Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Urs Janett: «Bloss das Bestehende zu bewahren darf nicht unser Ziel sein»

Gabi Huber, Urs Janett und Ruedi Cathry haben am Donnerstag in einer Talkrunde die künftigen Herausforderungen für den Kanton Uri diskutiert. Uri hat viele Weichen gestellt, so das erfreuliche Fazit. Und die Frage: Sind es zu viele aufs Mal?
Remo Infanger
Gabi Huber, Urs Janett und Ruedi Cathry im Gespräch mit Moderator Bruno Arnold (von links). (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 17. Januar 2019)

Gabi Huber, Urs Janett und Ruedi Cathry im Gespräch mit Moderator Bruno Arnold (von links). (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 17. Januar 2019)

Im Anschluss an den Parteitag der FDP Uri vom vergangenen Donnerstagabend diskutierten alt Nationalrätin Gabi Huber, Regierungsrat Urs Janett und Parteipräsident Ruedi Cathry zum Thema «Uri – unsere Zukunft?!» Dass der Titel mit Frage- und Ausrufezeichen abschliesse, lasse zwei Interpretationen zu, sagte Bruno Arnold, Redaktionsleiter der «Urner Zeitung», der den FDP-Talk moderierte: eine für Uris Zukunft eher ungewisse fragende, aber auch eine optimistisch-selbstbewusste.

Arnold wollte von Gabi Huber wissen, wie sie der Zukunft des Kantons entgegenblicke – als Frau, die dessen Entwicklung als Land-, Regierungs- und Nationalrätin stark mitgeprägt habe. «Zurzeit dürfen wir uns über eine gute Lebensqualität in Uri freuen», so Huber. «Mir ist aber bewusst, dass dieser Status quo nicht garantiert ist.» Viele seien der Ansicht, dass der heutige Zustand «normal» sei. Sie würden dabei vergessen, dass man dafür hart habe kämpfen müssen.

Keineswegs auf den Lorbeeren ausruhen

«Uri hat in den vergangenen Jahren viele wichtige Projekte aufgegleist», ergänzte Urs Janett. Er nannte als Beispiele den Um- und Erweiterungsbau des Kantonsspitals Uri, den Zentralbahnhof Altdorf oder die WOV. Alleine mit der Entscheidung sei die Arbeit aber noch nicht getan, deshalb dürfe man sich nun keineswegs auf den Lorbeeren ausruhen.

«Über Uri wird schweizweit geredet.»
Ruedi Cathry, Präsident FDP-Uri

Ruedi Cathry erinnerte an frühere Zeiten. «Hätte man mich vor 20 Jahren gefragt, wie attraktiv Uri 2019 als Wohn- und Arbeitskanton sein werde, wäre meine Antwort skeptischer oder pessimistischer ausgefallen als heute», sagte er. So sei damals die Zahl der Arbeitsstellen gesunken und Firmen seien abgewandert. «Heute sieht dies anders aus. Unser Kanton hat sich geöffnet und entwickelt. Über Uri wird schweizweit geredet», so Cathry. Dies sei unter anderem auch dem Tourismusresort Andermatt oder Projekten wie Werkmatt oder Kantonsbahnhof Altdorf zu verdanken.

Uri muss mit einer grossen Überalterung der Bevölkerung rechnen

Bruno Arnold wollte von Urs Janett wissen, ob er angesichts der vielen gestellten Weichen kein Finanzproblem auf Uri zukommen sehe, zumal auch die NFA-Gelder des Bundes künftig geringer ausfallen würden. «Bloss das Bestehende zu bewahren, darf nicht das Ziel eines strebsamen Kantons sein», meinte Janett. Uri sei der einzige Kanton, der gemäss Bundesamt für Statistik bevölkerungsmässig nicht wachsen werde und mit einer grossen Überalterung der Bevölkerung rechnen müsse. «Nur schon deshalb müssen wir täglich besser werden, neue Arbeitsplätze schaffen und unserer Jugend eine Zukunft bieten.» Mit Sicherheit werde aber der finanzielle Aspekt die grösste Herausforderung sein.

Ob es Uri weiterbringe, wenn man all diese Grossprojekte zeitgleich aufgleise, wollte der Moderator wissen. «Oft fordert das eine eben das andere», meinte Cathry. «Wenn in Andermatt beispielsweise ein Tourismusresort entwickelt wird, braucht es eben auch neue Verkehrskonzepte.»

Im Schatten der Zentren Altdorf und Andermatt

Zum Schluss wurde noch die Frage aufgeworfen, ob der Blick nicht allzu stark nur auf Andermatt und Altdorf geworfen werde und die Randregionen vergessen würden. «Dieses Problems ist man sich in Uri bewusst», so Gabi Huber. Es könne aber gleichzeitig auch eine Chance für umliegende Gemeinden sein, wenn dort etwa günstigere Bodenpreise angeboten werden könnten. Mit der «Abwanderungsproblematik» werde sich aber beispielsweise auch Altdorf selber auseinandersetzen müssen. «Wenn sich das Leben langsam zum neu entstehenden Zentrum am Bahnhof verlagert und Geschäfte dort hin ziehen, wird der Altdorfer Dorfkern wohl nicht mehr so belebt sein wie heute.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.