraftwerk auf dem Gütsch liefert auch Strom für Andermatt. (Bild: Keystone)

Das Windkraftwerk auf dem Gütsch liefert auch Strom für Andermatt. (Bild: Keystone)

Andermatt: Die Stimmbürger von Andermatt haben eine Bürgschaft in der Höhe von 2,5 Millionen Franken an die Netzwerkgesellschaft Andermatt AG mit 71,2 Prozent deutlich verworfen. Die Stimmbeteiligung lag bei 58 Prozent. Der Gemeinderat wollte damit einen Kredit der Urner Kantonalbank absichern. Die Netzgesellschaft vertreibt unter anderem Strom für das Resort von Samih Sawiris.

SeedorfMit 303 Ja- zu 42 Neinstimmen haben die Seedorfer einem Kredit über 386'000 Franken deutlich zugestimmt (Stimmbeteiligung 27,4 Prozent). Sie sind damit für den Anschluss der Einwohnergemeinde an den Nahwärmeverbund Seedorf. Und so sieht das Projekt im Konkreten aus: Eine Grundwasserwärmepumpe in der Remise der Bauernschule mit einer Leistung von 400 Kilowatt soll künftig öffentliche Gebäude im Unterdorf mit Wärme versorgen. Als Bauherr tritt der Kanton Uri (Amt für Hochbau) auf. Im Boden sollen Fernleitungsrohre verlegt werden. Damit sollen die Kreisschule (Schulhaustrakt, Mehrzweckhalle, Turnhalle, Ferienhaus «Carmen»), das Pfarrhaus, das Kreisprimarschulhaus, die Bauernschule und das Schloss A Pro an das Wärmenetz angeschlossen werden. Es wird mit Gesamtkosten von rund 1,1 Millionen Franken gerechnet. Die Gemeinde Seedorf übernimmt nun etwas mehr als ein Drittel dieser Gesamtkosten. Der Landrat wird sich im Herbst 2013 damit befassen, die Inbetriebnahme könnte im Herbst 2014 erfolgen.

Sisikon: Die Gemeinde kauft den SBB für 220'800 Franken ein 1840 m2 grosses Grundstück ab. Die Stimmbürger haben den Gemeinderat mit 83 zu 19 Stimmen ermächtigt, ein entsprechendes Bankdarlehen aufzunehmen (Stimmbeteiligung: 39,7 Prozent).

Beim Grundstück handelt es sich um die so genannte SBB-Rampe. Enthalten sind ein rund 230 m2 grosses Gebäude, Strasse (131 m2), Wiese und übrige befestigte Flächen. Laut Gemeinderat ist das Grundstück aufgrund seiner Lage und Dimension geeignet, einen oder mehrere neue Betriebe anzusiedeln, heisst es in der Abstimmungsbotschaft. Der Gemeinderat will mit dem Kauf verhindern, dass Dritte das Grundstück erwerben und gegen die Interessen der Gemeinde verwenden. Auf dem Grundstück sollen sich neue Gewerbebetriebe ansiedeln. Diese sollen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen für Sisikon generieren.

Da die Einwohnergemeinde Sisikon über zu wenige flüssige Mittel verfügt, um den Kaufpreis zu bezahlen, ist sie auf Fremdfinanzierung angewiesen. Abklärungen bei verschiedenen Banken haben ergeben, dass eine Finanzierung des gesamten Kaufpreises zu günstigen Konditionen möglich sei, so der Gemeinderat. Vorstellbar ist für ihn, eine 10-jährige Festhypothek zu 1,85 Prozent abzuschliessen. Dies würde einem Jahreszins von rund 4000 Franken entsprechen.

Reaktionen zum Abstimmungsergebnis in Andermatt lesen Sie am Montag in der Neuen UZ und im E-Paper.