Seelisberg schliesst 3,5-Millionen-Projekt ab

Zahlreiche Besucher besichtigten am vergangenen Samstag die sanierte Abwasserreinigungsanlage.

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Roland Gisler, Technischer Mitarbeiter der Abwasser Uri, erklärt den interessierten Besuchern der ARA Seelisberg das eingeführte SBR-Reinigungsverfahren. (Bild: PD)

Roland Gisler, Technischer Mitarbeiter der Abwasser Uri, erklärt den interessierten Besuchern der ARA Seelisberg das eingeführte SBR-Reinigungsverfahren. (Bild: PD)

(RIN) Die ARA Seelisberg wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren für 3,5 Millionen Franken einer Gesamtrevision unterzogen. Dabei wurden die bestehenden Gebäudeteile umfassend saniert, zwei neue Reinigungsbecken gebaut und die Zufahrt erneuert und optimiert. Bei bestem Wetter überzeugten sich am vergangenen Samstag zahlreiche Besucherinnen und Besucher von der Leistungsfähigkeit der modernisierten Abwasserreinigungsanlage.

«Mit der sanierten ARA Seelisberg verfügen wir nun über eine Abwasserreinigungsanlage, die auf dem neusten Stand der Technik eine einwandfreie Reinigung des Abwassers gewährleisten wird», stellt Beat Furger, Geschäftsführer der Abwasser Uri, zufrieden fest.

Umbau stand vor grosser Herausforderung

Mit dem Ausbau der Anlage auf 1500 sogenannte Einwohnerwerte wurde auch der touristischen Bedeutung und der erwarteten Entwicklung von Seelisberg für die nächsten 25 Jahre Rechnung getragen. Die Herausforderung beim Umbau der ARA Seelisberg bestand darin, bei laufendem Betrieb neue Anlagenteile zu bauen und bestehende zu sanieren. Dabei durfte die Reinigungsleistung der Anlage nicht beeinträchtigt werden. «Diese Vorgabe konnte nur mit einer umfassenden Planung und engen Begleitung der jeweiligen Aus- und Umbauschritte erreicht werden», führt Daniel Geisser, Betriebsleiter der Abwasser Uri, aus. «Die zahlreichen Provisorien erforderten ausserdem von den einzelnen Unternehmungen und dem Betriebspersonal ein hohes Mass an Flexibilität und Disziplin.» In Seelisberg kommt das sogenannte Sequencing-Batch-Reactor-Verfahren (SBR-Verfahren) zur Anwendung.

Becken werden nicht kontinuierlich befüllt

Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen mit kontinuierlich durchflossenen Becken werden diese beim SBR-Verfahren mit Unterbrechungen befüllt und geleert. Die herkömmliche räumliche Trennung der biologischen Prozesse und der Sedimentation wird durch eine zeitliche ersetzt.

Für das SBR-Verfahren sind mindestens zwei voneinander unabhängige Becken nötig. Diese durchlaufen jeweils einen Zyklus, der aus den Phasen; Füllen, Mischen, Füllen, Belüften, Sedimentieren und Dekantieren besteht. In der Sedimentation setzt sich der Schlamm am Beckenboden ab. Beim abschliessenden Dekantieren taucht ein Teleskopschieber ins Wasser ein und zieht die klare, gereinigte Wasserschicht ab, die via See in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben wird.