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Der neue Fahrplan sorgt im Kanton Uri für Gesprächsstoff

Mit dem neuen Fahrplan und den Bauarbeiten bei Walchwil müssen die Urner längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Steigen die Urner deswegen vermehrt aufs Auto um? Die Verantwortlichen von Kanton und Auto AG nehmen Stellung.
Philipp Zurfluh
Die Zugersee-Sperre hat starke Auswirkungen auf den Urner Pendlerverkehr. (Bild: Stefan Kaiser, Walchwil, 05. Juni 2019)

Die Zugersee-Sperre hat starke Auswirkungen auf den Urner Pendlerverkehr. (Bild: Stefan Kaiser, Walchwil, 05. Juni 2019)

Urner Pendler brauchen derzeit etwas mehr Geduld als sonst: Seit der Fahrplanänderung vor einigen Tagen gibt es einige Umstellungen. Grund dafür sind Bauarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Oberwil und Arth-Goldau. Diese dauern noch bis zum 12. Dezember 2020 an. Es ist eine der längsten Streckensperrungen in der Schweizer Bahngeschichte. Während der Bauarbeiten muss der gesamte Fernverkehr von Zürich HB–Zug–Arth-Goldau Richtung Gotthard und umgekehrt via Rotkreuz umgeleitet werden.

Wer vom Kanton Uri nach Zürich pendelt, muss 15 Minuten mehr Reisezeit einplanen. Und auch bei den Anschlüssen auf die Busse in Flüelen dauert’s ab und zu etwas länger. So fährt der IC morgens um 8.50 Uhr im Flüeler Bahnhof ein, die Abfahrtszeit des Busses Richtung Altdorf Telldenkmal ist um 8.49 Uhr. Die Passagiere müssen sich bis 9.04 Uhr gedulden, dann fährt der nächste Bus. Dies stösst einigen Bahnfahrern sauer auf.

Attinghauser müssen den Zug dem Tellbus vorziehen

Auch die Attinghauser haben wenig Freude: Wollen sie um 8.05 Uhr den Tellbus beim Telldenkmal Richtung Luzern benutzen, müssen sie den Kurs um 7.11 Uhr nehmen, der schon um 7.20 Uhr beim Telldenkmal eintrifft. Das bedeutet 45 Minuten warten. Nach Luzern besteht für die Attinghauser eine Alternative: ein Interregio-Zug ab Bahnhof Altdorf.

Dass die Anpassungen nicht allen Anliegen gerecht werden können, ist für Thomas Aschwanden, kantonaler Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr, klar: «Im Vordergrund steht die Sicherung der Transportkette für Pendler.» Die Bauarbeiten am Zugersee stellten die öV-Unternehmen vor Herausforderungen. «Der Ersatzbetrieb verläuft bisher erfreulich stabil», erklärt Aschwanden. Bei den Rückmeldungen der Pendler seien vor allem knappe Umsteigezeiten das Thema gewesen. Dieser Problematik ist man sich bewusst.

«Die Transportunternehmen haben zum Ziel, den Zug- und Busfahrplan auf die Minute genau einzuhalten.»

Für die SBB und die beteiligten Transportunternehmen seien jederzeit die Kunden im Vordergrund gestanden.

Vor allem die Verbindungen nach Zug-Zürich seien für die Kantone Schwyz und Uri wichtige Verbindungen. «Der Kanton Uri konnte als Zusatzmassnahme Interregio-Halte in Altdorf von den SBB abgewinnen, womit direkte Verbindungen – ohne Umsteigen – gesichert werden konnten», betont Thomas Aschwanden.

Der Bund und die Innerschweizer Kantone hätten mit zusätzlichen Leistungen sowie Zusatzausgaben in Millionenhöhe mit Bahnersatzkursen sowie integralen Interregio-Halten im Bahnhof Altdorf soweit wie möglich Ersatzmöglichkeiten geschaffen. «Wir zählen dabei auch auf das Verständnis der Reisenden. Wir hoffen, dass die Vorzüge des öV, gerade im Blickwinkel der Klimadebatte, weiterhin zählen», so Aschwanden.

Bahnersatzkurse funktionieren gut

Ein positives Fazit zieht auch André Walker, Leiter Betrieb und Technik bei der Auto AG Uri. «Wir haben mit Kundenreaktionen gerechnet, da dieser ausserordentliche Fahrplanwechsel komplett andere Zeiten und Anschlussverbindungen aufweist.» Für die Fahrplanänderungen sei viel Flexibilität nötig gewesen. Die Urner Bevölkerung zeigt laut Walker aber Verständnis für die Situation.

Weil die S-Bahn in den Hauptpendlerzeiten nur noch von und nach Flüelen (nicht mehr Erstfeld) und in den Nebenverkehrszeiten nur noch zwischen Brunnen und Rotkreuz verkehrt, sind Bahnersatzkurse der Auto AG Uri zwischen Erstfeld und Flüelen beziehungsweise zwischen Erstfeld und Brunnen im Einsatz. «Diese sind sehr gut angelaufen», bilanziert André Walker.

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