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Neue Chancen für Altdorf Dorfkern aufgezeigt

Grossprojekte wie der Kantonsbahnhof oder die WOV stellen Geschäfte vor neue Herausforderungen. Eine Untersuchung, die sich mit Lösungsansätzen auseinandergesetzt hat, wurde nun vorgestellt. Auch künftige Passantenströme sind in die Analyse eingeflossen.
Pietro Beritelli informiert die Vertreter der Altdorfer Geschäfte über die Resultate des Untersuchungsprojekts. (Bild: PD)

Pietro Beritelli informiert die Vertreter der Altdorfer Geschäfte über die Resultate des Untersuchungsprojekts. (Bild: PD)

Im Urner Talboden sind in den vergangenen Jahren gleich mehrere Generationenprojekte lanciert worden: So wird die West-Ost-Verbindung (WOV) die Siedlungsgebiete vom Durchgangsverkehr entlasten, die zugehörigen Flankierenden Massnahmen (Flama) verwandeln den Altdorfer Dorfkern in eine Begegnungszone und rund um den jetzigen Bahnhof Altdorf entsteht im Einklang mit dem kantonalen Richtplan ein Entwicklungsschwerpunkt.

Auf 120’000 Quadratmetern bietet auch die Werkmatt Uri künftig Potenzial für bis zu tausend neue Arbeitsplätze. Der Bahnhof selber entwickelt sich mit dem Neat-Halt ab 2020 zum Kantonsbahnhof und damit zum neuen Verkehrsknotenpunkt im unteren Urner Reusstal. Alle diese Projekte werden die Entwicklung von Altdorf stark beeinflussen – und damit auch die Entwicklung der Geschäfte im Dorfkern.

Gewerbe-Coach berät nun Detailhändler

Der Gemeinderat von Altdorf will seinerseits einen Beitrag leisten, damit der heute bestehende Branchenmix erhalten werden kann. Anfang dieses Jahres setzte der Gemeinderat daher ein erstes deutliches Zeichen: Er setzte in enger Absprache mit der Vereinigung «Neues Altdorf» einen Gewerbe-Coach ein. Dieser dient vorab den Altdorfer Detaillisten als Anlaufstelle für die unternehmerischen Alltagssorgen. Er betreut sie insbesondere bei der Nachfolgeregelung und hilft, leere Geschäftslokale neu zu besetzen. Darüber hinaus bringt der Gewerbe-Coach eigene Ideen ein, um Chancen zu orten und zu nutzen. Eine erste solche Idee setzte der Gemeinderat Altdorf nun um: Der Rat startete im Mai 2018 gemeinsam mit Partnern aus der Gewerbe- und Tourismusbranche die Entwicklungsoffensive Region Altdorf (ERA).

Innerhalb des Projekts ERA fanden im Sommer einige Workshops mit über vierzig Gewerbebetrieben statt. Ziel war es, mit einer wissenschaftlich erprobten Methode die Passantenströme in und um Altdorf zu ermitteln und daraus Schlüsse für die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft zu ziehen. Gemeinsam mit Vertretern von Altdorfer Geschäften und Institutionen erarbeitete die Projektleitung rund fünfzig Karten mit Besucherströmen.

Viele Tagesbesucher, weniger Touristen

Wie nun aus einer Mitteilung der Gemeinde Altdorf hervorgeht, wurden anfangs dieser Woche die ersten Resultate der Projektarbeit von Pietro Beritelli, Professor der Universität St. Gallen, dem Altdorfer Gewerbe präsentiert. Er zeigte auf, dass sich in Altdorf viele Tagesbesucher sowie Leute aus der Region bewegen, aber wenig Touristen und Personen von auswärts. Gleichzeitig biete die attraktive Umgebung noch viel Potenzial für Aufenthalt und Konsum sowie zusätzliche Veranstaltungen.

Um dieses Potenzial zu nutzen, müsse eine zentrale Herausforderung gemeistert werden: die Verkehrs- und Besucherlenkung in und durch Altdorf. So entsteht etwa heute noch unnötiger Verkehr bei der Suche nach Parkplätzen. Es fehlen ruhige Begegnungs- und Flanierzonen, die zum Verweilen einladen.

Zudem wird Altdorf künftig zwei Zentren haben: einen verkehrsberuhigten, historischen Dorfkern und ein neues, modernes Dienstleistungsgebiet rund um den Bahnhof. Die Bahnhofstrasse wird so zur wichtigen Verbindung zwischen den Zentren. Aus den bisherigen Ergebnissen des Projekts lässt sich ablesen, welche baulichen Elemente in der Erlebnis- und Begegnungszone im Dorfkern wichtig sind und entlang der Bahnhofstrasse anziehend oder abweisend wirken. Eine Chance für Altdorf sehen die Projektteilnehmer insbesondere in den städtischen Elementen, die in Kontrast zur Gebirgslandschaft stehen.

«Initiativen sollen gestartet werden»

Die Untersuchung empfiehlt für Altdorf deshalb erstens die Neugestaltung des Ortszentrums, zweitens die Weiterentwicklung des neuen Zentrums beim Bahnhof und drittens eine erlebnisreiche Verbindung zwischen den beiden Ortszentren.

Pietro Beritelli appelliert somit an die Eigeninitiative aller Beteiligten. Aber auch der Gemeinderat und der Gewerbe-Coach stünden in der Pflicht: «Für übergeordnete Projekte sollen Initiativen gestartet werden. Strategische Projekte sind zu koordinieren», so Beritelli.

Beim anschliessenden Apéro dankte Gemeindepräsident Urs Kälin den Gewerblern für die aktive Mitarbeit. Er betonte, dass die Rahmenbedingungen für Detailhandelsbetriebe auch aufgrund globaler Trends schwieriger würden. Gleichwohl biete die Entwicklung in und um Altdorf einige gute Chancen, die es gezielt zu nutzen gelte. «Die Ergebnisse der Untersuchung sind somit der Beginn für ein mehrjähriges Projekt», so Kälin. Als nächsten Schritt in diesem Projekt will der Altdorfer Gemeinderat einen Aktionsplan erarbeiten. (pd/RIN)

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