Notfallunterbringung von Kindern und Jugendlichen wirft Fragen auf

Insbesondere die Religiosität des Hauses Magdalena wird als problematisch gesehen. Deshalb richtet SP-Landrätin Nora Sommer fünf Fragen an den Regierungsrat.

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(ml) Im Rahmen des Sozialplans 2020 bis 2023 haben sich diverse Gemeinden in einem Brief an den Regierungsrat gewandt. Sie äussern darin ihre Bedenken bezüglich der Notfallunterbringung von Kindern und Jugendlichen im Haus Magdalena. Insbesondere administrative Angelegenheiten und das Rechnungswesen werden beanstandet, wie aus einem Vorstoss der SP und der Grünen Uri hervorgeht. «Ausserdem wird die Wertehaltung der religiösen Einrichtung in Frage gestellt. Dies ist bei schutzbedürftigen Personen besonders heikel.» Bisher wurde die Notfallunterbringung durch die Stiftung Papilio gewährleistet.

Die Notfallunterbringung von Kindern und Jugendlichen hat mit dem Aufbau der KESB deutlich abgenommen, heisst es im Vorstoss weiter. Auch mit der Umstrukturierung des Asylwesens kommt es zu deutlich weniger Notfallunterbringungen.

Aus diesen Überlegungen richtet die SP-Landrätin Nora Sommer folgende Fragen an den Regierungsrat:

  • Welche Institutionen wurden für die Notfallunterbringung von Kindern und Jugendlichen (nebst der Stiftung Papilio und dem Haus Magdalena) geprüft?
  • Wie wird kontrolliert, dass die persönliche Integrität von schutzbedürftigen Personen in Bezug auf den religiösen Einfluss einer sich klar bekennenden freikirchlichen Institution gewährleistet ist? Was versteht der Regierungsrat unter dem Begriff sektiererisch (siehe Brief des Regierungsrats an die Gemeinden)?
  • Warum werden Leistungsaufträge im Rahmen des Sozialplans nicht öffentlich ausgeschrieben?
  • Wurde die Zusammenarbeit mit anderen Zentralschweizer Kantonen überprüft?
  • Wenn nein, kann sich der Regierungsrat vorstellen, in Zukunft eine interkantonale Lösung für die Notfallunterbringung von Kindern und Jugendlichen in einer konfessionell neutralen Institution zu prüfen?