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Andermatt: Der neue Skiarena-Chef muss sich alter Kritik stellen

Wegen eines innovativen Preismodells, das keinen Erfolg brachte, drohen Rainer Flaig Klagen. Bei seinem neuen Arbeitgeber, der Andermatt-Sedrun Sport AG, sieht man keinen Grund zur Beunruhigung.
Rainer Flaig übernimmt die Leitung der Andermatt-Sedrun Sport AG. (Bild: PD)

Rainer Flaig übernimmt die Leitung der Andermatt-Sedrun Sport AG. (Bild: PD)

(zf) Rainer Flaig, der neu gewählte Chef der Andermatt-Sedrun Sport AG, steckt in negativen Schlagzeilen. An seinem alten Arbeitsplatz, den Saastal Bergbahnen (Skigebiet Saas-Fee), wird ihm Misswirtschaft vorgeworfen. Laut «Tages-Anzeiger» droht ihm eine Verantwortlichkeitsklage. Dem Verwaltungsratspräsidenten Pirmin Zurbriggen und Rainer Flaig als Direktor Walliser Bergbahnen wurde die Decharge an der Generalversammlung 2018 verweigert und die Kleinaktionäre überlegen sich nun rechtliche Schritte. Unter der Verantwortung der beiden hätte mit einem Dumping-Preis-System neuer Schwung ins Walliser Skigebiet gebracht werden sollen. Entstanden ist daraus aber ein finanzielles Fiasko (siehe Box).

«Rainer Flaig hat in Saas-Fee bewiesen, dass er den Markt gut einschätzen kann und mit innovativen Massnahmen ein Produkt erschaffen hat, das nicht nur mehr Gäste ins Skigebiet gebracht hat, sondern von dem die ganze Destination profitieren konnte», wurde Samih Sawiris als Verwaltungsratspräsident der Andermatt-Sedrun Sport AG in einer Medienmitteilung im vergangenen Oktober zitiert. Doch wie nimmt man nun die Affäre in Andermatt auf?

Keinen Kommentar zur «privaten Angelegenheit»

«Rainer Flaig hat stets transparent informiert», schreibt Stefan Kern, Mediensprecher von Andermatt Swiss Alps, in einer schriftlichen Stellungnahme. «Wir kommentieren die Diskussionen in Saas-Fee nicht weiter, da es sich um eine private Angelegenheit von Rainer Flaig handelt.» Man werde auch keine spekulativen Fragen zum neuen Arbeitsverhältnis beantworten, so etwa, ob die möglichen Klagen eine Auswirkung auf das neue Arbeitsverhältnis hätten.

Auch die Andermatt-Sedrun Sport AG setzt auf ein neuartiges Modell: Der Schneesportler zahlt je nach Datum einen anderen Preis – zwischenzeitlich nur gerade 10 Franken pro Tag. «Der Erfolg der 10-Franken-Aktion ist gross», so Stefan Kern. «Wir hatten sehr viele Skifahrerinnen und Skifahrer, welche die Aktion nutzten, um die Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun kennen zu lernen.» Ein weiteres Ziel sei es gewesen, Familien mit Kindern am Mittwochnachmittag Skifahren zu günstigen Konditionen zu ermöglichen. «Auch das ‹Dynamic Pricing› in der zweiten Saison hat sich bewährt.»

Nur kleiner Teil stammt von Subventionen

Das Modell wurde allerdings auch kritisiert, weil Andermatt ein subventioniertes Skigebiet sei. Bei Stefan Kern zieht diese Kritik nicht: Die Andermatt-Sedrun Sport AG habe in den vergangenen fünf Jahren 130 Millionen in die Modernisierung und den Ausbau der Skiarena Andermatt-Sedrun investiert. Weitere 10 Millionen flossen in die Gastronomie. 8 Millionen Franken zahlten die Kantone Uri und Graubünden als A-fonds-perdu-Beiträge, hinzu seien zinsgünstige Darlehen des Bundes gekommen, die zurückbezahlt werden müssen. «Die eigentlichen Subventionen machen also weniger als 6 Prozent aus.»

Für die Zukunft des Skigebiets werde die Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen. «Dafür braucht es innovative Ideen», so Kern. «Allfällige neue Preismodelle kommunizieren wir, wenn es soweit sein sollte.»

Ein Abo für 222 Franken

(zf) Der Deal schien verlockend: Wenn bis zu einem gewissen Termin 99999 Käufer gefunden werden, dann kostet jedes Saisonabo für das Skigebiet Saas-Fee nur 222 Franken. Obwohl es schliesslich nur 75000 waren, kam der sogenannte «Hammerdeal» zustande, den Rainer Flaig mitverantwortete. Allerdings wurde da und dort nachgeholfen, wie der «Tagesanzeiger» berichtete: Etwa von der Gemeinde Saas-Fee, die 6000 Abos erwarb, oder einer Firma, die 2,1 Millionen investierte. Die Aktion führte zum Millionendefizit im Walliser Skigebiet, das die österreichische Schröcks­nadel-Gruppe auffing. Für die Aktionäre bedeutete dies einen Abschreiber von 50 Prozent. Diese planen nun rechtliche Schritte wegen Misswirtschaft und Täuschung, die sich auch gegen Rainer Flaig richten.

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