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Urner ergänzt den Vier-Quellen-Weg um eine Attraktion für Wanderer

Im Gotthardmassiv ist ein Wegnetz zur höchstgelegenen dreifachen kontinentalen Wasserscheide Europas erstellt worden. Aus diesem Anlass wurde auch der Vier-Quellen-Weg-Wanderführer aktualisiert und entsprechend ergänzt.
Bruno Arnold

Das Wandern und die Wanderwege haben es dem 74-jährigen Paul Dubacher aus Seedorf angetan. Er trug massgeblich dazu bei, dass 1991 der «Weg der Schweiz» rund um den Urnersee realisiert wurde. Der rüstige Rentner organisierte jahrelang die Karfreitagswanderung von Seedorf nach Gurtnellen. Seit 2003 führt er den beliebten Marsch durch Uri von Seelisberg auf die Gotthard-Passhöhe durch. Der pensionierte Bauführer war nicht zuletzt auch die treibende Kraft für die Realisierung des Vier-Quellen-Wegs im Gotthardmassiv. Mit der Umsetzung seiner Ideen hat er es in den vergangenen Jahren geschafft, ungenutztes touristisches Potenzial – gerade im Urnerland – auszuschöpfen.

Im Sommer 2019 wird im Gotthardmassiv Dubachers aktuellstes Projekt begehbar: ein mehrere Kilometer langes Wegnetz zur höchsten kontinentalen Wasserscheide Europas im Gotthardmassiv:

Dreifache kontinentale Wasserscheide

(pd/bar) Die höchstgelegene dreifache kontinentale Wasserscheide Europas liegt auf 3025 Metern über Meer im Gotthardmassiv, bei einer tischgrossen Felsplatte südöstlich des Witenwasserenstocks und nördlich des Passo dei Sabbioni. Dort treffen sich die Grenzlinien der Kantone Uri, Tessin und Wallis, und die Niederschläge scheiden sich in drei bedeutende Wasserläufe. Dabei beeinflusst nur schon eine äusserst geringe Änderung der Windrichtung den Wasserlauf: Bei Südwind wird der Regen nach Norden geleitet und gelangt via Reuss, Aare und Rhein in die Nordsee. Bläst der Wind von Norden, fliesst das Wasser ins Bedrettotal und von dort via Ticino und Po ins Adriatische Meer. Der Ostwind treibt die Niederschläge via Gerental in die Rhone und von dort ins Mittelmeer. Global existieren nur an drei weiteren Orten vergleichbare geografische Situationen: im Himalaja, in Angola und im bündnerischen Maloja.

Der Wanderer hat vier Ausgangspunkte zur Auswahl: Furkapass, Realp, Gotthardpass oder Villa im Bedrettotal. «Das neue Angebot wird dazu beitragen, die Übernachtungszahlen in den regionalen Berghütten und Hotels zu steigern», ist Dubacher überzeugt.

Attraktive Ergänzung zum Vier-Quellen-Weg

Der Aufstieg zur Wasserscheide inmitten einer einmaligen Gebirgslandschaft stellt eine attraktive Ergänzung zum 85 Kilometer langen Vier-Quellen-Weg dar. Dieser 2012 eröffnete 85 Kilometer lange alpine Wanderweg führt zu den Quellen der Flüsse Rhein, Reuss, Ticino und Rhone. Der Vier-Quellen-Weg kann dank guter ÖV-Verbindungen und Übernachtungsmöglichkeiten als fünftägige Wanderung oder in einzelnen Tagesetappen zurückgelegt werden.

«Die beiden Wegnetze lassen sich teilweise kombinieren», sagt Paul Dubacher. «Eine besondere Attraktion könnte die Rundwanderung zur Wasserscheide werden», glaubt er. Vom Startort Oberstafel im Witenwasserental geht es über den Cavannapass (2613 Meter), den Ronggergrat und den Hüenerstock (2889 Meter) zur Wasserscheide. Von dort aus bietet sich eine grandiose Rundsicht. Auf dem Rückweg kann der Wanderer beim Hüenerstock die Abzweigung zur Rotondo-Hütte wählen, um von dort aus in rund 40 Minuten wieder zum Ausgangspunkt Oberstafel zu gelangen.

Gesamtprojekt kostet rund 1,6 Millionen Franken

Rund 750'000 Franken sind bisher allein in die Bauarbeiten geflossen. Die Stiftung Vier-Quellen-Weg im Gotthardmassiv, die für die Realisierung sorgt, rechnet – inklusive Marketing, Beschilderung, Fonds für den Unterhalt et cetera – mit Gesamtkosten von rund 1,6 Millionen Franken. Sie konnte auf grosszügige Unterstützung von zahlreichen Sponsoren, Gönnern und Finanzpartnern zählen, sucht aber nach wie vor Geldgeber und freiwillige Helfer. «Das Wegnetz ist noch nicht vollständig ausgebaut», betont Dubacher. «Teile der Route mit Ausgangspunkt Gotthardpass und jene mit Ausgangspunkt Villa sind zwar begehbar, müssen aber noch in einen besseren Zustand gebracht werden.» Paul Dubacher ist zuversichtlich, dass diese Wegstücke im Gebiet Cavannapass, Ronggergrat und Hüener­stock noch in diesem Sommer saniert werden können.

Rechtzeitig zur Teileröffnung des Wegnetzes zur Wasserscheide ist der Wanderführer «Vier-Quellen-Weg im Gotthardmassiv» aus dem Jahr 2012 aktualisiert und mit dem Kapitel zur dreifachen kontinentalen Wasserscheide ergänzt worden. Die 88 Seiten umfassende Publikation enthält Wegbeschreibungen, Kartenausschnitte, Höhenprofile, zahlreiche Bilder und nützliche Informationen. Ausserdem bietet sie interessante Fachbeiträge zur Kulturgeschichte, über Pflanzen, Tiere und geologische Besonderheiten sowie über die Bedeutung des Wassers im Gotthardgebiet.

Der Wanderführer kostet 29 Franken und ist über www.vier-quellen-weg.ch oder www.gisler1843.ch/shop erhältlich.

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