Noch hält die Lieferkette von Dätwyler

Bei der Dätwyler AG gibt es nur für wenige Angestellte Kurzarbeit und die Produktion läuft unverändert. Mehr Probleme mit der aktuellen Situation wegen der Coronakrise hat der Nidwaldner Flugzeugbauer Pilatus.

Martin Uebelhart
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Die beiden Dätwyler Produktionsbetriebe in Schattdorf und Altdorf seien unter Einhaltung von konsequenten Verhaltens- und Hygieneregeln zum Schutz der Mitarbeiter unverändert in Betrieb, sagt Mediensprecher Guido Unternährer auf Anfrage unserer Zeitung. «Büromitarbeitende arbeiten wenn immer möglich aus dem Homeoffice.»

Die Lieferkette zu den Lieferanten und Kunden sei aus heutiger Sicht gewährleistet. Die Liefermengen würden mit den einzelnen Geschäftspartnern individuell abgestimmt. Unverändert gut seien die Nachfrage und die Auslastung im Geschäftsbereich Food & Beverage. «Aufgrund der rückläufigen Nachfrage aus der Automobilindustrie führt Dätwyler für einen kleineren Teil der Mitarbeitenden am Standort Schattdorf Kurzarbeit ein», hält Unternährer weiter fest. Die Dätwyler Holding AG beschäftigt in der Schweiz an den Standorten Schattdorf und Altdorf rund 570 Mitarbeiter.

Pilatus nimmt keine Lieferungen mehr an

Beim Unternehmen Pilatus, das auch viele Urner beschäftigt, sieht die Situation prekärer aus. Die «Handelszeitung» berichtet in ihrer jüngsten Ausgabe diese Woche von einem Brief der Stanser Flugzeugbauer an Partnerunternehmen. Pilatus informierte seine Zulieferer darüber, dass die Massnahmen in einzelnen Ländern und Grenzschliessungen die Fähigkeit des Unternehmens «ernsthaft getroffen» hätten, seine Produkte auszuliefern. Gleichzeitig stellte Pilatus klar, für seine «General-Aviation-Produktion» aktuell keine Teile von den Partnerunternehmen mehr annehmen zu können. «Alle Lieferungen an Pilatus sollen aufgeschoben werden bis frühestens Freitag, den 1. Mai», zitiert die Zeitung aus dem Brief.

Betroffen davon sind vor allem das einmotorige Flugzeug PC-12 NGX und der Jet PC-24. In beiden Fällen ist Pilatus laut «Handelszeitung» daran, die Produktionszeitpläne anzupassen. Keine Änderungen bezüglich Materialbestellungen gebe es vorderhand beim Trainingsflugzeug PC-21.

Keine Auskünfte zu Kurzarbeit

Details gibt der Pilatus-Konzern nicht bekannt. «Wir halten die Produktion weiterhin aufrecht – in reduzierter Form jedoch aufgrund der aktuellen Situation, in welcher Lieferketten vermehrt gestört sind», zitiert die «Handelszeitung» das Unternehmen. Pilatus beurteile dabei die Situation stetig neu. Auch gegenüber unserer Zeitung hatte Pilatus bei der Bekanntgabe von Kurzarbeit für rund 1000 Angestellte nicht zum weiteren Vorgehen geäussert.

Mit dem fehlenden Nachschub entscheidender Komponenten etwa aus Italien sei der ganze Fertigstellungsprozess in der Flugzeugproduktion stark beeinträchtigt, so die «Handelszeitung». «Es macht für Pilatus vorderhand keinen Sinn, weitere Bestandteile zu kaufen, ohne dass die Flugzeuge fertig gebaut werden können», zitiert das Blatt einen Zulieferer.