Neue Kultur-Eventreihe soll Randregion beleben

«Amstäg! Literatur & Musik» - so lautet der Titel einer neuen Veranstaltungsreihe. Zum Auftakt treten am 5. Mai die Schriftstellerin Leonor Gnos und die Akkordeonistin Claudia Muff auf.

Urs Hanhart
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Gastgeber Rolf Welti, Initiator Christof Hirtler und Gemeindepräsident Hermann Epp sind gespannt auf die Premiere am 5. Mai. (Bild: Urs Hanhart, Amsteg, 24. April 2019)

Gastgeber Rolf Welti, Initiator Christof Hirtler und Gemeindepräsident Hermann Epp sind gespannt auf die Premiere am 5. Mai. (Bild: Urs Hanhart, Amsteg, 24. April 2019)

Christof Hirtler vom Bildfluss-Verlag veranstaltete im vergangenen Jahr eine Lesetour mit Hanspeter Müller-Drossaart und Musiker Peter Gisler. Diese machte in Unterschächen, Amsteg, Andermatt und Isenthal Halt. «Unsere Lesetour ist sehr gut angekommen. Wir waren vom Aufmarsch überwältigt», erklärte Hirtler am Mittwoch in Amsteg vor den Medien. «Das hat uns gezeigt, dass die Leute es sehr schätzen, wenn gute Kultur geboten wird.» Auch in Amsteg sei der Saal des Hotels Stern und Post mit über 120 Personen randvoll gewesen. «Das war für uns der Beweis, dass Kultur nicht nur in Altdorf passieren muss, sondern mit entsprechenden Anlässen auch Randregionen gestärkt und belebt werden können», so Hirtler. Dadurch sei die Idee zur neuen Veranstaltungsreihe entstanden.

Von Seiten der Gemeinde erhielt der Initiator von Beginn weg volle Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts. «Wir hegten schon länger die Absicht, im Bereich Kultur etwas auf die Beine zu stellen, als Alternative zu den Hotspots Altdorf und Andermatt», so der Silener Gemeindepräsident Hermann Epp.

«Amsteg und Silenen sind sehr geschichtsträchtig und haben einen reichen kulturellen Schatz.»

Nur sei das noch zu wenig bekannt. Die Gemeinde möchte in den Kulturbereich etwas mehr investieren. Deshalb habe man für die Idee von Christof Hirtler sofort Feuer gefangen. «Beflügelt hat das Ganze auch der grosse Erfolg der letztjährigen Lesetour.»

Exil-Amstegerin liest aus ihren Werken

Die Veranstaltungsreihe «Amstäg! Literatur & Musik», die in ihrem Logo den markanten Hausberg Bristen hat, umfasst vier Anlässe im Jahr. Zu jeder Jahreszeit soll es jeweils eine geben. Durchgeführt werden die von Schauspieler und Autor Hanspeter Müller-Drossaart moderierten Events im Hotel Stern und Post in Amsteg, das zu den ältesten Hotels in der Schweiz gehört und ein ganz spezielles Ambiente bietet. Die Auftaktveranstaltung findet am 5. Mai statt. Schriftstellerin Leonor Gnos (81) wird aus ihren Werken lesen und Akkordeonisten Claudia Muff (38) den musikalischen Part bestreiten. «Leonor Gnos lebt seit 2010 in Marseille, ist jedoch mit Amsteg, dem Ort ihrer Kindheit, stets eng verbunden geblieben», erklärte Hirtler. «Sie schreibt in einer behutsamen Sprache, die gleichzeitig stark und intensiv ist, aufwühlt und zum Nachdenken herausfordert.» Muff gehört zu den herausragenden Musikerinnen in der Schweiz. «Ihre Musik zeugt von der leidenschaftlichen Liebe zum Akkordeon. Mit ihrer filigranen Technik und ihrer Spielfreude interpretiert sie Eigenkompositionen und spielt Volksmusik aus verschiedenen Ländern», so Hirtler.

Veranstaltungsreihe ist dank Sponsoren gratis

Organisiert wird die Veranstaltungsreihe vom Bildfluss-Verlag in Zusammenarbeit mit dem Hotel Stern und Post sowie der Gemeinde Silenen. Im Saal finden maximal 140 Personen Platz. Dank grosszügiger Unterstützung durch Sponsoren ist «Amstäg! Literatur & Musik» für die Besucher gratis. Es gibt eine Kollekte. Für das anschliessende (nicht kostenlose) Nachtessen ist eine Reservation erforderlich.

2019 stehen noch zwei weitere Veranstaltungen auf dem Programm. Am 13. Oktober gibt es einen Kilbi-Anlass mit Musik und Texten von Urner Liedern, interpretiert vom Akkordeonisten Franggi Gehrig und vom Saxophonisten Carlo Gamma. Am 8. Dezember treten die Schriftstellerin Heidy Gasser und der Klarinettist Roland von Flüe auf. Hirtler ist bereits an der Grobplanung für die nächsten Jahre und kann dabei auf die Unterstützung der Gemeinde zählen. «Der Gemeinderat ist sehr an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert», versicherte Epp.

Weitere Infos gibt es auf www.kultur-amsteg.ch