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Neue Angebote bringen Erfolg

Die Busse der Auto AG Uri haben 2017 rund 48 Mal die Welt umrundet. Das Unternehmen konnte einen Gewinn von rund 391000 Franken erwirtschaften, auch dank eines ausserordentlichen Ertrags.
Bruno Arnold
2017 hat die Auto AG Uri die Konzession für den Tellbus erhalten und kann dadurch das Geschäftsvolumen im regionalen konzessionierten Personenverkehr markant ausbauen. (Bild: Auto AG Uri)

2017 hat die Auto AG Uri die Konzession für den Tellbus erhalten und kann dadurch das Geschäftsvolumen im regionalen konzessionierten Personenverkehr markant ausbauen. (Bild: Auto AG Uri)

«Es herrscht Aufbruchstimmung bei der Auto AG Uri», schreibt Verwaltungsratspräsident Hansjörg Felber, Altdorf, im Vorwort zum Jahresbericht 2017. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr erwähnt er drei Beispiele, um diese Aussage zu unterstreichen. Prioritär nennt er die Übertragung der Konzession für den Tellbus von den SBB auf die Auto AG Uri (AAGU). «Diese Übernahme der Verantwortung für ein zehnjähriges Erfolgsprodukt stärkt die Position der AAGU als unabhängiges Unternehmen im Bereich des strassengestützten ÖV», hält Felber fest. Damit kann die AAGU gleichzeitig das Geschäftsvolumen im Kern-Geschäftsfeld des regionalen konzessionierten Personenverkehrs markant ausbauen. An Spitzentagen werden über 1000 Fahrgäste registriert.

Als zweiten zukunftsorientierten Schritt bezeichnet Felber die Einführung des Schnellbus-Winterangebots Altdorf–Andermatt. «Die ersten Erfahrungen sind positiv und die Frequenzen zunehmend.» Eine dritte wichtige Innovation sei auch die Einführung der mobilen Ticketing-App von Fairtiq. Die Fahrgäste können damit ihr Billett in Sekundenschnelle via Mobiltelefon durch eine Wisch-Bewegung aktivieren. Seit März 2018 gilt die Ticket-App schweizweit.

Bedürfnisgerechtes Busangebot ist machbar

«Ein Zeichen des Aufbruchs ist auch die bevorstehende Realisierung des Kantonsbahnhofs Uri in Altdorf», so Felber. «Wir sind überzeugt, dass es machbar sein wird, ein bedürfnisgerechtes Busangebot anzubieten, das der zukünftigen Rolle des Bahnhofs Altdorf gerecht wird.»

Zu den Zahlen: 2017 erzielte die AAGU einen nominellen Gewinn von 391000 Franken. «Vorwiegend dazu beigetragen hat der ausserordentliche Ertrag aufgrund der aufgelösten Rückstellung für die Pensionskasse in der Höhe von rund 268000 Franken», schreibt der Verwaltungsrat in einer Medienmitteilung. Erstmals seit 2013 wurde in der Sparte Regionalverkehr wieder ein Gewinn (163000 Franken) ausgewiesen. Im Bereich der nicht abgeltungsberechtigten Tätigkeiten wurde ein Plus von 67000 Franken verbucht.

«2017 wurden einige Investitionen getätigt, deren positive Auswirkungen sich erst in den kommenden Jahren zeigen werden», hält der Verwaltungsrat weiter fest. Ende 2018 wird die Erneuerung des Fahrzeugparks abgeschlossen sein. «Dann kann die AAGU einen in jeder Beziehung modernen Buspark vorweisen, der aus qualitativ sehr robusten Langzeit-Fahrzeugen besteht.» Die 31 (Vorjahr: 30) Busse der AAGU haben 2017 total 1921062 Kilometer zurückgelegt – 29708 mehr als 2016.

Positive Entwicklung der Fahrgastzahlen

Die AAGU zählte 2017 – ohne Postauto – 2136739 Fahrgäste, rund 64000 respektive 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die punktuelle Änderung der Linie 3 (Seedorf Schloss A Pro – Altdorf – Bürglen Brügg) auf den Stundentakt am Wochenende habe zunehmende Frequenzen bewirkt. Total wurden 234000 Gäste befördert, 22000 mehr als 2016 (Zunahme: 9,5 Prozent).

Einen kritischen Umgang pflegen

Digitalisierung  Gemäss Hansjörg Felber ist sich der Verwaltungsrat der Auto AG Uri (AAGU) bewusst, dass die Mobilität der Zukunft durch die Digitalisierung geprägt sein wird. Man werde die Trends und Neuerungen im Bereich der Mobilität aufmerksam und aktiv verfolgen, so der VR-Präsident. «Die ÖV-Welt in zwanzig Jahren wird sich fundamental von der heutigen unterscheiden», sagt Felber. «Damit einher geht eine sehr bedenkliche Entwicklung, die bei der herrschenden Digitalisierungseuphorie gerne verharmlost oder gar ausser Acht gelassen wird: der drohende Verlust jeglicher Privatsphäre und die Möglichkeit, jeden Einzelnen total zu überwachen.» Für die AAGU gelte es, einen kritischen Umgang mit den Verlockungen der Digitalisierung zu pflegen, damit der Traum von einer schönen neuen Welt nicht zum Albtraum werde.

Unerwartet grosse Resonanz habe der am Abend eingeführte Rundkurs auf der Route Bürglen Brügg – Altdorf Telldenkmal – Seedorf – Attinghausen – Altdorf Telldenkmal – Bürglen Brügg ausgelöst. Dieser verkehrt von Montag bis Samstag ab 20 Uhr im Stundentakt. «Er hat ein wesentlich bedeutenderes Fahrgastpotenzial erschliessen können als sein Vorgänger, der Rufbus Uri.»

Für die AAGU sei es von vitaler Bedeutung, Geschäftsfelder im nicht abgeltungsberechtigten Bereich (Bahnersatz- und Extrafahrten, Transportleistungen für andere Konzessionäre) Gewinn bringend zu betreiben. Damit werden freie finanzielle Mittel für Innovationen und Geschäftsausbauten generiert und die Zukunft gesichert. Zusammen mit den Verkehrsbetrieben Luzern, den Zugerland Verkehrsbetrieben, PostAuto Zentralschweiz, Rottal Auto AG/Eurobus und der Auto AG Schwyz hat die AAGU den Zuschlag erhalten, bis 2020 alle spontanen und geplanten Bahnersatzaufträge für die SBB in der Zentralschweiz auszuführen.

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