Neonaziaufmarsch beunruhigt Geheimdienst

Nun beschäftigt sich auch der Schweizer Geheimdienst mit dem geplanten Neonaziaufmarsch vom 5. August auf dem Rütli. Ein Grund könnte ein Flugblatt der Veranstaltung sei, das seit Tagen in rechtsextremen Kreisen kursiert.

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Die rechtsextreme Partei der Pnos traf sich am 5. August 2007 auf dem Rütli. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die rechtsextreme Partei der Pnos traf sich am 5. August 2007 auf dem Rütli. (Bild: Archiv Neue LZ)

Wie Recherchen der SonntagsZeitung zeigen, ist der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) in die Einsatzplanung involviert. Dieser nahm auf Anfrage keine Stellung dazu. Doch Karl Egli, Sprecher der Urner Kantonspolizei, bestätigt: «Wir sind mit dem Nachrichtendienst des Bundes in Kontakt.» Einzelheiten könne er nicht preisgeben. Nur so viel: «Wir werden auf dem Rütli präsent sein und keine Rechtsgutverletzungen tolerieren.»

Pnos nicht mehr alleiniger Organisator

Noch ist unklar, warum die Bundesbehörden aktiv wurden. Das Flugblatt der Veranstaltung könnte ein Grund, welches seit Tagen in der rechtsextremen Szene kursiert. Erstmals ist die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) nicht mehr alleiniger Organisator der Rütli-Demo.

Am Aufmarsch sind neu mehrere militante Splittergruppen beteiligt. Mitorganisatoren sind zwei Gruppierungen aus dem Umfeld der Hammerskins und dem Schweizer Ableger des international agierenden Neonazi-Netzwerkes Blood and Honour. Der Schweizer Staatsschutz überwacht seit Jahren beide Gruppierungen.

pd/ks