Notfall
Es tönen neue Sirenen in der Zentralschweiz

Die Kantonsspitäler Stans, Altdorf und Luzern beschaffen je eine Ambulanz gemeinsam. Was die neuen Fahrzeuge können.

Christian Tschümperlin
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Die sanitätsdienstlichen Blaulichter in Stans, Altdorf und Luzern kommen im neuen Design daher: Die drei Kantonsspitäler ersetzen je eine Ambulanz. Das Spezielle: Die Spitäler haben die neuen Ambulanzen gemeinsam beschaffen und sich damit für eine einheitliche Fahrzeugflotte entschieden, welche die nächsten Jahre das Bild auf den Zentralschweizer Strassen prägen wird. «Durch die gemeinsame Beschaffung war der Evaluationsprozess mit einem geringeren Aufwand für die Rettungsdienste der drei Standorte verbunden», heisst es in einer Mitteilung. Jeder der Mercedes-Benz-Sprinter 519 CDI 4x4 kostet 275'000 Franken.

Die Kantonsspitäler Luzern, Nidwalden und Uri mussten je eine Ambulanz ersetzen und haben bei der Beschaffung ihrer neuen Ambulanzfahrzeuge kooperiert.

Die Kantonsspitäler Luzern, Nidwalden und Uri mussten je eine Ambulanz ersetzen und haben bei der Beschaffung ihrer neuen Ambulanzfahrzeuge kooperiert.

Bild: PD

Die drei neuen Rettungswagen gehören der neuesten Generation von Ambulanzen im Koffersystem an: 4,4 Tonnen schwer, luftgefedert und vollklimatisiert, bringen sie die Rettungscrew rasch an den Ort ihrer Bestimmung. Dank Allradantrieb sind sie für alle Einsatzgebiete der Zentralschweiz ausgerüstet, auch bei schwierigen topografischen Bedingungen. «Durch die moderne Allradtechnik ist die Notfallversorgung in Urner Seitentälern bei schwierigen Bedingungen und anspruchsvollem Gelände gewährleistet», sagt der stellvertretende Leiter Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri Ivan Planzer. Planzer besetzt zusammen mit einem Berufskollegen am Sonntag, 21. Februar, den Stützpunkt in Andermatt. «Aufgrund des schönen Wetters und der guten Pistenverhältnisse ist heute ein Spitzenskitag mit vielen Wintersportbegeisterten und darum erwartet das Team einen arbeitsreichen Tag», sagt er.

Einsatzkräfte können in der Ambulanz jetzt stehen

Ausgerüstet sind die Fahrzeuge, wie schon deren Vorgänger, mit modernsten Geräten und Instrumenten. Die Patienten können nach den aktuellsten wissenschaftlichen Therapien behandelt werden. Dies beinhaltet Beatmungsgeräte, die EKG Telemetrie oder den Einsatz verschiedener Notfall-Medikamente. Die Standhöhe wurde auf 1,975 Meter angehoben, damit die Mitarbeitenden nicht geduckt arbeiten müssen. «Das Bergungsmaterial ist neu von aussen zugänglich, was einen raschen Rettungsablauf unterstützt.»

Eine elektronisch betriebene Krankentrage sorgt für eine gute Arbeitsergonomie. «Sie besitzt ein Hydrauliksystem, das die Trage auf Knopfdruck hebt und senkt.» Die Einzugsfunktion in die Ambulanz erfolgt automatisch.

Der Einsatzauftrag erfolgt via Tablet-Computer. Alle einsatzrelevanten Daten wie Patientendaten, Einsatzadresse, minimale Gesundheitsdaten und Informationen zu Partnerorganisationen stehen dem Rettungsdienstpersonal so zur Verfügung. Der Einsatzort wird direkt an das Navigationsgerät gesendet. Dies soll einen Einsatz mit möglichst wenig Zeitverlust gewährleisten.

Ambulanz fuhr sechs mal um die Erde

Die neue Ambulanz steht in Uri seit zwei Wochen im Einsatz. Bereits wurden über dreissig Einsätze gefahren. «Der grosse Vorteil der gemeinsamen Beschaffung einheitlicher Fahrzeuge liegt darin, dass sich die Zentralschweizer Rettungsdienste bei personellen Engpässen gegenseitig hürdenfrei ergänzen können», sagt Ivan Planzer.

In Uri stehen insgesamt drei Ambulanzen im Einsatz. Das alte Fahrzeug wird in den Export gegeben. Dieses hat Einsätze von 240'000 Kilometern hinter sich. Damit wäre die Ambulanz fast sechs mal um die Erde gefahren. Gesamthaft wurden mit dem Fahrzeug während 7 Jahren 3340 Einsätze geleistet.