Neue Sporthalle: Flüeler verschieben den Entscheid

Erst im November wollen die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung über eine Vertragsänderung befinden, die den Bau einer Sporthalle ermöglichen soll.

Markus Zwyssig
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Die Gemeindeversammlung Flüelen fand am Donnerstagabend in der Pfarrkirche statt. 129 Stimmberechtigte und 12 Gäste waren insbesondere wegen der geplanten Sporthalle gekommen.

Die Gemeindeversammlung Flüelen fand am Donnerstagabend in der Pfarrkirche statt. 129 Stimmberechtigte und 12 Gäste waren insbesondere wegen der geplanten Sporthalle gekommen.

Bild: Markus Zwyssig (Flüelen, 25. Juni 2020)

Die Pfarrkirche in Flüelen war am Donnerstagabend – mit dem notwendigen Schutzmassnahmen und dem geforderten Abstand – gut gefüllt. 129 Stimmberechtigte und 12 Gäste nahmen an der Gemeindeversammlung teil. Zu diesem Grossaufmarsch hatte die traktandierte neue Sporthalle geführt. Der Handballclub HC KTV Altdorf sucht einen Standort für den Bau einer neuen Dreifach-Turnhalle. Dies nachdem vor fast zwei Jahren die Trainingssporthalle Baldini abgebrannt war. Unmittelbar neben dem Sportplatz Allmend auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern wäre es möglich, die Sporthalle zu bauen. Die Parzelle liegt gemäss Nutzungsplan der Gemeinde Flüelen in der Zone für Sport- und Freizeitanlagen.

Wie Gemeindepräsident Remo Baumann aufzeigte, steht der Gemeinderat dem Anliegen grundsätzlich positiv gegenüber. Um den Bau der Sporthalle zu ermöglichen, müsste seitens der Gemeinde die Teilfläche freigegeben werden. Dies bedingt eine Anpassung des geltenden Nutzungsvertrags zwischen Gemeinde und Korporation. Die Teilfläche würde abgetrennt und der Handballclub KTV Altdorf müsste ein eigenes Vertragsverhältnis mit der Korporation Uri eingehen.

Der Entscheid fürs Verschieben fiel deutlich aus

Nach einer angeregten Diskussion und mehreren Abstimmungen fiel der Entscheid an der Gemeindeversammlung in der Pfarrkirche Flüelen am Donnerstagabend deutlich aus: Mit 80 zu 3 Stimmen entschieden sich die Flüeler, das Traktandum zur Vertragsänderung, welche den Bau einer Sporthalle auf dem Sportplatz Allmend ermöglichen soll, auf die Gemeindeversammlung im November zu verschieben. Zudem soll eine Begleitgruppe eingesetzt werden, in der Vereine, Anwohner, Gemeinde und Mitglieder des Handballclubs vertreten sind. Den Antrag auf Verschiebung hatte Peter Wipfli gestellt. Er sei nicht grundsätzlich gegen eine Halle, sagte er. Seine Bedenken betreffen vor allem die Sicherheit, weil die Halle unmittelbar neben der Transportfirma Wipfli zu stehen kommen würde. «Es braucht zuerst ein Verkehrskonzept», forderte er.

Breit abgestützte Begleitgruppe soll eingesetzt werden

Die Zeit bis im November soll nicht ungenutzt verstreichen. Daher hatte Elias Bricker den Zusatzantrag für eine breit abgestützte Begleitgruppe gefordert. Von den Anwohnern wurde bemängelt, das Projekt sei zu wenig ausgereift und es seien zu viele Fragen offen. Marc Vollenweider, Vizepräsident des HC KTV Altdorf, zeigte auf, dass der Verein Standorte in Altdorf, Schattdorf und Attinghausen geprüft habe. «Überall haben wir Absagen erhalten», so Vollenweider. «Wir haben zurzeit nicht gute Trainingsbedingungen und brauchen eine Halle.» Im Gespräch sei man auch noch mit dem Projekt des Floorball-Klubs. Auch Vollenweider findet es wichtig, dass ein Projekt in Flüelen gemeinsam mit den Vereinen, Anwohnern und der Gemeinde geplant wird.

Rechnung wird einstimmig gutgeheissen

Die weiteren Geschäfte der Gemeindeversammlung waren unbestritten. Gemeindevizepräsident Andreas Feubli konnte eine erfreuliche Rechnung 2019 vorlegen. Diese schliesst bei einem Aufwand von 8,083 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 1,718 Millionen Franken. Nebst den planmässigen Abschreibungen konnten zusätzliche Abschreibungen von 970'800 Franken vorgenommen werden. Die Rechnung wurde an der Gemeindeversammlung denn auch einstimmig gutgeheissen. Dorentina und Driton Dani aus dem Kosovo sowie die Familie Böttcher aus Deutschland wurden eingebürgert.