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Urner Amt für Umweltschutz sagt ungeliebten Invasoren den Kampf an

Nicht alles, was blüht und kriecht, ist willkommen. Einzelne Neobiota – gebietsfremde Pflanzen und Tiere - breiten sich immer stärker aus. Das Amt für Umweltschutz des Kanton Uri kennt Massnahmen, wie die Invasoren zu bremsen sind.
«Problempflanzen erkennen und richtig handeln» - diese und weitere Hilfsmittel publiziert das Amt für Umweltschutz auf der Website. (Screenshot: PD)

«Problempflanzen erkennen und richtig handeln» - diese und weitere Hilfsmittel publiziert das Amt für Umweltschutz auf der Website. (Screenshot: PD)

Immer mehr neue Pflanzen- und Tierarten aus der ganzen Welt besiedeln die Schweiz. Durch den wachsenden internationalen Güter- und Personenverkehr werden sie bewusst oder unbewusst eingeschleppt, wie das Amt für Umweltschutz in einer Medienmitteilung schreibt. Auch das sich verändernde Klima biete neue Bedingungen für die Ausbreitung gebietsfremder Arten. Dabei seien aber nicht alle exotischen Arten bedrohlich: Die Kartoffel, der Mais oder die Tomate etwa gehören zu den willkommenen eingeführten Pflanzen.

Die meisten gebietsfremden Tiere (Neozoen) und Pflanzen (Neophyten) verhalten sich unproblematisch und können eine Bereicherung sein. Einige Pflanzen und Tiere aber sind unerwünscht, weil sie Schaden anrichten. «Einige Neophyten breiten sich invasiv aus und verdrängen die ansässigen Arten», wird Alexander Imhof vom Amt für Umweltschutz in der Mitteilung zitiert. Deshalb werde laufend überwacht, welche Neulinge hier auftreten. «In der Schweiz sind mittlerweile etwas über 800 etablierte gebietsfremde Arten registriert.» Einige sind alles andere als harmlos. Sie bedrohen natürliche Lebensräume, beeinträchtigen die Artenvielfalt oder können sogar für Mensch und Nutztier giftig sein.

Tigermücke gesehen?

Ein Augenmerk liege beispielsweise auf der Tigermücke. Die Stechmücke überträgt Krankheiten wie das Zika-Virus oder das Dengue-Fieber. Das Tier mit den Streifen an Leib und Gliedern hat sich bereits im Tessin weit verbreitet. Hat es der Sauger auch schon über den Gotthard – zum Beispiel in einem Car, der hier Halt macht – geschafft? «Tigermücken sind bisher zum Glück nur vereinzelt auf die Alpennordseite gelangt. In Uri haben wir bisher nur einzelne Larven registriert», wird Imhof weiter zitiert. Die Ausbreitung der Tigermücke wird mithilfe von Fallen überwacht. Bereits sehr stark habe sich die asiatische Buschmücke ausgebreitet. Diese sehe der Tigermücke sehr ähnlich, sei aber nach bisherigen Erkenntnissen kein Krankheitsüberträger.

Auch bei den Wasserpflanzen gebe es invasive, ortsfremde Arten. Eine neue Erhebung zeigt deutlich, dass auch in Urner Gewässern verschiedene Exoten gut gedeihen. Einige Bäche und Seitengewässer seien bereits stark mit invasiven, fremden Pflanzen wie etwa der Wasserpest verkrautet. Die Wasserpflanzen seien wohl aus Unachtsamkeit nach Uri gelangt. Ein unsachgemäss entsorgtes Aquarium könne der Auslöser sein. Möglich sei auch, dass die Sporen nach einem Bootstransport aus einem anderen See hier ins Wasser gelangt sind.

Erkennen und handeln – dank neuer Broschüre

Ein aktiver Kampf gegen die invasive Neobiota werde immer wichtiger, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Baselbieter Landrat etwa hat dazu im vergangenen Jahr einen Kredit gesprochen. In Uri werde noch nicht mit der grossen Kelle angerührt. Die Bekämpfung der invasiven Neophyten wird im Rahmen des Unterhalts entlang von Gewässer und Strassen und im Wald durchgeführt. In der Strategie des Kantons Uri werden die Arten je nach Gefährdungspotenzial unterschiedlich priorisiert, was entsprechend die Härte der Massnahmen bestimmt. «Wir setzen zudem auf Beobachtung, Information und Aufklärung», wird Imhof zitiert. Er wisse aus Erfahrung, dass die Bevölkerung ein offenes Ohr für diese Problematik habe. Gerade in den Monaten Juni, Juli und August würden viele der Neophyten blühen.

Für alle, die etwas gegen invasive gebietsfremde Pflanzen unternehmen wollen, wurde nun eine neue informative Broschüre herausgegeben. Mit vielen Fotos, verständlichen Texten und guten Beispielen wird aufgezeigt, welche Arten eine Bedrohung darstellen können und wie man dagegen vorgehen kann. Die neue Broschüre über Neobiota steht unter www.ur.ch/neobiota zum Download bereit. (red)

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