Furcht vor mehr Belastung: Wirtschaft Uri ist gegen höhere Familienzulagen

Am 27. September entscheidet die Urner Bevölkerung über den Gegenvorschlag zur kantonalen Volksinitiative «Angemessene Familienzulagen». Der Dachverband Wirtschaft Uri erachtet diesen Ausbau nicht als notwendig und kritisiert, dass die Wirtschaft die Kosten tragen muss.

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(ml) Der Dachverband Wirtschaft Uri sagt Nein zur Erhöhung der Familienzulagen im Kanton Uri. Der Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Angemessene Familienzulagen» sieht eine Erhöhung der Kinder- und Ausbildungszulagen um je 40 Franken vor. Neu würden die Kinderzulagen 240 Franken betragen, die Ausbildungszulagen 290 Franken pro Kind und Monat.

«Die Kosten für den Ausbau des Sozialstaates sollen die von der Coronakrise betroffenen Unternehmen tragen», kritisiert Wirtschaft Uri in einer Medienmitteilung. Weiter bemängelt wird, dass die höheren Zulagen unabhängig davon vergeben werden sollen, ob sie benötigt werden oder nicht. Ausserdem hätten die Urner Unternehmen bereits heute den höchsten Beitragssatz für Kinderzulagen in der Zentralschweiz.

Lebensunterhaltskosten sind in Uri am tiefsten

Wirtschaft Uri geht in der Medienmitteilung genauer auf den Beitragssatz ein. Dieser beträgt in Uri 1,7 Prozent. Verglichen wird er mit den Kantonen Schwyz (1,4 Prozent), Nidwalden (1,5 Prozent) und Zug (1,7 Prozent). Diese Kantone zahlen mehr Familienzulagen aus als Uri. Schwyz: 220/270 Franken; Nidwalden: 240/270 Franken; Zug: 300/350 Franken. Jedoch übernehmen die Unternehmen in Uri aufgrund des Beitragssatzes bereits heute einen höheren Anteil als in den genannten Kantonen, relativiert Wirtschaft Uri.

Weiter gibt der Verband zu bedenken, dass die Lebensunterhaltskosten in Uri schweizweit am tiefsten sind, womit Familien mit den aktuellen Familienzulagen real bessergestellt seien als Familien in anderen Kantonen. Zudem leide die Attraktivität des Urner Wirtschaftsstandortes. Wirtschaft Uri schlägt in der Mitteilung vor, eine Erhöhung der Familienzulagen über einen Beitrag der Arbeitnehmenden zu finanzieren, wie dies in einigen Kantonen bereits der Fall ist.

Erhöhung um 40 Franken entspricht Initiativbegehren

Am 27. September kommt der Gegenvorschlag zur kantonalen Volksinitiative «Angemessene Familienzulagen» zur Abstimmung. Die Urner Bevölkerung entscheidet dabei über eine Änderung des Gesetzes über die Familienzulagen. Die Kinder- und Ausbildungszulagen entsprechen im Kanton Uri heute den bundesrechtlichen Mindestsätzen. Damit betragen die Kinderzulagen 200 Franken und die Ausbildungszulagen 250 Franken im Monat. Der Gegenvorschlag des Regierungsrates sieht eine Erhöhung der Beiträge um je 40 Franken vor. Der Gegenvorschlag nennt im Gegensatz zur Volksinitiative die Ausrichtungsdauer nicht. Die Initianten zogen die Initiative deshalb zugunsten des Gegenvorschlags zurück.

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